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Jamie Coleman (MFS): Staatsanleihen-Rückkaufprogramm irritiert Anleger

15. bis 21. August 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche leicht nach, und die Anleihenrenditen näherten sich wieder ihren jüngsten Höchstständen. Die US-Zehnjahresrendite stieg von 4,65% auf 4,71%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 4 US-Dollar auf 86,85 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität diese Woche von 18 auf 17,5.

Konjunktur

US-Finanzministerium will Renditeanstieg bremsen

Am Mittwoch hieß es aus dem amerikanischen Finanzministerium, dass die Rückkäufe zur Stützung lang laufender Nominalzinsanleihen "mindestens verdoppelt" werden sollen, von 2 auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar je Geschäft. Das gilt sowohl für 10- bis 20-jährige als auch für 20- bis 30-jährige Titel. Mit den Rückkäufen sollen weniger liquide ältere Titel vom Markt genommen werden, sodass sich der Handel auf die liquideren Emissionen konzentriert. Die Durchschnittslaufzeit von US-Staatsanleihen soll also verkürzt werden, indem länger laufende Papiere durch kürzer laufende ersetzt werden. Da viele Anleger Short-Positionen in Langläufern eingegangen waren, löste die Ankündigung am Mittwoch eine Kursrallye aus. Die Renditen fielen, und der Dollar gab nach. Am Donnerstag ging aber ein Großteil der Gewinne wieder verloren, weil Anleger an der Wirksamkeit des Programms zu zweifeln begannen.

Am Donnerstag sagte US-Finanzminister Scott Bessent dann aber, dass die Rückkäufe sogar deutlich über den am Mittwoch angekündigten 4 Milliarden US-Dollar liegen würden und man die Staatsfinanzen konsolidieren wolle. Weitere Einzelheiten würden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Die Anleihenrenditen seien aus fundamentaler Sicht zu hoch. Die Investoren überzeugte das aber nicht. Bessent machte es auch Notenbankchef Kevin Warsh nicht leichter. Er möchte die Staatsanleihenrenditen als unverzerrtes Signal für die Geldpolitik nutzen.

Unterdessen haben die US-Staatsschulden diese Woche die psychologisch wichtige Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten - und das ausgerechnet jetzt, wo die Hyperscaler zur Finanzierung des KI-Ausbaus so viele Investmentgrade-Anleihen begeben wie noch nie. Die höheren Ölpreise und die anhaltende Unsicherheit über die künftige Geldpolitik trugen aber wohl ebenfalls zum Renditeanstieg bei.

Trump warnt Iran vor einem "wirtschaftlichen D-Day"

Die USA haben ihre Strategie geändert und wollen den Iran jetzt nicht mehr militärisch, sondern wirtschaftlich unter Druck setzen. Präsident Trump warnte diese Woche, dass er den Iran vollkommen isolieren wolle, um die Staatsführung zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ölschmuggel, Swapgeschäfte, Geldtransfers, Devisengeschäfte, die Registrierung von Schiffen und die Aktivitäten von Scheinfirmen, die den Iran unterstützen, müssten sofort unterbunden werden. Amerikas Alliierte sollten dabei helfen. Als Erstes reagierten am Dienstag die Vereinigten Arabischen Emirate und setzten Handel und Finanztransaktionen mit dem Iran aus.

Am Montag endete der von beiden Ländern vereinbarte 60-tägige Waffenstillstand, der eigentlich für Verhandlungen genutzt werden sollte. Laut Trump würde man zurzeit aber nicht miteinander sprechen. Finanzminister Bessent will am 24. August in einer Pressekonferenz über weitere Sanktionen gegen den Iran informieren.

Unter Berufung auf aktuelle Informationen berichtet Axios, dass die USA einen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus errichtet hätten, um täglich Millionen Barrel Rohöl zu transportieren. Dank dieses schon einige Wochen laufenden Militäreinsatzes hätten jede Nacht 15 bis 20 Tanker die Meerenge passiert, auf einer Südroute entlang der omanischen Küste. Dabei würden täglich etwa 10 Millionen Barrel (etwa halb so viel wie vor dem Krieg) verschifft und am internationalen Energiemarkt angeboten, heißt es von offizieller Seite.

USA und Kanada vor der Einigung?

Am späten Dienstagabend sagte Trump den 50-prozentigen Zoll auf ausgewählte kanadische Importgüter ab, kurz bevor er um Mitternacht in Kraft treten sollte. Man habe sich geeinigt, so der Präsident. Vertreter Kanadas berichteten über letzte Abstimmungen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer zeigte sich zuversichtlich, dass die Vereinbarung die nordamerikanische Wirtschaft stärken werde. Laut Bloomberg wollen die USA die Zölle auf kanadischen Stahl und Aluminium von 50% auf 25% halbieren. Zölle auf Autos könnten von 25% auf 15% fallen.

