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Bei Graphen entscheidet nicht allein, wie viel Material verfügbar ist. Entscheidend ist, ob genau diese Graphenqualität in einer bestimmten Beschichtung funktioniert. Sparc Technologies (ISIN: AU0000115750) hat dafür nun einen neuen wichtigen Datenpunkt geliefert: Nach 2.688 Stunden beziehungsweise 16 Wochen zyklischer Korrosionsprüfung reduzierte eine Kombination aus ecosparc und Fractal Graphene von HydroGraph Clean Power (ISIN: CA44888L1085) das Korrosionskriechen einer kommerziellen lösemittelbasierten Epoxidbeschichtung um 25% gegenüber der unveränderten Referenz.
Das Ergebnis ist vor allem deshalb interessant, weil Sparc damit nicht einfach eine weitere bessere Testplatte präsentiert. Das Unternehmen qualifiziert gleichzeitig einen möglichen zusätzlichen Graphenlieferanten für ecosparc. Für ein Geschäft, das nach sechs Jahren Entwicklung gerade von Tests in die kommerzielle Produktion wechselt, wird die Rohstoffversorgung zunehmend ebenso wichtig wie die Materialwissenschaft.
Von 6,80 auf 5,13 Millimeter Korrosionskriechen
Die konkreten Messwerte zeigen den Effekt. Nach 2.688 Stunden zyklischer Korrosionsbelastung lag das durchschnittliche Korrosionskriechen der unveränderten Beschichtung bei 6,80 Millimetern. Mit HydroGraphs Graphen innerhalb der ecosparc-Formulierung waren es 5,13 Millimeter - rund ein Viertel weniger.
Damit bestätigen die neuen Tests frühere Ergebnisse aus wasserbasierten Beschichtungssystemen. Dort hatte Sparc mit HydroGraphs Material je nach Testdauer Verbesserungen der Korrosionsbeständigkeit von bis zu 60% gemessen. Nun funktioniert das Graphen auch in einem kommerziellen lösemittelbasierten Epoxidsystem, das näher an klassischen Hochleistungs-Schutzbeschichtungen liegt.
Die Prüfung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Der laufende ISO-12944-Test soll insgesamt 4.200 Stunden beziehungsweise 25 Wochen dauern. Die finalen Ergebnisse werden im November 2026 erwartet. Erst bei positiven Resultaten wollen Sparc und HydroGraph entsprechend ihrer Absichtserklärung über eine definitive kommerzielle Liefer- und Kooperationsvereinbarung verhandeln.
"Graphen ist keine Einheitslösung"
Warum diese Lieferantenqualifizierung so wichtig ist, hat Sparc-Managing-Director Nick O'Loughlin selbst treffend beschrieben: "Graphen ist keine Einheitslösung." Für jede Anwendung müsse das Material richtig verstanden, ausgewählt und charakterisiert werden.
Genau daraus erklärt sich Sparcs Geschäftsmodell. Das Unternehmen produziert das Graphen bewusst nicht selbst, sondern möchte flexibel verschiedene Quellen nutzen. O'Loughlin formuliert den Vorteil so: "Indem wir unabhängig und flexibel bleiben, woher wir unser Graphen beziehen, haben wir die beste Chance, das beste Material für die jeweilige Aufgabe einzusetzen."
Damit unterscheidet sich Sparc von einem Graphenhersteller, der primär möglichst viel des eigenen Materials verkaufen möchte. Sparc startet beim Anwendungsproblem - beispielsweise Korrosion - und sucht anschließend eine geeignete Graphenqualität, die sich reproduzierbar in eine bestehende Beschichtung integrieren lässt.
HydroGraph muss vor allem Konsistenz liefern
HydroGraph produziert sogenanntes Fractal Graphene über ein explosionsbasiertes Syntheseverfahren. Für Sparc ist dabei weniger der ungewöhnliche Produktionsprozess entscheidend als die Frage, ob das Material von Charge zu Charge dieselben Eigenschaften besitzt.
Genau diese Konsistenz ist bei industriellen Beschichtungen entscheidend. Ein Hersteller wie AkzoNobel (ISIN: NL0013267909) kann kein Additiv einsetzen, dessen Partikelstruktur oder Materialeigenschaften zwischen Lieferungen stark schwanken. Die fertige Beschichtung muss immer dieselben Spezifikationen erfüllen, unabhängig davon, wann und wo sie produziert wird.
