
© Foto: Rock Staar auf Unsplash (Symbolbild)
Die Sportartikelbranche generell, egal ob Adidas, Nike oder Puma, steckt im Umbruch. Puma spürt das besonders deutlich. Weniger Umsatz, ein Verlust im zweiten Quartal, dazu Gegenwind von großen Handelspartnern und trotzdem zieht die Marge an. Der Ausblick steht und charttechnisch könnte es schon bald interessant werden. Wir schauen uns an, wie es um Puma wirklich steht und worauf Anleger jetzt achten sollten.
Zahlen und Nachrichtenlage
Puma hat es aktuell nicht leicht. Im zweiten Quartal ging der Umsatz währungsbereinigt um 9,4 Prozent auf rund 1,69 Milliarden Euro zurück, unterm Strich blieb ein Verlust von 72,8 Millionen Euro. Schuld daran ist ein schwächelndes Großhandelsgeschäft in Europa und Amerika. Hinzu kommt, dass der Nahost-Konflikt die Nachfrage in einigen Märkten spürbar belastet. Immerhin ist das operative Ergebnis mit -53,1 Millionen Euro besser ausgefallen als im Vorjahr. Ebenso positiv ist, dass die Bruttomarge auf 48 Prozent angestiegen ist. Grund dafür sind günstigere Einkaufspreise, Zollrückerstattungen und ein besserer Vertriebsmix. Auch der freie Cashflow stieg kräftig auf 328,8 Millionen Euro an. Am Jahresausblick hält Puma fest: So erwartet man einen leichten Umsatzrückgang, ein EBIT zwischen -50 und -150 Millionen Euro. Die ganze Branche leidet gerade. Auch Dick's Sporting Goods und JD Sports senkten zuletzt ihre Prognosen, das drückt dann auch auf Puma, Adidas und Nike.

Charttechnik
Aktuell notiert die Puma-Aktie bei rund 25 Euro. Damit bewegt sich der Kurs unterhalb des 50er SMA, aber noch oberhalb des 200er SMA. Das ist ein spannender Punkt, denn genau dort, wo sich kurz- und langfristiger Trend kreuzen, entscheidet sich oft, wohin die Reise geht. Eine wichtige Unterstützung liegt bei 24,10 und auch bei 24,30 Euro. Hält dieses Niveau, könnte sich hier eine Stabilisierung andeuten und vielleicht sogar ein brauchbarer Einstiegspunkt. Wer über einen Einstieg nachdenkt, könnte sich als Kursziel die Marke um 30 Euro setzen. Das entspricht einem ordentlichen Potenzial von rund 20 Prozent. Zur Absicherung bietet sich ein Stopp von etwa 5 - 10 Prozent unterhalb des Einstiegskurses an. Damit lässt sich das Risiko begrenzen, ohne der Aktie jede Luft zum Atmen zu nehmen. Wichtig bleibt: Rutscht der Kurs klar unter die 22,50 Euro-Marke, wäre das ein Warnsignal.
Was tun?
Die Zahlen bei Puma zeigen weiterhin einen Verlust, das lässt sich nicht schönreden. Gleichzeitig verbessert sich aber die Marge spürbar, der Cashflow stimmt positiv und das Management hält an seinen Zielen fest. Auch charttechnisch gibt es Hoffnung. Der Kurs versucht sich gegen den Abwärtstrend zu stemmen und ein Halten der Unterstützung um die 24,00 - 24,30 Euro könnte neue Kaufinteressenten anlocken. Die Nachrichtenlage bleibt aber angespannt. Schwache Signale aus dem US-Einzelhandel, sinkende Prognosen bei wichtigen Handelspartnern und ein zäher Branchenwettbewerb sprechen gegen zu viel Euphorie. Wer trotzdem einsteigen möchte, sollte das mit klarem Kopf tun. Ein realistisches Kursziel bei 30 Euro im Blick, dazu ein geeigneter Stopp und dann bleibt das Risiko überschaubar, während die Chance auf eine Erholung erhalten bleibt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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