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Small- & Micro Cap Investment
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2,5 Billionen Dollar verschwinden durch Rost: Warum Graphen plötzlich zum Klimawerkstoff werden könnte

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Die Welt dürfte die im Pariser Klimaabkommen verankerte Schwelle von 1,5 Grad Erwärmung bereits "innerhalb weniger Jahre" überschreiten. Das UN-Umweltprogramm UNEP warnt zugleich, dass die globale Erwärmung unter der gegenwärtigen Politik bis 2100 im Median rund 2,6 Grad erreichen könnte.

Damit wird eine unbequeme Frage für Industrie und Infrastruktur immer wichtiger: Wie lassen sich Emissionen vermeiden, ohne funktionierende Anlagen, Brücken, Pipelines oder Schiffe vorzeitig ersetzen zu müssen?

Eine mögliche Antwort klingt zunächst überraschend: besserer Korrosionsschutz.

Denn ein erheblicher Teil der weltweiten Infrastruktur besteht aus Stahl. Seine Herstellung ist energie- und emissionsintensiv. Korrosion wiederum verkürzt die Lebensdauer dieser Vermögenswerte und zwingt Betreiber zu Wartung, Neubeschichtung und schließlich Ersatz. Je länger vorhandene Stahlkonstruktionen genutzt werden können, desto länger lässt sich auch der CO2-intensive Ersatz hinauszögern.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen Materialtechnologie, Lebensdauer und Emissionsvermeidung positioniert sich Graphen.

Warum Klimaschutz nicht erst beim Neubau beginnt

In der Klimadebatte liegt der Fokus häufig auf neuen Technologien: grüner Stahl, Wasserstoff, erneuerbare Energien oder CO2-Abscheidung. Doch es gibt noch einen zweiten Hebel - bestehende Infrastruktur länger nutzbar zu halten.

Das Problem ist gewaltig. Die weltweiten wirtschaftlichen Kosten von Korrosion werden auf rund 2,5 Billionen US-Dollar jährlich geschätzt. Betroffen sind praktisch alle großen Stahlmärkte: Öl- und Gasinfrastruktur, Bergbauanlagen, Häfen, Schiffe, Brücken und Industrieanlagen.

Beschichtungen bilden dabei die erste Verteidigungslinie. Sie sollen verhindern, dass Wasser, Sauerstoff und aggressive Chemikalien den Stahl erreichen. Versagt die Schutzschicht, beginnt der Korrosionsprozess.

Eine Beschichtung, die länger schützt, könnte deshalb mehr leisten als lediglich Wartungskosten zu reduzieren: Sie könnte auch den Materialverbrauch über den Lebenszyklus einer Anlage senken.

Warum Graphen aus einer Farbschicht eine Barriere machen kann

Graphen besitzt Eigenschaften, die für Schutzbeschichtungen interessant sind. Richtig dispergiert können Graphenpartikel innerhalb einer Beschichtung den Weg erschweren, über den korrosive Stoffe zur Metalloberfläche gelangen.

Sparc Technologies (ISIN: AU0000114XXX) konzentriert sich mit seinem Produkt ecosparc auf genau diese Anwendung. Das Unternehmen produziert dabei nicht selbst Graphen, sondern wählt geeignete Graphenqualitäten aus und verarbeitet sie zu sogenannten "Drop-in"-Additiven für industrielle Beschichtungen.

Nach Unternehmensangaben wurden inzwischen neun Runden zyklischer Korrosionstests nach ISO-Standards sowie mehr als 4.000 zusätzliche Testpaneele durchgeführt. Sparc berichtet bei verschiedenen epoxidbasierten Schutzbeschichtungen von Verbesserungen der Korrosionsperformance von 26 bis 79 Prozent. Hinzu kommen mittlerweile rund zwei Jahre Felddaten aus korrosiven Umgebungen.

Das ist wichtig, denn die Beschichtungsindustrie ist konservativ. Ein neues Additiv muss nicht nur im Labor funktionieren, sondern über lange Zeiträume unter realen Bedingungen reproduzierbare Ergebnisse liefern.

Warum wenige Prozent Material entscheidend sein könnten

Interessant ist dabei die Dosierung. In einem von Sparc dargestellten Beispiel macht ecosparc rund zwei Gewichtsprozent einer Schutzbeschichtung aus. Für einen angenommenen 20-Liter-Behälter mit einem Verkaufspreis von 250 US-Dollar beziffert das Unternehmen den ecosparc-Anteil auf etwa 24 US-Dollar.

Die wirtschaftliche Rechnung hängt damit nicht davon ab, große Mengen Graphen zu verkaufen. Entscheidend ist, ob eine relativ kleine Menge Zusatzstoff die Lebensdauer oder Leistungsfähigkeit eines wesentlich größeren Beschichtungssystems ausreichend verbessert.