Die Zusammenarbeit zwischen Sparc und HydroGraph verfolgt deshalb zwei Ziele gleichzeitig. Einerseits soll Fractal Graphene technisch innerhalb von ecosparc funktionieren. Andererseits könnte Sparc damit eine zusätzliche westliche Lieferquelle aufbauen und seine Abhängigkeit von einzelnen Graphenproduzenten reduzieren. Der im März 2026 geschlossene LOI sieht bei erfolgreicher Qualifikation ausdrücklich eine potenzielle kommerzielle Lieferbeziehung vor.
AkzoNobel hat Sparc bereits auf die andere Seite der Lieferkette gebracht
Während HydroGraph am Anfang der Wertschöpfungskette steht, befindet sich AkzoNobel am anderen Ende. Der niederländische Beschichtungshersteller brachte 2026 in Australien eine ecosparc-verstärkte Variante von Interzone 954 auf den Markt.
Für Sparc war dieser Schritt entscheidend, weil Interzone 954 bereits seit mehr als 25 Jahren eingesetzt wird. Die Beschichtung schützt weltweit rund 85 Millionen Quadratmeter Stahl und kommt unter anderem auf Offshore-Anlagen, in der Öl- und Gasindustrie, im Bergbau und auf maritimer Infrastruktur zum Einsatz. Sparc musste also keine neue Farbe erfinden, sondern Graphen erfolgreich in ein bestehendes Industrieprodukt integrieren.
Anfang September folgte der nächste operative Schritt: Sparc lieferte erstmals 160 Kilogramm ecosparc kommerziell an einen Tier-1-Beschichtungshersteller. Die eigene Produktionsanlage in Adelaide kann nach Unternehmensangaben derzeit ausreichend Additiv herstellen, um rund 4,5 Millionen Liter Schutzbeschichtung pro Jahr zu dosieren.
Aus einer Technologie wird eine Lieferkette
Damit beginnt sich das ecosparc-Geschäft strukturell zu verändern. In der Forschungsphase musste Sparc vor allem beweisen, dass Graphen die Korrosionsbeständigkeit verbessern kann. In der kommerziellen Phase müssen zusätzliche Fragen beantwortet werden: Kann ausreichend Rohmaterial bezogen werden? Ist jede Charge konsistent? Kann Sparc genügend Additiv herstellen? Und bestellen Beschichtungsunternehmen anschließend wiederholt?
HydroGraph ist genau deshalb mehr als nur ein weiterer Testpartner. Ein qualifizierter zusätzlicher Graphenlieferant würde Sparcs Lieferkette breiter machen, während AkzoNobel und weitere Beschichtungshersteller die kommerzielle Nachfrageseite bilden.
Sparc arbeitet inzwischen an mehr als 20 aktiven Testprogrammen und hat seit Mai 2026 zwei ecosparc-haltige Produktreihen kommerzialisiert. Das Unternehmen erwartet in den kommenden sechs bis zwölf Monaten weitere mögliche Produkteinführungen, wobei jeden einzelnen weiterhin erfolgreichen Tests und kommerzielle Entscheidungen der jeweiligen Partner voraussetzt.
Die entscheidende Zahl dieses Artikels könnte deshalb am Ende nicht einmal die Verbesserung um 25% sein. Noch wichtiger könnte werden, ob HydroGraph die kompletten 4.200 Stunden besteht. Denn dann hätte Sparc nicht nur einen weiteren erfolgreichen Korrosionstest, sondern möglicherweise einen zusätzlichen qualifizierten Rohstofflieferanten für ein Geschäft, das gerade erstmals echte kommerzielle Mengen ausliefert.
Quellen:
Sparc Technologies - aktuelle HydroGraph-Ergebnisse
HydroGraph und Sparc - Kooperation für ecosparc
Sparc Technologies - erste kommerzielle ecosparc-Lieferung
ecosparc - AkzoNobel-Kommerzialisierung
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Sparc Technologies Limited
Land: Australien
ISIN: AU0000115750
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