Kurz gefasst

Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) legten zu, vor allem wegen der guten US-Dienstleistungskonjunktur.

Das diese Woche veröffentlichte Protokoll der Juli-Offenmarktausschusssitzung war weniger scharf als befürchtet, was aber wegen der anschließenden schwachen Konjunkturdaten wohl nicht mehr besonders relevant ist. Viele Sitzungsteilnehmer waren offen für eine Zinsanhebung, wenn die Inflation nicht fiele. Viele hielten den zollbedingten Preisanstieg für beendet, und einige andere wollten sogar noch im Juli erhöhen. Die Inflationsrisiken wurden als eher hoch eingeschätzt, und man warnte vor einer höheren Teuerung bei einem anhaltenden Nahostkrieg. Die Mehrheit rechnete aber mit einem Inflationsrückgang bis zum Jahresende.

China und die Schweiz einigten sich auf ein Freihandelsabkommen, bei dem fast alle Zölle zwischen den beiden Ländern gestrichen werden.

Neun führende Technologieunternehmen haben zusammen etwa 3 Billionen US-Dollar außerbilanzielle Verpflichtungen, meist aufgrund von KI. Zu diesem Ergebnis kommt das Wall Street Journal nach einer Analyse der Fußnoten in aktuellen Pflichtmitteilungen. Die Verpflichtungen stiegen schneller als die Investitionen. Sie betrugen letztes Jahr etwa 600 Milliarden US-Dollar und waren etwa dreimal so hoch wie die Summe aus langfristigen Krediten und Leasingverbindlichkeiten.

Nach dem Global Fund Manager Survey der Bank of America war die Anlegerstimmung seit 2022 nur zweimal besser als im August 2026. Die Kassequote der Anleger sei um weitere 10 Basispunkte auf 3,5% gefallen. Der Anteil internationaler Aktien sei so hoch wie zuletzt Ende 2021, mit einer Netto-Übergewichtung von 56%.

Weil Südkorea die USA nicht bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus unterstützen wollen, verkürzte Trump das jährliche gemeinsame Militärmanöver von 11 auf 5 Tage. Außerdem wolle er sich dieses Jahr mit Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un treffen.

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen greifen vermehrt die jemenitische Küste am Roten Meer an. Sie legten einen strategisch wichtigen Hafen still und drangen tiefer zur Straße von Bab al-Mandab vor, einer wichtigen Meerenge.

China kündigte am Freitag neue Maßnahmen an, damit Unternehmen und Haushalte mehr Kredite aufnehmen. Das Wirtschaftswachstum war unter den Zielwert gefallen.

Das führende KI-Unternehmen Anthropic kündigte am Donnerstag an, noch in diesem Monat die für den Börsengang notwendigen Papiere einzureichen. Man wolle mindestens so viel Kapital einwerben wie zuletzt SpaceX, wenn nicht mehr.

Die britische Arbeitslosenquote betrug im Juni unverändert 4,9%. Die Einzelhandelsumsätze fielen hingegen um 0,5% z.Vm.

Die amerikanische Industrieproduktion ist im Juli um 0,2% gestiegen.

Das japanische BIP wuchs im 2. Quartal nur um 1,1% (annualisiert) statt der erwarteten 2%. Im 1. Quartal waren es noch 1,9%.

Chinas Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli um 0,6% z.Vj., deutlich schwächer als erwartet. Auch die Industrieproduktion war mit 4,5% z.Vj. überraschend schwach. Hier war man von 5% Anstieg ausgegangen.

Im Juli fielen die schwebenden Hausverkäufe in den USA um 2,3% z.Vm. und 2,5% z.Vj.

Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass die US-Arbeitslosenquote durch KI um 0,1% gestiegen ist. Am stärksten seien Callcenter-Jobs betroffen.

Diese Woche griffen Piraten einen Öltanker vor der jemenitischen Küste an und lenkten ihn nach Somalia um.

Die japanische Zehnjahresrendite stieg am Dienstag auf 2,96%, den höchsten Wert seit 1996.

In Kanada stiegen die Einzelhandelsumsätze im Juni um 0,6% z.Vm. und damit stärker als erwartet.

Nächste Woche

Montag: keine wichtigen Daten

Dienstag: Verkäufe neuer Immobilien in den USA

Mittwoch: PCE-Kernindex, revidiertes Zweitquartals-BIP, Bestellungen langlebiger Güter in den USA

Donnerstag: US-Handelsbilanz

Freitag: japanische Arbeitslosenquote, kanadisches BIP, voraussichtlich Rede von US-Notenbankchef Warsh in Jackson Hole

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

In unserem aktuellen Spezialreport stellen wir fünf Aktien vor, die besonders stark vom explodierenden Energiehunger der KI profitieren könnten – und bei Anlegern bislang teilweise noch unter dem Radar laufen.

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