FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Dax-Korrektur nach dem jüngsten Rekordhoch hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Der deutsche Leitindex weitete im Sog weiter steigender Ölpreise, anhaltend hoher Anleihezinsen und tiefroter asiatischer Börsen seine anfänglichen Verluste aus. Um die Mittagszeit notierte er 0,69 Prozent tiefer bei 25.791 Punkten.
Damit entfernte er sich weiter von der viel beachteten Marke von 26.000 Punkten. Die für den kurz- bis mittelfristigen Trend wichtigen 50-Tage-Linie, die aktuell bei 25.646 Punkten verläuft, kommt zunehmend in Sichtweite. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab zuletzt um 1,24 Prozent auf 31.774 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,4 Prozent.
Der New Yorker Tech-Index Nasdaq 100 hatte am Dienstag letztlich 1,3 Prozent verloren. In Asien wiesen die technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi, der japanische Nikkei 225 und der taiwanische Topix am Mittwoch Abschläge von bis zu 4 Prozent aus.
Die USA und der Iran greifen sich weiter gegenseitig an, was die Ölpreise nach oben treibt. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain. Diese Staaten sind mit Washington verbündet und beherbergen US-Militärstützpunkte. In der umkämpften Straße von Hormus - einer internationalen wichtigen Transportroute - fuhren iranischen Angaben zufolge zudem zwei Öltanker auf Seeminen.
Er bleibe trotz des kurzfristigen Drucks auf die Kurse positiv für die Aktienmärkte der Eurozone gestimmt, betonte indes Mark Haefele, der für die Vermögensverwaltung bei der Schweizer Großbank UBS verantwortlich zeichnet. Da er die Inflationsentwicklung vor allem den steigenden Energiepreisen geschuldet sieht, geht er nicht davon aus, dass die als sicher geltende Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) kommende Woche einen generellen Zinserhöhungszyklus einleitet. Haefele verwies zudem auf die weiter anziehende Wirtschaftsaktivität, die stärkeren Unternehmensgewinne und die vernünftigen Bewertungen als Ausgangspunkt für steigende Aktienkurse.
Am deutschen Markt stach zur Wochenmitte Gea mit einem Kursrückgang um 3,1 Prozent auf 64,80 Euro heraus. Hier belastete eine Platzierung. Die staatliche Kuwait Investment Authority (KIA) bietet rund fünf Millionen Aktien des Anlagenbauers zu einem Preis von 64,85 bis 65,50 Euro je Anteilsschein an, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Laut Gea lag die Beteiligung des kuwaitischen Staatsfonds zuletzt bei 10,5 Prozent. Dieser gilt als einer der wichtigsten und langjährigsten Großaktionäre.
Die Volkswagen (VW) -Titel büßten 3,1 Prozent ein. Der Autobauer muss den EuroStoxx 50 am 21. September verlassen, wie der Indexanbieter ISS Stoxx am Dienstagabend bekannt gab. Angesichts der Krise der Wolfsburger ist der Aktienkurs seit Jahresbeginn um mehr als ein Viertel gesunken. Überraschend kommt der Abstieg aus dem europäischen Leitindex einem Händler zufolge nicht.
Zudem müssen der Flughafenbetreiber Fraport und der Autozulieferer Aumovio ihre Plätze im marktbreiten Stoxx Europe 600 räumen. Während die unveränderten Fraport-Titel der Nachricht trotzten, ging es für Aumovio im schwachen Branchenumfeld um 3,1 Prozent nach unten.
Derweil zählte die Deutsche Bank mit einem Kursgewinn von 0,6 Prozent zu den besten Dax-Werten. Die Aktien erreichten zeitweise den höchsten Stand seit Anfang 2014. Chris Hallam von der US-Investmentbank Goldman Sachs hob sein Votum an und rät nun zum Kauf. Er sieht die Frankfurter am Beginn einer "Ära höherer Profitabilität" und betonte zudem die günstige Bewertung.
Bei Index-Spitzenreiter Adidas konnten sich die Anleger über eine Kurserholung von 1,2 Prozent freuen. Die britische Investmentbank Barclays nahm die Bewertung des Sportwarenherstellers mit einer positiven Anlageempfehlung auf. Die neu verantwortliche Analystin Viktoria Petrova sieht insbesondere die Innovationstage der Herzogenauracher am 23. und 24. September als Kurstreiber./gl/stk
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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