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Wasser wird für den Bergbau zunehmend zu einer strategischen Ressource. Wie ernst die großen Rohstoffkonzerne das Thema inzwischen nehmen, zeigt ein Milliardenprojekt in Westaustralien: Rio Tinto (ISIN: GB0007188757) und die Regierung von Western Australia treiben gemeinsam die Dampier Seawater Desalination Plant in der Pilbara voran. Das Projekt verfügt über ein Baubudget von 1,1 Mrd. AUD und soll nach Fertigstellung jährlich acht Milliarden Liter entsalztes Wasser in das Versorgungssystem der West Pilbara einspeisen. Ende Juli folgte bereits die nächste Entwicklung: Rio Tinto und die Regierung unterzeichneten unverbindliche Vereinbarungen über einen möglichen Verkauf ihrer jeweiligen 50-Prozent-Anteile an Yindjibarndi WaterCo. Rio Tinto soll die Bauarbeiten zunächst weiter managen und nach aktueller Planung langfristig vier Milliarden Liter Wasser pro Jahr aus der Anlage beziehen. Die Dimension des Projekts zeigt, wie eng Bergbau, industrielle Expansion und Wasserversorgung inzwischen miteinander verbunden sind. Und genau an dieser Schnittstelle bewegt sich auch ein wesentlich kleineres australisches Unternehmen: De.mem (ISIN: AU000000DEM4).
Acht Milliarden Liter Wasser für eine der wichtigsten Bergbauregionen der Welt
Die Pilbara gehört zu den bedeutendsten Rohstoffregionen Australiens und ist insbesondere für ihre gewaltige Eisenerzindustrie bekannt. Rio Tinto betreibt dort ein weit verzweigtes Netzwerk aus Minen, Bahnstrecken und Häfen und feierte im Mai 2026 bereits die Verschiffung der achtmilliardsten Tonne Eisenerz aus der Region. Doch Bergbau benötigt nicht nur Maschinen, Energie und Arbeitskräfte. Wasser ist ebenfalls ein kritischer Faktor. Nach Angaben von Rio Tinto lagen Niederschläge und Wasserzuflüsse in der West Pilbara während der vergangenen fünf Jahre häufig unter dem langfristigen Durchschnitt. Dadurch wurde die Neubildung wichtiger Grundwasservorkommen beeinträchtigt. Die Dampier-Anlage soll deshalb eine stärker klimaunabhängige Wasserversorgung ermöglichen und den Druck auf die Grundwasserleiter Bungaroo und Millstream reduzieren. Die erste Ausbaustufe mit vier Gigalitern jährlicher Kapazität soll 2026 fertiggestellt werden, erstes Wasser wird Anfang 2027 erwartet. Der Bau der zweiten Stufe mit weiteren vier Gigalitern Jahreskapazität hat ebenfalls begonnen. Die Botschaft dahinter ist deutlich: Wasserinfrastruktur ist in großen Bergbauregionen längst keine Nebensache mehr.
De.mem sitzt an einer interessanten Schnittstelle
Genau hier wird De.mem interessant. Das Unternehmen baut selbstverständlich keine 1,1 Mrd. AUD schweren Meerwasserentsalzungsanlagen wie das Projekt in Dampier. Ein solcher Vergleich wäre irreführend. De.mem konzentriert sich vielmehr auf dezentrale Wasser- und Abwasseraufbereitung sowie auf Dienstleistungen, Wartung, Membranen, Verbrauchsmaterialien und Spezialchemikalien für industrielle Kunden. Gerade dezentrale Lösungen können an Minenstandorten relevant sein, weil Wasser direkt vor Ort behandelt, aufbereitet oder wiederverwendet werden muss. Besonders interessant: Die Verbindung zwischen Rio Tinto und De.mem ist nicht rein theoretischer Natur. Rio Tinto zählt zum Kundenkreis der De.mem-Gruppe; De.mem hat in der Vergangenheit unter anderem Betriebs- und Wartungsleistungen für Wasser- und Abwasseranlagen an einem Rio-Tinto-Minenstandort erbracht. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass De.mem an der Dampier-Entsalzungsanlage beteiligt ist. Dafür gibt es keine belastbaren Hinweise. Das Milliardenprojekt zeigt jedoch, welche strategische Bedeutung Wasser für einen Bergbaukonzern besitzt, mit dem De.mem bereits Geschäftserfahrung hat.
