
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt.
Beim Blick auf den Kursverlauf könnte man meinen, bei Siemens Energy braut sich etwas zusammen. Der Kurs läuft zickzack, aber nach unten gerichtet, die Analysten streiten sich, und im Chart formt sich ein Muster, das Anlegern eigentlich immer die Nackenhaare aufstellt. Zwischen den Rekordzahlen und der Zittrigkeit an der Börse könnte die Aktie wie ein Boxer dastehen: Kurz vor dem Knockout! Um bildlich weiterzusprechen: Noch steht der Boxer, aber schon ziemlich wackelig. Reicht die operative Stärke von Siemens Energy jetzt aus, um das Schlimmste zu verhindern? Oder ist der Rutsch längst programmiert? Ein Blick auf Chart, Zahlen und Nachrichtenlage gibt Antworten.
Analysten mit euphorischen Kurszielen aber die Realität sieht anders aus!
Die Stimmung rund um Siemens Energy ist zuletzt spürbar vom Kursverlauf her schlechter geworden, auf alle Fälle aber nervöser. Von seinem Hoch bei 195,60 Euro im April 2026 ist der Titel deutlich abgerückt und pendelt inzwischen im Bereich knapp unter 147 Euro. Zwischendurch sorgten Gerüchte für Unruhe, wonach Elon Musks SpaceX künftig eigene Gasturbinen bauen und damit Siemens Energy im lukrativen Turbinengeschäft Konkurrenz machen könnte. J.P. Morgan-Analyst Phil Buller hält diese Sorge zwar für übertrieben und hob sein Kursziel sogar auf 245 Euro an. Jefferies dagegen senkte sein Ziel leicht auf 210 Euro, blieb aber bei "Buy". Die Deutsche Bank bestätigte ebenfalls die Kaufempfehlung. Operativ läuft es beim Konzern weiterhin rund. So stieg im dritten Geschäftsquartal der Umsatz um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordwert von 17,9 Milliarden Euro, der Auftragsbestand liegt inzwischen bei 162 Milliarden Euro! Parallel dazu treibt der Konzern die Abspaltung der Sparte "Transformation of Industry" voran, um sich künftig stärker auf die margenstarken Bereiche Gasturbinen und Netztechnik zu konzentrieren.
Charttechnik
Achtung! Hier wird es jetzt kritisch! Der kurzfristigere SMA 50 nähert sich von oben dem längerfristigen 200er SMA gefährlich an und droht diesen bald von oben nach unten zu kreuzen. So ein Todeskreuz gab es bei Siemens Energy zuletzt nicht mehr, seit der große Kursanstieg im April 2024 begonnen hat. Sollte dieses Signal tatsächlich eintreten, wäre das ein handfestes Warnzeichen für weitere Kursverluste. Erste Ziele nach unten lägen dann im Bereich um 100 Euro. Immerhin: Der RSI notiert bei 41 und damit noch nicht im überverkauften Bereich, was theoretisch Spielraum für eine Gegenbewegung lässt. Doch fällt diese Erholung zu schwach aus, bleibt der Weg nach unten offen. Fast alles scheint dann möglich. Es bleibt gefährlich!

Was tun?
Fundamental überzeugt der Konzern mit starkem Wachstum, vollen Auftragsbüchern und einer sinnvollen strategischen Neuausrichtung durch die geplante Abspaltung. Die charttechnische Gefahr eines Todeskreuzes und die spürbare Nervosität rund um mögliche neue Konkurrenz sollten Anleger jedoch nicht ignorieren. Wer bereits investiert ist, könnte über eine Absicherung nachdenken oder Kursverluste über festgelegte Stopp-Marken begrenzen. Neueinstiege wirken angesichts der unsicheren Chartlage aktuell riskant, auch wenn die operativen Zahlen und die nächsten Quartalszahlen am 10. oder 11. November durchaus Potenzial für positive Überraschungen bergen. Eine Entscheidung sollte daher gut abgewogen und keinesfalls überstürzt getroffen werden.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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