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Kupfer entwickelt sich für den weltgrößten börsennotierten Bergbaukonzern vom wichtigen Rohstoff zum entscheidenden Wachstumsmotor. BHP (ISIN: AU000000BHP4) legte am 18. August seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 vor. Diese Zahlen zeigen einen bemerkenswerten Machtwechsel innerhalb des Konzerns. Erstmals erwirtschafteten die Kupferaktivitäten mit 54 Prozent die Mehrheit des bereinigten Konzern-EBITDA. Mehr als 18 Mrd. US-Dollar steuerte Kupfer bei, 48 Prozent mehr als im Vorjahr, während der bereinigte zurechenbare Gewinn des Konzerns um 30 Prozent auf 13,2 Mrd. US-Dollar stieg. Doch BHP will den Rückenwind nicht einfach mitnehmen. Der Konzern bereitet weitere milliardenschwere Investitionen vor und will seine Kupferproduktion langfristig erheblich ausbauen. Für Anleger stellt sich damit eine interessante zweite Frage: Wer profitiert eigentlich von der Infrastruktur hinter diesem Kupferboom? Denn neue und größere Minen brauchen nicht nur Maschinen und Energie, sondern auch Wasseraufbereitung, Prozesschemikalien und laufende industrielle Dienstleistungen. Genau dort bewegt sich De.mem (ISIN: AU000000DEM4).
Kupfer verdrängt bei BHP sogar Eisenerz
Wie tiefgreifend der Wandel bei BHP inzwischen ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Das bereinigte EBITDA des Kupfersegments erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr 18,2 Mrd. US-Dollar und übertraf damit erstmals deutlich den Beitrag des traditionellen Kerngeschäfts mit Eisenerz. Dort erzielte BHP 14,5 Mrd. US-Dollar. Die EBITDA-Marge im Kupfergeschäft lag bei beeindruckenden 70 Prozent. Gleichzeitig investierte BHP im vergangenen Geschäftsjahr rund 4,6 Mrd. US-Dollar in seine Kupferaktivitäten und erwartet für das laufende Geschäftsjahr rund 5,4 Mrd. US-Dollar an Kapital- und Explorationsausgaben in diesem Segment. Hinter dieser Verschiebung steckt eine langfristige Wette: Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und zunehmend auch der Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur treiben den erwarteten Kupferbedarf. BHP geht davon aus, dass allein die mit Rechenzentren verbundene Kupfernachfrage zwischen 2024 und 2050 etwa auf das Sechsfache steigen könnte.
South Australia soll zum nächsten Kupfer-Schwergewicht werden
Ein zentraler Baustein dieser Strategie liegt ausgerechnet in Australien. BHP bündelt unter Copper South Australia unter anderem Olympic Dam, Carrapateena und Prominent Hill. Im Geschäftsjahr 2026 produzierte der Bereich rund 321.000 Tonnen Kupfer. Nun arbeitet der Konzern an mehreren Projekten, die diese Größenordnung erheblich verändern könnten. In einer ersten Phase soll die Produktion nach den aktuellen Plänen auf rund 500.000 Tonnen Kupfer pro Jahr steigen. In einer zweiten Phase verfolgt BHP die strategische Ambition, bis zu rund 650.000 Tonnen jährlich zu erreichen. Einschließlich der Nebenprodukte würde dies nach Angaben des Konzerns einer Kupferäquivalent-Produktion von rund einer Million Tonnen pro Jahr entsprechen. Allein Copper South Australia erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 6,0 Mrd. US-Dollar Umsatz und 3,2 Mrd. US-Dollar bereinigtes EBITDA. Der Konzern verfügt damit über einen starken finanziellen Anreiz, die Region weiter auszubauen.
