Berlin (ots) -
- DUH warnt vor Kältemittel 1234yf in Pkw-Klimaanlagen: die Ewigkeitschemikalie baut sich in TFA ab, was eine Gefahr für Gewässer und Gesundheit ist
- Abfrage unter 16 großen Autoherstellern: 14 rote Karten wegen ausbleibender Rückmeldungen und kaum konkreter Ausstiegspläne; gelbe Karten für BYD und VW
- DUH wirft Autoherstellern bewusstes gesundheitsgefährdendes Handeln mit Ewigkeitschemikalie vor und fordert alle Autohersteller auf, auf längst bewährte PFAS-freie Alternativen wie CO2 und Propan umzusteigen
Ein Großteil der Autohersteller verweigert Auskünfte und konkrete Schritte zum Ausstieg aus dem PFAS-Kältemittel 1234yf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bei 16 führenden Herstellern abgefragt, wann sie den Einsatz des gefährlichen Kältemittels für ihre Klimaanlagen beenden und auf welche natürlichen Alternativen sie umstellen wollen. Zehn von 16 Herstellern haben nicht reagiert, vier weitere Unternehmen antworten nur unverbindlich. Dafür verteilt die DUH insgesamt 14 rote Karten.
BMW beruft sich beispielsweise darauf, geltende Vorgaben einzuhalten und erst bei einer Änderung der Rechtslage über eine Umstellung zu informieren. Andere Hersteller verweisen allgemein auf laufende Prüfungen, technische Entwicklungen oder zukünftige regulatorische Anforderungen, ohne konkrete Ausstiegspläne vorzulegen.
Die DUH fordert die Autohersteller auf, schnellstmöglich aus dem Kältemittel 1234yf auszusteigen und auf natürliche, PFAS-freie Alternativen wie CO2 oder Propan umzustellen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Autoindustrie verursacht mit ihren Klimaanlagen täglich weitere extrem schädliche TFA-Einträge. Trotzdem verweigert die große Mehrheit der Hersteller jede konkrete Auskunft darüber, ob und wann sie dieses Problem endlich an der Quelle stoppen. BMW, Mercedes und Co. verstecken sich hinter nichtssagenden Formulierungen - oder antworten gar nicht erst. Das ist angesichts der wachsenden Belastung unserer Wasserressourcen mit extrem schädlichen Ewigkeitschemikalien völlig inakzeptabel."
Dass es auch anders geht, zeigen zumindest ansatzweise Volkswagen und BYD. Volkswagen setzt CO2 als Kältemittel bereits in ausgewählten batterieelektrischen Fahrzeugen ein, nennt jedoch keinen weiteren Ausstiegsplan. BYD hat nach eigenen Angaben die technischen Voruntersuchungen für CO2-basierte Klimaanlagen abgeschlossen und arbeitet an der Integration in kommende Modellgenerationen für Europa. Beide Unternehmen erhalten deshalb eine gelbe Karte - eine grüne Karte vergibt die DUH an keinen Hersteller.
Dazu Axel Friedrich, internationaler Verkehrsexperte: "Ausgerechnet VW zeigt den anderen Herstellern, wie die Umstellung auf natürliche Kältemittel geht. Leider nur als Extra. Aber das Beispiel zeigt: Die Technologie ist ausgereift und muss auch von den anderen Herstellern serienmäßig eingebaut werden. Wir fordern BMW, Mercedes und Co. auf, jetzt das Steuer herumzureißen."
Hintergrund:
Das Kühlmittel 1234yf baut sich in der Atmosphäre nahezu vollständig zu Trifluoressigsäure (TFA) ab. TFA ist extrem persistent, mobil und reichert sich zunehmend in der Umwelt an. Unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft TFA als fortpflanzungsgefährdend ein, was die Europäischen Chemikalienagentur kürzlich bestätigte.
Bereits im Oktober 2025 hatte die DUH 37 der in Deutschland meistverkauften Automarken zu ihren Kältemitteln befragt - mit ähnlich ernüchternden Ergebnissen. Die neue Abfrage zeigt: Trotz der verschärften wissenschaftlichen Debatte über TFA bleibt die Bereitschaft der Branche zu Transparenz und einem verbindlichen Ausstieg gering.
