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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Nvidia-Zahlen stützen Technologieaktien

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - Nvidia-Zahlen stützen Technologieaktien

DOW JONES--Europas Börsen haben sich am Donnerstagmittag meist leichter präsentiert. Besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen von Nvidia stützten den Technologiesektor, setzten aber keine größeren Akzente an den Gesamtmärkten. Der Chipgigant legte bessere Umsätze und Ergebnisse vor. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal lag über den Prognosen. Wichtig aus Marktsicht war aber vor allem die Prognose für 2028: Nvidia hat ein Umsatzwachstum von 70 Prozent in Aussicht gestellt, Analysten gingen bislang nur von 45 Prozent aus. Der KI-Investitionsboom scheint mithin intakt.

Der wenig KI-lastige DAX gewann 0,3 Prozent auf 26.367 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss dagegen 0,7 Prozent im Minus. Für Technologieaktien ging es europaweit kräftiger um 1,8 Prozent nach oben. Infineon gewannen 3,6 Prozent, Aixtron 0,9 Prozent oder STMicroelectronics 3 Prozent. ASML gaben jedoch 0,8 Prozent nach. Siemens Energy und ABB, eigentlich als Ausrüster von KI-Datenzentren ebenfalls potenzielle Nutznießer einer höheren Nachfrage, konnten Gewinne nicht halten und verloren 0,6 bzw. 0,5 Prozent.

Das Börsenumfeld blieb insgesamt freundlich angesichts der in den vergangenen Tagen wieder sich mehrenden Hinweise, die auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten hoffen lassen. Der Ölpreis zog nach der jüngsten Korrektur wieder leicht an. Brent ging mit rund 89 Dollar das Fass um, notierte damit aber auf einem für die Börsen unkritischen Niveau. Einziger Wermutstropfen waren die weiter auf hohem Niveau rentierenden Anleihemärkte. Mit 4,66 Prozent lag die Rendite der 10-jährige US-Treasurys nur knapp unter den Hochs bei 4,75 Prozent. Niveaus ab 5 Prozent werden von Analysten als problematisch für die Aktienmärkte eingestuft.

Die Blicke richten sich nun auf die Rede von Fed-Chairman Kevin Warsh in Jackson Hole am Freitag. Dieses bietet Warsh laut Julius Bär die Gelegenheit, seine Kommunikation anzupassen, die er in jüngster Zeit bewusst undurchsichtig angelegt habe. Sein bisheriger Ansatz sei eine Kombination aus demonstrativer Entschlossenheit im Kampf gegen die hohe Inflation bei gleichzeitigem Verzicht auf eine konkrete geldpolitische Strategie zur Senkung der Inflation. "Dieser Ansatz untergräbt nach und nach die Glaubwürdigkeit der Fed als Inflationsbekämpfer und wirft Fragen hinsichtlich des Wertes des US-Dollars auf", heißt es.

Auch andere Unternehmen aus dem Technologiesektor überzeugten. So setzten starke Salesforce-Geschäftszahlen einen positiven Impuls für die SAP-Aktie. Salesforce hat im zweiten Quartal dank der gestiegenen Nachfrage nach ihren Angeboten für Künstliche Intelligenz und Daten einen höheren Gewinn und Umsatz verbucht und zudem ihre Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic erweitert. Salesforce hat daraufhin die Umsatz- und Gewinnprognosen für das Gesamtjahr angehoben. SAP gewannen 5,5 Prozent.

Auffallend schwach zeigten sich die Aktien französischer Banken. BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole verloren 4 bis 5 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf neue Sorgen um die Staatsfinanzen und eine am Abend anstehende TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten für die Wahl im kommenden Jahr. Der linksextreme Kandidat Jean-Luc Mélenchon habe am Dienstagabend Aufmerksamkeit erregt, als er die Forderung erneuerte, die derzeit von der Banque de France gehaltenen französischen Staatsschulden zu streichen, so die Deutsche Bank. Die Rendite französischer 10-jähriger Staatsanleihen ist jüngst auf das höchste Niveau in der gesamten Eurozone gestiegen. Beobachter halten es für möglich, dass die Ratingagentur Fitch Frankreich am morgigen Freitag erneut abstuft. Auch französische Infrastrukturaktien verbuchten deutliche Verluste. Eiffage verbilligten sich um 7,4, Bouygues um 3,7 und Vinci um 3,9 Prozent. Der französische Leitindex CAC-40 schloss 1,7 Prozent niedriger.

