
© Foto: Symbolbild - mithilfe von KI generiert
Die Deutz-Aktie kennt gerade nur eine Richtung, nämlich nach oben. Der Kölner Motorenbauer klettert von Hoch zu Hoch und hat sich binnen weniger Wochen in einen der spannendsten Industriewerte Deutschlands verwandelt. Der Grund ist eine milliardenschwere Übernahme im Rüstungsgeschäft, kräftig wachsende Gewinne und ein Analystenhaus, das sein Kursziel deutlich nach oben geschraubt hat. Doch wie belastbar ist diese Story wirklich, und was sagt der Chart dazu? Wir haben für Sie genau hingeschaut.
Mehrjahreshoch bei Deutz
Deutz hat sich in den letzten Wochen ordentlich "gemausert", hat ihr Schattendasein abgelegt. Die Aktie kratzt weiter an ihrem Mehrjahreshoch und lässt viele Anleger freudig erstrahlen, da der Weg nach oben geebnet scheint. Treiber dieser letzten Rally ist vor allem die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft, kurz FFG, für rund 1,6 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben, weil sich die Geschäftsfelder nicht in die Quere kommen. Damit rückt Deutz spürbar näher an das Rüstungsgeschäft heran und ergänzt sein klassisches Motorengeschäft um Schützenpanzer, Mannschaftstransporter und Modernisierungsaufträge mit der Bundeswehr als Kunde. Auch operativ läuft es rund. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 10,7 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte sogar um 43,1 Prozent auf knapp 80 Millionen Euro zu. Die Marge kletterte von 5,5 auf 7,1 Prozent. Der Auftragseingang sprang um 28,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Vorstand bestätigte die Jahresprognose und deutete an, eher am oberen Ende der Spanne von 6,5 bis 8 Prozent EBIT-Marge zu landen. Parallel entwickelt Deutz gemeinsam mit Kirloskar einen neuen 1,6-Liter-Diesel und startet in Ulm die Serienfertigung des unbemannten Bodensystems Gereon. Warburg Research honorierte die Entwicklung Anfang September mit einer Kurszielanhebung auf 19 Euro. Da ist immer noch Potenzial, bezogen auf den aktuellen Kurs.

Charttechnik
Die Aktie hat nicht nur ein neues 52-Wochen-Hoch, sondern gleich ein neues Mehrjahreshoch markiert und dabei die Marke von 13 Euro nachhaltig geknackt. Seit Jahresbeginn steht schon ein Plus von über 50 Prozent zu Buche, allein im letzten Monat ging es um mehr als 20 Prozent nach oben. Der Aufwärtstrend ist scheinbar mühelos intakt und die Dynamik beeindruckend, nicht nachlassend. Ein Warnsignal gibt es aber trotzdem, denn der RSI notiert bei rund 77 Punkten und signalisiert damit eine überkaufte Situation. Kurzfristig wäre daher eine Verschnaufpause oder ein Rücksetzer keine Überraschung, sondern eher gesund für den weiteren Trend.
Was tun?
Fundamental überzeugt Deutz mit wachsendem Umsatz, kräftig steigenden Margen und einer Rüstungssparte, die dem Konzern ein zweites starkes Standbein verschafft. Die jüngsten Nachrichten, von der Kartellfreigabe bis zur Kirloskar-Kooperation, untermauern die positive Story. Charttechnisch bleibt der Trend bullish, auch wenn der überkaufte RSI etwas zur Vorsicht mahnt. Wer bereits investiert ist, kann engagiert bleiben, sollte aber Rücksetzer nicht als Beinbruch werten. Neueinsteiger könnten auf eine kleinere Konsolidierung warten, aber bitte beachten: Eine Garantie für weiter steigende Kurse bei Deutz gibt es an der Börse nicht, das Chance-Risiko-Verhältnis wirkt derzeit aber attraktiv.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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