FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Nach neuen Rekorden sieht es nicht aus: Der Ölpreis ist zu hoch, und dann könnten noch die Leitzinsen steigen - nicht nur hier, sondern auch in den USA. Dennoch sind viele zuversichtlich für den Aktienmarkt, zumindest für die Zeit ab Ende Oktober.
7. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Während der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt zu Beginn der neuen Woche für viel Gesprächsstoff sorgt, dürfte er für die Börsen keine große Rolle spielen. "Die gestrige Wahl dürfte für den Markt eher ein ?Non-Event? darstellen", meint etwa Yannik Mosbach von Metzler.
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Vielmehr bestimmen Ölpreis und Zinserwartungen die Märkte. Ein Höhepunkt dieser Woche: der Zinsentscheid der EZB am Donnerstag. In der kommenden Woche steht dann der Entscheid der US-Notenbank an. Der robuste US-Arbeitsmarktbericht vergangenen Freitag hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank erhöht - eher ungünstig für die Aktienmärkte. Ebenfalls belastend ist der Ölpreis, der zuletzt wieder gestiegen ist. Der Preis für das Barrel Brent liegt am Montagmorgen bei 97 US-Dollar.
Der DAX (DE0008469XXX) steht aktuell bei 26.023 Punkten nach 26.054 am Freitag zu Handelsschluss. Vom jüngsten Allzeithoch bei 26.659 Zählern hat sich der Index damit ein Stück weit entfernt. Auch der Stoxx Europe 600 (EU0009658XXX) zeigt sich schwächer. S&P 500 und Dow Jones hatten den Freitag mit leichten Verlusten beendet.
"Herbst nicht selten von Turbulenzen gekennzeichnet"
Christoph Geyer weist darauf hin, dass unabhängig von der Reaktion auf die Wahlen in Sachsen-Anhalt ohnehin eine schwierige saisonale Phase bevorsteht. "Der Herbst ist nicht selten von Turbulenzen gekennzeichnet, die für Überraschungen gut sind", erklärt der technische Analyst. Die jüngsten Rekordwerte hätten keine Euphorie ausgelöst, was auch die anhaltend niedrigen Umsätze zeigten. Die Kaufsignale bei den Indikatoren dürften daher nicht überbewertet werden. "Mehr als ein Halten auf dem aktuellen Niveau sollte vor dem Hintergrund der Unsicherheiten derzeit nicht erwartet werden."
Entwarnung für Ende Oktober
Auch Joachim Schallmayer von der DekaBank erwähnt die "häufig herausfordernden Monate September und Oktober". Ab Ende Oktober würden allerdings Saisonalität und vor allem die verbesserte Gewinndynamik der deutschen Unternehmen den DAX wieder unterstützen. "Die mittel- und längerfristigen Perspektiven sind dank robuster Weltwirtschaft und internationaler Ausrichtung der Unternehmen gut", erklärt er. "Nebenwerte bleiben interessant." Die Bank sieht den DAX in sechs Monaten jetzt bei 28.000 Punkten. "KI-Superzyklus als Stabilisator"
Ein großes Thema sind weiter die Zinsen von Staatsanleihen - teilweise auf dem höchsten Stand seit 2007 oder sogar 1996. Nach Ansicht von Robert Halver von der Baader Bank zeigt die Volatilität am US-Staatsanleihemarkt allerdings kein verheerendes Bild, das Aktienmärkte in Mark und Bein erschüttern könne. "Als maßgeblicher Stabilisator ist der KI-Superinvestitionszyklus weiterhin intakt", erklärt er. Angetrieben von Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung wüchsen selbst in der Eurozone die Hoffnungen auf ein Ende der Wirtschaftslethargie. Zwischenzeitliche Konsolidierungen seien zwar möglich. Ein "apokalyptischer" September sei aber nicht zu erwarten.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Montag, 7. September
USA: US-Börsen wegen Feiertag (Labor Day) geschlossen.
Dienstag, 8. September
8.00 Uhr. Deutschland: Exporte Juli. Im ersten Halbjahr hat die deutsche Wirtschaft von einer spürbaren Belebung der Auslandsnachfrage profitiert, wie die Commerzbank feststellt. Für den Juli rechnet sie zwar mit einem leichten Minus gegenüber dem Vormonat. Das ändere aber erst einmal nichts an der Aufwärtstendenz.
Donnerstag, 10. September
14.15 Uhr. Eurozone: EZB-Sitzung mit Zinsentscheid. Am Markt wird fest davon ausgegangen, dass die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Explizite Signale über den zukünftigen Kurs erwartet die DekaBank nicht, die EZB werde den Markterwartungen einer weiteren Straffung aber auch nicht widersprechen.
Freitag, 11. September
14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise August. Im August sind die US-Verbraucherpreise wohl deutlich gestiegen, meint die Commerzbank. Hierfür sei aber hauptsächlich teureres Benzin verantwortlich. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel werde eher moderat ausfallen.
Von Anna-Maria Borse, 7. September 2026, Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)