Die Geschäftszahlen von Pernod Ricard waren nach Einschätzung von RBC "sicher nicht katastrophal", lagen aber leicht unter den Konsensschätzungen. Das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal habe 60 Basispunkte unter Konsens gelegen; ansonsten fielen die Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen aus, was durch ein gutes viertes Quartal in der Region Asien bzw. Rest der Welt begünstigt worden sei. Der Ausblick für 2027 liege etwas unter dem aktuellen Konsens. Für die Aktie ging es an der Pariser Börse um 4,6 Prozent nach unten.

Gerresheimer (+4,4%) hat im ersten Quartal 2026 auf vorläufiger Basis den Umsatz leicht erhöht, beim bereinigten EBITDA sowie bei der Marge aber einen deutlichen Rückgang verbucht. Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet der Konzern jedoch ein deutlich stärkeres Geschäft und eine operative Ergebnisverbesserung. Nach endgültigen Zahlen gewannen Fielmann 2,2 Prozent. Den Ausblick hatte das Unternehmen jüngst gesenkt. Die Anleger blicken offenbar zuversichtlicher in die Zukunft.

Daneben überzeugte Delivery Hero. Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr haben die Erwartungen geschlagen. Der Lieferdienst hat daraufhin die Prognose für das laufende Jahr angehoben. Delivery Hero legten 0,3 Prozent zu auf 39,55 Euro. Uber hat die Übernahme der Berliner für 41,50 Euro je Anteilsschein angekündigt.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.425       -0,7         +11,7 
Stoxx-50        5.442       -1,0         +11,7 
Stoxx-600        652       -0,7         +10,8 
DAX          26.367       +0,3          +7,3 
FTSE-100 London    10.878       -0,8          +9,5 
CAC-40 Paris      8.462       -1,7          +3,8 
AEX Amsterdam     1.108       -0,4         +16,5 
ATHEX-20 Athen     6.875       -0,8         +28,5 
BEL-20 Brüssel     5.861       -0,4         +15,4 
BUX Budapest     150.755       -0,7         +35,8 
OMXH-25 Helsinki    6.493       +0,1         +13,9 
OMXC-20 Kopenhagen   1.650       -1,0          +2,6 
PSI 20 Lissabon    9.446       -0,6         +14,3 
IBEX-35 Madrid    20.067       -0,9         +15,9 
FTSE-MIB Mailand   52.883       -1,2         +17,7 
OBX Oslo        2.022       -0,4         +26,6 
PX Prag        2.811       -0,5          +4,7 
OMXS-30 Stockholm   3.326       -0,2         +15,4 
WIG-20 Warschau   150.954       -1,6         +30,9 
ATX Wien        6.758       -1,2         +26,9 
SMI Zürich      14.543       -1,1          +9,6 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:15 
EUR/USD          1,1651  +0,0  0,0002     1,1649   1,1652 
EUR/JPY          185,57  -0,0  -0,0500     185,62  185,6600 
EUR/CHF          0,9361  -0,2  -0,0022     0,9383   0,9383 
EUR/GBP          0,8569  +0,0  0,0002     0,8567   0,8569 
USD/JPY          159,26  -0,0  -0,0300     159,29  159,3100 
GBP/USD          1,3595  +0,0  0,0002     1,3593   1,3595 
USD/CNY          6,7198  -0,0  -0,0027     6,7225   6,7225 
USD/CNH          6,719  -0,0  -0,0026     6,7216   6,7234 
AUS/USD          0,7196  +0,4  0,0029     0,7167   0,7169 
Bitcoin/USD      80.428,69  +2,5 1.988,64    78.440,05 78.086,58 
 
ROHOEL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         82,61  +0,5   0,38      82,23 
Brent/ICE         88,86  +1,2   1,02      87,84 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.608,95  +0,4   16,92    4.592,03 
Silber           69,42  +1,9   1,32      68,10 
Platin         1.839,25  +0,5   9,97    1.829,28 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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August 27, 2026 12:22 ET (16:22 GMT)

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