
© Foto: Redaktion; KI generiert
Ein Kurssturz von über 10 Prozent an einem einzigen Tag und das trotz allem, dass der Umsatz um 74 Prozent wächst! Bei DroneShield passen die Schlagzeilen und die Zahlen teilweise gerade überhaupt nicht zusammen. Während Anleger auf den Nettoverlust starren, füllt sich das Auftragsbuch des australischen Drohnenabwehr-Spezialisten munter weiter. Und dann ist da noch der Chart mit seinen Signalen. Knapp unter einem Euro könnte sich gerade ein spannendes Muster bilden, das aufmerksame Trader hellhörig machen sollte. Lohnt sich jetzt der Einstieg, oder ist das nur die nächste Falle? Wir schauen genauer hin.
Wachstum mit Schönheitsfehlern
DroneShield hat seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Der Umsatz kletterte um 74 Prozent auf 125,8 Millionen Australische Dollar. Noch beeindruckender sind wohl die wiederkehrenden Softwareerlöse. Diese legten um 229 Prozent auf 11,5 Millionen Australische Dollar zu, gestützt von mittlerweile 4.100 installierten Geräten weltweit. Ein Wahnsinnswachstum. Anleger lieben dies! Der Haken folgt auf dem Fuß, denn unter dem Strich stand ein Verlust von 32,2 Millionen Australische Dollar, nach einem Gewinn im Vorjahr! Das ist auch für Anleger hart und die Liebe wird auf eine harte Probe gestellt. Der Markt reagierte prompt und schickte die Aktie zweistellig nach unten. Doch wer genauer hinschaut, findet auch als Anleger wieder schnell Trost, denn die für 2026 bereits fest zugesagten Aufträge kletterten binnen weniger Wochen auf 240 Millionen Australische Dollar. Damit ist die Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen Australische Dollar fast schon eingetütet. Dazu kommt eine schuldenfreie Bilanz mit 180 Millionen Australische Dollar an liquiden Mitteln. Operativ läuft also einiges richtig, auch wenn die laufende Prüfung der australischen Finanzaufsicht ASIC weiter wie ein Schatten über der Aktie hängt.
Das schafft Unruhe und fördert nicht gerade das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit.

Charttechnik
Der Kurs hat zuletzt weiter zur Talfahrt angesetzt und notiert nur noch knapp über der Ein-Euro-Marke. Genau dort wird es jetzt interessant. Bereits im November 2025 fand die Aktie unterhalb von 1 Euro, genauer gesagt bei 0,82 Euro, einen Boden. Bildet sich jetzt ein zweiter Tiefpunkt auf ähnlichem Niveau, spricht man von einem Doppeltief, was eines der zuverlässigeren Umkehrsignale in der Charttechnik ist. Ebenfalls spannend ist, dass der RSI bereits mehrere Divergenzen aufzeigt. Während der Kurs neue Tiefs markiert, fällt der Indikator nicht mehr entsprechend mit. Der Verkaufsdruck lässt also unter der Oberfläche nach, auch wenn der Chart das noch nicht zeigt. Genau solche Divergenzen gehen häufig einer Erholung voraus. Sollte sich das Doppeltief bestätigen, wäre eine Gegenbewegung Richtung 1,30 bis 1,50 Euro durchaus denkbar.
Was tun?
Die Lage bleibt schwierig, denn auf der einen Seite ist DroneShield ein Unternehmen mit hohem Wachstum, prallem Auftragsbuch und realer Nachfrage, man denke nur an den Einsatz beim FIFA World Cup, wo die Systeme 184 Drohnen aufspürten. Auf der anderen Seite ein tiefroter Verlust und eine ASIC-Untersuchung, die einfach nicht zu Ende gehen will. Für risikofreudige Anleger könnte die charttechnische Konstellation nahe der Ein-Euro-Marke, bzw. darunter einen ersten kleinen Einstieg rechtfertigen, idealerweise mit engem Stopp unter dem November-Tief. Wer bereits investiert ist, kann angesichts der starken Auftragslage gelassen bleiben. Ein Alles-oder-Nichts-Kauf "verbietet" sich aber eher, auch angesichts der offenen ASIC-Prüfung und der hohen Schwankungsbreite weiterhin.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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