Aus dem Wasserspezialisten wird zunehmend ein Bergbau-Zulieferer
Noch interessanter wird die Geschichte durch die Entwicklung des Geschäftsmodells von De.mem. Mit der zum 1. November 2025 abgeschlossenen Übernahme von Core Chemicals hat das Unternehmen seine Position im Bergbausektor deutlich erweitert. Core Chemicals liefert Prozesschemikalien an Goldminen, die unter anderem zur Optimierung der Goldgewinnung und zur Rückgewinnung von Gold aus Raffinerierückständen eingesetzt werden. Vor der Übernahme erwirtschaftete Core Chemicals nach Angaben von De.mem rund 4 Mio. AUD Umsatz und belieferte 18 Goldminen in Western Australia. Zusammen mit den 15 bereits von De.mem betreuten Goldminenstandorten kam die Gruppe damit auf 33 Goldminenbetriebe. Gleichzeitig sieht das Unternehmen erhebliches Cross-Selling-Potenzial: In Australien gibt es nach den von De.mem verwendeten Marktdaten rund 175 Goldminen. Nach Unternehmensangaben werden 142 davon bislang weder von De.mem noch von Core Chemicals bedient. Hier liegt ein wichtiger Punkt der Investmentstory. De.mem muss nicht ausschließlich darauf warten, neue Wasseraufbereitungsanlagen zu verkaufen. Chemikalien, Serviceleistungen, Verbrauchsmaterialien und Wartung können regelmäßig benötigt werden und ermöglichen dem Unternehmen, bestehende Kundenbeziehungen schrittweise auszubauen.
Rekordumsatz und steigende Margen
Die Strategie beginnt sich auch in den Zahlen widerzuspiegeln. 2025 steigerte De.mem den Umsatz um 20 Prozent auf den Rekordwert von 29,9 Mio. AUD. Die Zahlungseingänge erhöhten sich um 14 Prozent auf 32,3 Mio. AUD, während die Bruttomarge auf 43 Prozent stieg. Gleichzeitig erzielte das Unternehmen mit 1,6 Mio. AUD erstmals über ein vollständiges Kalenderjahr ein positives bereinigtes EBITDA. Besonders interessant ist die Struktur der Erlöse: Mehr als 90 Prozent stammen inzwischen aus wiederkehrenden Bereichen wie langfristigen Serviceverträgen, Spezialchemikalien, Verbrauchsmaterialien und Wartungsleistungen. Im März-Quartal 2026 setzte sich die Entwicklung fort. Mit rund 10,4 Mio. AUD erzielte De.mem die höchsten vierteljährlichen Zahlungseingänge seiner bisherigen Unternehmensgeschichte - ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Gleichzeitig lag der operative Cashflow im Quartal mit 504.000 AUD im positiven Bereich. Damit hatte De.mem zu diesem Zeitpunkt bereits 28 Quartale in Folge höhere Zahlungseingänge als im jeweiligen Vorjahresquartal erzielt.
Warum der Bergbau für De.mem noch wichtiger werden könnte
Der entscheidende Punkt ist nicht allein der steigende Wasserbedarf. Minengesellschaften müssen Wasser effizienter einsetzen, Abwässer behandeln und gleichzeitig die Belastung natürlicher Wasserressourcen reduzieren. Für Anbieter von Wassertechnik, Dienstleistungen und Prozesschemikalien entsteht daraus ein Markt, der von der langfristigen Aktivität des Rohstoffsektors profitieren kann. De.mem hat sich mit seinen Aktivitäten in Australien und der Übernahme von Core Chemicals stärker auf genau diese Schnittstelle ausgerichtet. Der Vorteil des Geschäftsmodells liegt potenziell in der Wiederkehr der Erlöse: Chemikalien werden verbraucht, Filter und Membranen müssen ersetzt, Anlagen gewartet und Wasseraufbereitungsprozesse dauerhaft betrieben werden. Gelingt es De.mem, zusätzliche Bergbauunternehmen als Kunden zu gewinnen und gleichzeitig mehr Produkte an bestehende Kunden zu verkaufen, könnte der Umsatz pro Kundenbeziehung steigen, ohne dass das Wachstum ausschließlich von einzelnen Großprojekten abhängig wäre.