Link:
Das Ranking der Unternehmen finden Sie hier: https://l.duh.de/p260825
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de
Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte
0157 71592163, axel.friedrich.berlin@gmail.com
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/22521/6339174
- DUH warnt vor Kältemittel 1234yf in Pkw-Klimaanlagen: die Ewigkeitschemikalie baut sich in TFA ab, was eine Gefahr für Gewässer und Gesundheit ist
- Abfrage unter 16 großen Autoherstellern: 14 rote Karten wegen ausbleibender Rückmeldungen und kaum konkreter Ausstiegspläne; gelbe Karten für BYD und VW
- DUH wirft Autoherstellern bewusstes gesundheitsgefährdendes Handeln mit Ewigkeitschemikalie vor und fordert alle Autohersteller auf, auf längst bewährte PFAS-freie Alternativen wie CO2 und Propan umzusteigen
Ein Großteil der Autohersteller verweigert Auskünfte und konkrete Schritte zum Ausstieg aus dem PFAS-Kältemittel 1234yf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bei 16 führenden Herstellern abgefragt, wann sie den Einsatz des gefährlichen Kältemittels für ihre Klimaanlagen beenden und auf welche natürlichen Alternativen sie umstellen wollen. Zehn von 16 Herstellern haben nicht reagiert, vier weitere Unternehmen antworten nur unverbindlich. Dafür verteilt die DUH insgesamt 14 rote Karten.
BMW beruft sich beispielsweise darauf, geltende Vorgaben einzuhalten und erst bei einer Änderung der Rechtslage über eine Umstellung zu informieren. Andere Hersteller verweisen allgemein auf laufende Prüfungen, technische Entwicklungen oder zukünftige regulatorische Anforderungen, ohne konkrete Ausstiegspläne vorzulegen.
Die DUH fordert die Autohersteller auf, schnellstmöglich aus dem Kältemittel 1234yf auszusteigen und auf natürliche, PFAS-freie Alternativen wie CO2 oder Propan umzustellen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Autoindustrie verursacht mit ihren Klimaanlagen täglich weitere extrem schädliche TFA-Einträge. Trotzdem verweigert die große Mehrheit der Hersteller jede konkrete Auskunft darüber, ob und wann sie dieses Problem endlich an der Quelle stoppen. BMW, Mercedes und Co. verstecken sich hinter nichtssagenden Formulierungen - oder antworten gar nicht erst. Das ist angesichts der wachsenden Belastung unserer Wasserressourcen mit extrem schädlichen Ewigkeitschemikalien völlig inakzeptabel."
Dass es auch anders geht, zeigen zumindest ansatzweise Volkswagen und BYD. Volkswagen setzt CO2 als Kältemittel bereits in ausgewählten batterieelektrischen Fahrzeugen ein, nennt jedoch keinen weiteren Ausstiegsplan. BYD hat nach eigenen Angaben die technischen Voruntersuchungen für CO2-basierte Klimaanlagen abgeschlossen und arbeitet an der Integration in kommende Modellgenerationen für Europa. Beide Unternehmen erhalten deshalb eine gelbe Karte - eine grüne Karte vergibt die DUH an keinen Hersteller.
Dazu Axel Friedrich, internationaler Verkehrsexperte: "Ausgerechnet VW zeigt den anderen Herstellern, wie die Umstellung auf natürliche Kältemittel geht. Leider nur als Extra. Aber das Beispiel zeigt: Die Technologie ist ausgereift und muss auch von den anderen Herstellern serienmäßig eingebaut werden. Wir fordern BMW, Mercedes und Co. auf, jetzt das Steuer herumzureißen."
Hintergrund:
Das Kühlmittel 1234yf baut sich in der Atmosphäre nahezu vollständig zu Trifluoressigsäure (TFA) ab. TFA ist extrem persistent, mobil und reichert sich zunehmend in der Umwelt an. Unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft TFA als fortpflanzungsgefährdend ein, was die Europäischen Chemikalienagentur kürzlich bestätigte.
Bereits im Oktober 2025 hatte die DUH 37 der in Deutschland meistverkauften Automarken zu ihren Kältemitteln befragt - mit ähnlich ernüchternden Ergebnissen. Die neue Abfrage zeigt: Trotz der verschärften wissenschaftlichen Debatte über TFA bleibt die Bereitschaft der Branche zu Transparenz und einem verbindlichen Ausstieg gering.
Link:
Das Ranking der Unternehmen finden Sie hier: https://l.duh.de/p260825
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de
Dr. Axel Friedrich, Internationaler Verkehrsexperte
0157 71592163, axel.friedrich.berlin@gmail.com
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
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