Der Kupferboom braucht mehr als neue Minen
An der Börse richtet sich der Blick bei solchen Ausbauplänen meist auf den Kupferpreis und die zusätzlichen Produktionsmengen. Doch eine Mine ist ein komplexes industrielles System. Erze müssen verarbeitet, Anlagen betrieben, Chemikalien eingesetzt und große Mengen Wasser gemanagt werden. Je größer die Produktion wird, desto größer werden tendenziell auch die Anforderungen an die Infrastruktur rund um den eigentlichen Abbau. Genau hier entsteht die Brücke zu Unternehmen wie De.mem. Der australische Wasserspezialist entwickelt und betreibt dezentrale Systeme zur Wasser- und Abwasseraufbereitung und erzielt darüber hinaus Erlöse mit Wartung, Verbrauchsmaterialien, Membranen und Spezialchemikalien. Bergbauunternehmen gehören bereits zum Kundenkreis der Gruppe. De.mem ist damit kein Kupferproduzent und auch kein direkter Profiteur steigender Kupferpreise. Das Unternehmen liefert vielmehr Produkte und Dienstleistungen, die für den laufenden Betrieb industrieller und bergbaunaher Anlagen benötigt werden können.
De.mem hat seine Bergbau-Story deutlich verbreitert
Diese Position ist interessanter geworden, seit De.mem Ende 2025 Core Chemicals übernommen hat. Damit hat das Unternehmen sein bisheriges Wasseraufbereitungsgeschäft um Prozesschemikalien für den Bergbau ergänzt. Core Chemicals beliefert insbesondere Goldminen und erzielte vor der Übernahme rund 4 Mio. AUD Jahresumsatz. Nach Angaben von De.mem betreute die kombinierte Gruppe zum Zeitpunkt der Akquisition insgesamt 33 Goldminen in Australien und sah bei weiteren rund 142 Minen potenzielles Neukundengeschäft. Für die Investmentstory ist dabei weniger entscheidend, ob De.mem unmittelbar vom konkreten Ausbau eines einzelnen BHP-Standorts profitiert. Dafür gibt es derzeit keinen belastbaren Hinweis. Interessanter ist das größere Bild: Wenn Bergbaukonzerne Milliarden in zusätzliche Produktionskapazitäten investieren, wächst gleichzeitig ein industrielles Ökosystem aus Wassertechnik, Chemikalien, Wartung und anderen Dienstleistungen mit.
Wiederkehrende Erlöse könnten zum entscheidenden Hebel werden
Gerade hier unterscheidet sich das Geschäftsmodell von De.mem von einem klassischen Anlagenbauer. Mehr als 90 Prozent der Umsätze stammen inzwischen aus wiederkehrenden Bereichen. Dazu zählen unter anderem langfristige Service- und Wartungsverträge, Spezialchemikalien und Verbrauchsmaterialien. Das ist für Anleger deshalb relevant, weil eine installierte Anlage oder ein gewonnener Industriekunde über Jahre weitere Erlöse erzeugen kann. Membranen und Filter müssen ersetzt, Chemikalien nachbestellt und Anlagen gewartet werden. Mit Core Chemicals kann De.mem dieses Modell zusätzlich auf weitere Teile der Wertschöpfungskette im Bergbau ausweiten. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die bestehenden Kundenbeziehungen tatsächlich für Cross-Selling nutzen und neue Minenbetreiber gewinnen kann.
Die Zahlen geben De.mem mehr Substanz
Operativ hat sich De.mem zuletzt deutlich weiterentwickelt. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um 20 Prozent auf den Rekordwert von 29,9 Mio. AUD. Die Bruttomarge erreichte 43 Prozent, während das bereinigte EBITDA mit 1,6 Mio. AUD erstmals über ein vollständiges Kalenderjahr positiv war. Gleichzeitig kamen mehr als 90 Prozent der Erlöse aus wiederkehrenden Segmenten. Auch 2026 setzte sich die Entwicklung zunächst fort: Im März-Quartal erreichten die Zahlungseingänge mit 10,4 Mio. AUD einen neuen Quartalsrekord. Der operative Cashflow war mit 504.000 AUD positiv. Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist insbesondere die Kombination aus Wachstum und wiederkehrenden Umsätzen interessant. Sie könnte De.mem ermöglichen, von einem expandierenden industriellen Kundenstamm zu profitieren, ohne ausschließlich von immer neuen Großprojekten abhängig zu sein.
