
© Foto: Pavel Danilyuk auf Pexels (Symbolbild)
Ein verlorenes Studienduell gegen Eli Lilly und eine Aktie, die schon seit Monaten unter Druck steht. Dennoch kommt gerade jetzt ein Chartsignal, das Hoffnungen weckt und spannend aussieht! Während die Schlagzeilen von CagriSema und dem Wettbewerber Eli Lilly meist im Vordergrund in der Presse sind, kämpft sich der dänische Pharmariese aus dem Keller wieder heraus. Eine Pille statt Spritze, eine KI-Partnerschaft mit AWS, ein gewonnener Patentstreit. Und dann ist da noch dieses Signal, das Charttechniker aufhorchen lässt. Reicht das für eine Trendwende? Wir haben genauer für Sie hingeschaut.
Mehr als nur eine verlorene Studie?!
CagriSema hat die Studie Redefine 4 gegen Eli Lillys Tirzepatid nicht gewonnen. 23,0 Prozent Gewichtsverlust gegenüber 25,5 Prozent. Das tut weh und enttäuscht. Der Kurs reagierte mit einem kurzen Rücksetzer, aber wer nur auf diese eine Zahl starrt, verpasst vielleicht sich das große Bild, das übergeordnete Bild anzuschauen. Novo Nordisk wächst nämlich ganz ordentlich weiter. Im zweiten Quartal 2026 stand ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 12,1 Milliarden US-Dollar zu Buche, die Jahresprognose wurde bestätigt. CEO Mike Doustdar sagt: "Der Konzern kontrolliert weiterhin rund 90 Prozent des oralen GLP-1-Marktes." Das ist eine Hausnummer, die so schnell niemand streitig macht. Und das ist die eigentliche Zukunftswette, nämlich die Wegovy-Pille. Sie startet demnächst in Deutschland, läuft in den USA und Großbritannien bereits richtig gut an. Eine Tablette statt Spritze, das senkt die Hürde für viele Patienten enorm, gerade für alle mit Spritzenangst oder Problemen bei der Kühlkette. Parallel treibt Novo Nordisk mit der Studie OASIS-5 die ideale Dosierung voran, und mit einer frischen KI-Partnerschaft mit AWS soll die Medikamentenentwicklung spürbar schneller werden. Wer glaubt, der Konzern verlasse sich nur auf eine Spritze, der irrt gewaltig. Auch beim Kapitalmanagement zeigt sich Stärke. Das Rückkaufprogramm läuft munter weiter, allein zwischen dem 17. und 21. August wurden über eine Million eigene Aktien eingesammelt. Ein Management, das in unruhigen Zeiten Aktien zurückkauft, glaubt an seine eigene Bewertung und tut auch damit etwas für den Aktienkurs.

Charttechnik
Jetzt wird es charttechnisch richtig interessant, denn der 50er SMA hat vor Kurzem den 200er SMA von unten nach oben gekreuzt. Charttechniker nennen das ein goldenes Kreuz, und es zählt zu den verlässlicheren mittelfristigen Kaufsignalen überhaupt. Der Kurs selbst pendelt sich gerade bei rund 41 Euro ein, nahe am eigenen 50-Tage-Schnitt. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen zwar noch ein paar Euro, aber auch genau darin liegt die Chance. Bestätigt sich das goldene Kreuz, wäre ein Anlauf Richtung 50 Euro durchaus realistisch, mit Potenzial darüber hinaus. Der RSI notiert im neutralen Bereich bei ziemlich genau 50 Punkten, weder überkauft noch überverkauft. Platz nach oben ist also für einen weiteren Anstieg vorhanden.
Was tun?
Die Lage bei Novo Nordisk ist keineswegs nur einseitig, aber die Waage neigt sich momentan eher zur positiven Seite, wenn man es etwas wohlwollend sieht. Auf der einen Seite steht ein verlorenes Studienduell, das der Wachstumsstory einen Kratzer verpasst hat. Auf der anderen Seite ein Konzern, der operativ wächst, seinen Aktienrückkauf durchzieht und mit der Wegovy-Pille eine ganz neue Wachstumschance sich aufbaut. Für Anleger mit etwas Geduld bietet das noch recht frische goldene Kreuz einen attraktiven Einstiegszeitpunkt, idealerweise mit einem Stopp unterhalb des jüngsten Zwischentiefs. Ein Freibrief auf Kursgewinne ist das trotzdem nicht, da die Konkurrenz durch Eli Lilly hart im Nacken sitzt und der Erfolg der Pillen-Strategie sich erst über die kommenden Jahre zeigen dürfte.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