Die Größenverhältnisse dürfen Anleger nicht vergessen
Trotz der positiven Entwicklung bleibt De.mem ein kleines Unternehmen und damit eine deutlich spekulativere Anlage als ein globaler Bergbaukonzern wie Rio Tinto. Vor allem darf die 1,1-Mrd.-AUD-Investition in Dampier nicht als konkretes Auftragspotenzial für De.mem verstanden werden. De.mem ist nach den derzeit verfügbaren Informationen nicht an diesem Projekt beteiligt. Auch die bestehende Kundenhistorie mit Rio Tinto ist kein Beleg dafür, dass daraus automatisch neue Aufträge entstehen. Entscheidend ist vielmehr das strukturelle Signal: Einer der größten Bergbaukonzerne der Welt und die Regierung von Western Australia stellen erhebliche Mittel für die langfristige Wasserversorgung einer zentralen Rohstoffregion bereit, während De.mem sein eigenes Geschäft mit Bergbaukunden ausbaut. Hinzu kommt ein weiterer Risikopunkt: Trotz des positiven bereinigten EBITDA blieb De.mem 2025 unter dem Strich noch in der Verlustzone. Der Nettoverlust nach Steuern lag bei rund 2,0 Mio. AUD. Anleger sollten deshalb neben dem Umsatzwachstum insbesondere Margen, Cashflow und die erfolgreiche Integration von Core Chemicals beobachten.
Fazit: Wasser wird zur Infrastruktur des Rohstoffbooms
Bergbau wird an der Börse häufig über Rohstoffpreise, neue Minen und steigende Produktionsmengen betrachtet. Doch je stärker Rohstoffregionen wie die Pilbara wachsen, desto wichtiger wird die Infrastruktur hinter den Minen. Das 1,1 Mrd. AUD schwere Dampier-Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Wasser dabei eine Schlüsselrolle spielt. Für De.mem entsteht daraus keine automatische Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen muss neue Kunden gewinnen, bestehende Beziehungen ausbauen und beweisen, dass sich das Wachstum dauerhaft in steigende Ergebnisse und Cashflows übersetzen lässt. Die Ausgangslage ist jedoch interessanter geworden: Rekordumsätze, mehr als 90 Prozent wiederkehrende Erlöse, steigende Zahlungseingänge und die stärkere Positionierung im Bergbausektor treffen auf einen Markt, in dem selbst Konzerne wie Rio Tinto Milliardenprojekte zur Sicherung der Wasserversorgung vorantreiben. Sollte De.mem (ISIN: AU000000DEM4) seine Position bei Bergbaukunden konsequent ausbauen, könnte Wasser im anhaltenden Rohstoffboom zu einem wichtigen Wachstumstreiber für das Unternehmen werden.

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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
https://www.demembranes.com
Land: Australien
Quellen:
Rio Tinto - Rio Tinto and WA Government sign agreements with Yindjibarndi WaterCo for proposed sale of
Dampier Seawater Desalination Plant
https://www.riotinto.com/en/news/releases/2026/rio-tinto-and-wa-government-sign-agreements-with-yindjibarndi-waterco-for-proposed-sale-of-dampier-seawater-desalination-plant
Rio Tinto - Rio Tinto and WA Government partner to expand Dampier Seawater Desalination Plant
https://www.riotinto.com/news/releases/2026/rio-tinto-and-wa-government-partner-to-expand-dampier-seawater-desalination-plant
Rio Tinto - Our contribution to Western Australia
https://www.riotinto.com/en/operations/anz/rio-tinto-into/our-contribution-to-western-australia
De.mem - 2025 Appendix 4E and Annual Report
https://data-api.marketindex.com.au/api/v1/announcements/XASX%3ADEM%3A6A1314119/pdf/inline/2025-appendix-4e-and-annual-report
De.mem - CEO Letter to Shareholders / AGM Presentation, 26 May 2026
https://data-api.marketindex.com.au/api/v1/announcements/XASX%3ADEM%3A6A1326977/pdf/inline/ceo-agm-presentation
De.mem - March 2026 Quarterly Activities Report
https://openbriefing.com/AsxDownload.aspx?pdfUrl=Report%2FComNews%2F20260424%2F03082151.pdf
De.mem - Core Chemicals Acquisition Presentation
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2025/10/Core-Chemicals-presentation.pdf
De.mem - De.mem Grows Revenues at Reduced Cash Outflows
https://demembranes.com/wp-content/uploads/2019/10/De.mem-Grows-Revenues-at-Reduced-Cash-Outflows.pdf
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