Sparc nennt als Größenordnung für den weltweiten Markt für Protective & Marine Coatings bis 2030 rund 25 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl beschreibt allerdings den gesamten Beschichtungsmarkt und ausdrücklich nicht den für Sparc tatsächlich adressierbaren Additivumsatz.

Von AkzoNobel bis zum Bergbau: Jetzt zählt die industrielle Validierung

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht mehr allein die Materialwissenschaft, sondern die Kommerzialisierung.

Sparc arbeitet nach eigenen Angaben seit rund vier Jahren mit der Schutzbeschichtungsindustrie zusammen. Die aktuelle Unternehmenspräsentation nennt AkzoNobel (ISIN: NL0013267909) und weitere Beschichtungshersteller als öffentliche Kooperationspartner beziehungsweise kommerzielle Kunden. Insgesamt weist Sparc 29 Gegenparteien unter aktiven Vertraulichkeitsvereinbarungen, 24 Gegenparteien in aktiven Testprogrammen und Feldversuchen sowie zwei kommerzielle Käufer aus.

Die Präsentation zeigt damit auch, wo das Unternehmen heute steht: ecosparc hat die reine Forschungsphase verlassen, eine breite Marktdurchdringung ist aber noch nicht erreicht.

Sparc beziffert die adressierbare Beschichtungsmenge seiner derzeitigen Tier-1- und Tier-2-Projekte auf rund 51 Millionen Liter pro Jahr. Das Unternehmen warnt selbst ausdrücklich davor, diese Zahl mit künftigem Umsatz gleichzusetzen. Produktionskapazitäten, Spezifikationen, Regulierung, Logistik und Kundenentscheidungen bleiben Hürden.

36 Millionen Tonnen CO2? Warum die Rechnung mit Vorsicht zu lesen ist

Das theoretische Klimapotenzial langlebigerer Beschichtungen kann beträchtlich sein. Stahlproduktion steht für rund sieben Prozent der globalen CO2-Emissionen. Würden verbesserte Beschichtungen beispielsweise die Lebensdauer von fünf Prozent der weltweiten Stahlinfrastruktur um 20 Prozent verlängern, ergibt eine Modellrechnung ein theoretisches Vermeidungspotenzial von rund 36 Millionen Tonnen CO2 jährlich.

Das ist jedoch ein Szenario und keine von Sparc nachgewiesene Emissionsreduktion.

Zwischen besserer Korrosionsperformance im Test und tatsächlich vermiedener Stahlproduktion besteht eine lange Wirkungskette. Dafür müssten Beschichtungen im Feld nachweislich länger halten, Wartungsintervalle verlängern und letztlich den Ersatz von Stahlkonstruktionen verzögern. Erst dann entsteht der entsprechende CO2-Effekt.

Gerade diese Unterscheidung ist für Anleger entscheidend.

Fazit

Die neue UNEP-Warnung zeigt, warum Dekarbonisierung zunehmend über die reine Umstellung der Energieversorgung hinausgehen muss. Wenn die 1,5-Grad-Schwelle bereits innerhalb weniger Jahre überschritten wird, gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie sich die Lebensdauer bereits produzierter, CO2-intensiver Infrastruktur verlängern lässt.

Hier passt Sparc Technologies in das größere Thema. Das Unternehmen verfügt mit ecosparc über ein Graphenadditiv, das nach eigenen Testdaten die Korrosionsperformance verschiedener Epoxidbeschichtungen um 26 bis 79 Prozent verbessern kann. Mehr als 4.000 Testpaneele, laufende Feldversuche und erste kommerzielle Käufer zeigen Fortschritte auf dem Weg aus dem Labor.

Noch nicht bewiesen ist dagegen, in welchem Umfang diese Performance tatsächlich längere Wartungsintervalle, verlängerte Anlagenlebenszeiten und damit messbare CO2-Einsparungen ermöglicht. Für Anleger werden deshalb weitere Produktfreigaben, Kundenkonvertierungen, Langzeit-Felddaten und steigende kommerzielle Volumina entscheidend. Der spannende Klimabeitrag von Graphen könnte am Ende darin liegen, vorhandenen Stahl schlicht länger vor dem Rost zu schützen.


Quellen:
https://grapheneguide.com/blog/graphene-for-decarbonization-five-applications/
https://www.reuters.com/sustainability/cop/global-temperature-rises-exceed-15-celsius-within-few-years-unep-says-2026-09-02/
https://sparctechnologies.com.au/

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Sparc Technologies Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000115750
https://sparctechnologies.com.au/corporate-information/

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