BHP zeigt, welche Dimension der nächste Rohstoffzyklus erreichen könnte
BHPs Zahlen liefern dafür einen aktuellen Gradmesser. Der Konzern produzierte im vergangenen Geschäftsjahr knapp zwei Millionen Tonnen Kupfer und verfügt nach eigenen Angaben über das weltweit größte Kupferportfolio. Gleichzeitig verfolgt er weitere Wachstumsoptionen in Australien, Chile, Argentinien und den USA. Wenn einer der größten Bergbaukonzerne der Welt einen immer größeren Teil seines Kapitals in Kupfer lenkt, ist das ein Signal weit über BHP hinaus. Neue Produktionskapazitäten benötigen über Jahrzehnte hinweg Infrastruktur und industrielle Dienstleistungen. Genau diese zweite Ebene des Rohstoffbooms könnte für kleinere Spezialanbieter interessant werden. Allerdings dürfen Anleger daraus keine automatische Umsatzsteigerung für De.mem ableiten. Zwischen einem Milliardeninvestment von BHP und einem konkreten Auftrag für De.mem besteht ein erheblicher Unterschied.
Fazit: Der zweite Gewinner des Kupferbooms?
BHP hat mit seinen aktuellen Zahlen deutlich gemacht, wohin die Reise geht. Kupfer erwirtschaftet inzwischen mehr als die Hälfte des bereinigten Konzern-EBITDA, Milliarden fließen in bestehende und zukünftige Produktionskapazitäten und allein in South Australia könnte die Kupferproduktion langfristig erheblich steigen. Der offensichtlichste Weg, an diesem Trend teilzuhaben, führt über die großen Minenkonzerne selbst. Doch dahinter entsteht ein zweiter Markt: Wasseraufbereitung, Prozesschemikalien, Wartung und industrielle Dienstleistungen werden benötigt, damit Minen überhaupt dauerhaft produzieren können. De.mem steht mit seinem erweiterten Geschäftsmodell an dieser Schnittstelle. Noch ist das Unternehmen klein, 2025 blieb auf Nettoebene ein Verlust bestehen und konkrete Aufträge aus BHPs aktuellen Ausbauplänen sind nicht bekannt. Sollte der australische Bergbausektor jedoch tatsächlich in eine neue Investitionsphase eintreten und De.mem (ISIN: AU000000DEM4) seine Kundenbasis dort weiter ausbauen, könnte der Kupferboom dem Wasserspezialisten auf einem indirekten, aber durchaus interessanten Weg in die Karten spielen.

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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
BHP - Financial results for the year ended 30 June 2026
https://www.bhp.com/investors/financial-results-operational-reviews/financial-results
BHP - Operational review for the year ended 30 June 2026
https://www.bhp.com/-/media/documents/media/reports-and-presentations/2026/260716_bhpoperationalreviewfortheyearended30june2026.pdf
Reuters - BHP profit tops estimates as copper powers growth, to pay highest dividend in 4 years
https://www.reuters.com/business/energy/bhp-profit-tops-estimates-copper-powers-growth-highest-dividend-4-years-2026-08-17/
Australian Financial Review - BHP's big build gets under way as copper boom sends profits soaring
https://www.afr.com/companies/mining/soaring-copper-prices-turn-into-bumper-bhp-payday-as-profits-lift-9pc-20260817-p60p1y
De.mem - 2025 Appendix 4E and Annual Report
https://data-api.marketindex.com.au/api/v1/announcements/XASX%3ADEM%3A6A1314119/pdf/inline/2025-appendix-4e-and-annual-report
De.mem - Core Chemicals Acquisition
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2025/10/Core-Chemicals-release.pdf
De.mem - March 2026 Quarterly Activities Report
https://openbriefing.com/AsxDownload.aspx?pdfUrl=Report%2FComNews%2F20260424%2F03082151.pdf
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