
© Foto: Symbolbild von benchtalks auf Pixabay
Eine Milliarde Euro auf einen Schlag bekommen. Das klingt erstmal nach einer richtig guten Nachricht. Porsche hat sich von seinen Anteilen an Bugatti Rimac und der Rimac Group getrennt und dabei gut Kasse gemacht. Aus einem einstigen Investment von 180 Millionen Euro wurde am Ende ein Gewinn von rund 820 Millionen Euro. Die Prognose für die Cashflow-Marge klettert nach oben, der Vorstand zeigt sich zufrieden. Doch an der Börse hielt die Freude nicht lange an. Der erste Kurssprung verpuffte quasi noch am selben Tag. Was das für die Aktie bedeutet und wie es charttechnisch aussieht, wir schauen drauf. Es lohnt sich ein genauerer Blick.
Ein Milliarden-Deal mit Symbolkraft
Porsche macht Kasse. Der Rückzug aus dem Sportwagen-Bündnis mit Bugatti und Rimac ist unter Dach und Fach. Rund eine Milliarde Euro spült der Verkauf in die Kassen des Stuttgarter Autobauers. Käufer ist ein internationales Konsortium rund um die New Yorker Investmentgesellschaft HOF Capital. Aus einem einstigen Einsatz von 180 Millionen Euro wurde am Ende ein Gewinn von etwa 820 Millionen Euro. 250 Millionen Euro davon fließen direkt in die Finanzierung offener Pensionsverpflichtungen. Der Verkauf wirkt sich auch auf die Prognose aus. Porsche hebt die erwartete Netto-Cashflow-Marge im Autogeschäft an, von bisher 3 bis 5 Prozent auf nun 5,5 bis 7,5 Prozent. Das klingt gut, aber der Alltag bleibt trotzdem unverändert hart. Sinkende Absatzzahlen, ein schwaches China-Geschäft, zurückhaltende Nachfrage nach Elektroautos und die US-Zölle drücken weiter auf das Geschäft. Vorstandschef Michael Leiters, seit Jahresbeginn im Amt, treibt den Umbau voran. Verkauft wurde bereits die Beratungstochter MHP, geschlossen wurden Cellforce, eBike Performance und Cetitec. Am 7. Oktober will Leiters beim Kapitalmarkttag zeigen, wie der Fünfjahresplan aussehen soll. Zusätzlich investiert Porsche in den US-Raketenentwickler Stoke Space. Dies ist ein kleiner, aber interessanter Schritt über das Kerngeschäft hinaus.

Charttechnik
Charttechnisch sieht die Porsche-Aktie derzeit gar nicht mal so schlecht aus. Der Kurs notiert oberhalb der beiden wichtigen gleitenden Durchschnittslinien, SMA50 und SMA200. Der Abstand ist knapp, aber positiv und der Definition nach ein Aufwärtstrend. Das spricht grundsätzlich für die Käuferseite. Zuletzt lief die Aktie schon einmal in Richtung der 50-Euro-Marke. Gelingt der Sprung diesmal darüber, öffnet sich Potenzial bis in den Bereich von 55 bis 60 Euro. Scheitert der Ausbruch, dürfte es zunächst wieder in Richtung der beiden Durchschnittslinien zurückgehen. Anleger sollten diese Marke also im Blick behalten, denn sie dürfte in den kommenden Wochen richtungsweisend sein.
Was tun?
Bleibt die Frage, wie Anleger mit der Porsche-Aktie umgehen sollten. Die jüngsten Zahlen zeigen ein gemischtes Bild. Der Bugatti-Verkauf bringt zwar frisches Geld und eine bessere Cashflow-Prognose, das ist ein klarer Pluspunkt, aber gleichzeitig kämpft der Autobauer operativ mit deutlich rückläufigen Gewinnen, schwacher Nachfrage in China und hartem Wettbewerb im Elektrosegment. Die Charttechnik gibt derzeit ein vorsichtig positives Signal, solange die Aktie über ihren beiden SMAs bleibt. Neueinsteiger könnten über mehrere Tranchen einstiegen, um das Risiko eines Einmalkaufs zu senken. Daher eher auf einen Rücksetzer oder auf klare Signale vom Management warten, bevor sie zugreifen. Anhand der aktuellen Gemengelage kann man leider derzeit schwer etwas ableiten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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