Original-Research: Verve Group Media SE - von GBC AG
Einstufung von GBC AG zu Verve Group Media SE
Stabile operative Entwicklung im 1. HJ 2026, deutliche Umsatzbeschleunigung im zweiten Halbjahr erwartet GESCHÄFTSENTWICKLUNG 1. HJ 2026 Ende August 2026 hat die Verve Group Media SE ihre Q2- und Halbjahreszahlen 2026 veröffentlicht. Hiernach konnte der Ad-Tech-Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres trotz eines weiterhin anspruchsvollen makroökonomischen Umfelds und währungsspezifischen Gegenwinds (USD-Abwertung) ein moderates Wachstum erzielen. So konnten die Konzernumsatzerlöse auf vergleichbarer Umsatzbasis dank erzielter organischer Wachstumseffekte, v.a. durch den Ausbau des Softwarekundenstamms, im ersten Halbjahr um 2,9% auf 293,9 Mio. € (1. HJ 2025: 285,7 Mio. €) zulegen. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse wurden sogar deutlich um 34,5% auf 289,5 Mio. € (1. HJ 2025: 215,2 Mio. €) gesteigert. In Bezug auf das operative Ergebnis musste Verve bedingt durch signifikante Investitionen in die Aufstockung des Vertriebsteams, in Produktinnovationen (Aufbau Retail-Media-Business) und interne strukturelle Optimierungsmaßnahmen einen EBITDA-Rückgang auf 44,9 Mio. € (1. HJ 2025: 54,5 Mio. €) hinnehmen. Neben Einmaleffekten haben auch aufgetretene Sondereffekte die Ergebnisentwicklung deutlich negativ beeinflusst. Korrigiert um einmalige Kosten- und Sondereffekte (z.B. Abfindungs- und Beratungskosten) wurde ein im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabiles bereinigtes EBITDA (Adj. EBITDA) in Höhe von 58,4 Mio. € (1. HJ 2025: 59,6 Mio. €) erzielt. Hieraus ergab sich eine bereinigte EBITDA-Marge von 19,9%, welche damit leicht unterhalb des Vorjahresniveaus (1. HJ 2025: 20,9%) lag. Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres können entsprechend als eine Investitions- und Übergangsphase angesehen werden. Diese Geschäftsperiode steht damit auch im Einklang mit den Unternehmensaussagen zu Beginn des Jahres, wonach das erste Halbjahr eine vorgezogene Investitionsphase mit zunächst niedrigeren erwarteten EBITDA-Margen darstellt, in der die Kosten für den Ausbau des Vertriebs, Retail Media und die Plattformentwicklung in den Kennzahlen sofort sichtbar werden, bevor der erwartete vollständige Umsatzbeitrag hieraus zeitverzögert eintreten soll. Auf Nettoebene betrug das bereinigte Jahresergebnis (Adj. Net Result) zum Ende des ersten Halbjahres 13,1 Mio. € und bewegte sich damit ebenfalls nahezu auf Vorjahresniveau (1. HJ 2025: 13,3 Mio. €). Geschäftsentwicklung im Q2 2026 Wie bereits in der vorherigen Halbjahresanalyse dargestellt, war das zweite Quartal der Ad-Tech-Gesellschaft v.a. gekennzeichnet durch ein schwieriges gesamtwirtschaftliches Umfeld (schwächerer Konsum, hohe Ölpreise, Zölle etc.), das zu schwächeren Werbeausgaben in einigen für Verve wichtigen Branchen (z.B. Einzelhandel, Tourismus oder Automobil) führte. Diese branchenspezifischen Rückgänge konnten durch höhere Werbeausgaben in anderen Sektoren, wie z.B. der Gaming- und Entertainment-Industrie, nur bedingt kompensiert werden. Infolgedessen setzte Verve seinen Wachstumskurs im zweiten Quartal 2026 weiter fort, jedoch mit einer deutlich schwächeren Wachstumsdynamik als vom Management ursprünglich erwartet. So stiegen auf vergleichbarer Basis die Konzernumsatzerlöse im Q2 im Vergleich zum Vorjahresquartal signifikant um 6,5% auf 152,31 Mio. € (Q2 2025: 143,10 Mio. €). Vom erzielten Wachstum entfielen 3,5% auf organische und 4,6% auf anorganische Wachstumseffekte, wobei negative Währungseffekte das Wachstumstempo um 1,7% belasteten. Die solide Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal wurde hierbei v.a. vorangetrieben durch den Ausbau der Softwarekundenbasis infolge der weiteren Erhöhung des Vertriebsteams. Entsprechend konnte die Gesamtzahl der Softwarekunden und der großen Softwarekunden (Umsatzvolumen über 100.000 USD) deutlich auf 4.176 (Q2 2025: 3.079) bzw. 1.159 (Q2 2025: 954) zulegen. Die Kundenbindungsrate (bezogen auf große Softwarekunden) und die sog. "Net-$-Expansion-Rate" verbesserten sich ebenfalls leicht auf 99,0% (Q2 2025: 98,0%) bzw. 95,0% (Q2 2025: 92,0%). Entgegengesetzt hierzu nahm die Anzahl der sog. "Ad Impressions" zum Ende des zweiten Quartals signifikant auf 234,0 Mrd. (Q2 2025: 259 Mrd.) ab. Hauptursächlich hierfür war die bewusste Reduzierung der Geschäftsaktivitäten im Bereich des Nicht-Premium- und Low-Quality-Werbeinventars. In Bezug auf die Margenentwicklung konnte Verve seine Bruttomarge (auf vergleichbarer Umsatzbasis) zum Ende des zweiten Quartals im Vergleich zum Vorjahresquartal dank der positiven Effekte aus der abgeschlossenen Plattformvereinheitlichung deutlich auf 40,0% (Q2 2025: 33,1%) steigern. Neben der verbesserten Plattformperformance aus der Plattformmigration hat auch ein effizienteres Management der Cloud-Hosting-Auslastung und -Kosten die Bruttomarge deutlich ansteigen lassen. Hinsichtlich der operativen Ergebnisentwicklung war das EBITDA im Q2 signifikant von mehreren ergebnisbelastenden Einmal- und Sondereffekten geprägt, was zu einem deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses um 22,7% auf 20,88 Mio. € (Q2 2025: 27,00 Mio. €) führte. Zu diesen Effekten zählten unter anderem Kosten im Zusammenhang mit der Verlagerung der Gesellschaft von Schweden nach Irland, die Umstellung auf eine US-Dollar-Berichterstattung und ein mögliches US-Listing, die Verschlankung des internationalen Standortnetzes sowie mehrere Kosten für die Optimierung des Personalstamms. Allein die mit diesen Restrukturierungsmaßnahmen verbundenen einmaligen Kosten beliefen sich laut Unternehmensangaben auf insgesamt ca. 4,20 Mio. € und sollen zukünftig jährliche Einsparungen von mindestens 8,00 Mio. € ermöglichen. Dagegen konnte das um Einmal- und Sondereffekte (z.B. Restrukturierungs- oder Beratungskosten) bereinigte Konzern-EBITDA im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht auf 30,10 Mio. € (Q2 2025: 29,50 Mio. €) gesteigert werden. Gleichzeitig bewegte sich die bereinigte EBITDA-Marge mit 19,8% nahezu auf Vorjahresquartalsniveau (Q2 2025: 20,6%). PROGNOSEN UND MODELLANNAHMEN Im Rahmen der kürzlich veröffentlichten Q2- bzw. Halbjahreszahlen hat der Verve-Konzern ebenfalls seine Guidance für das aktuelle Geschäftsjahr bestätigt. Hiernach rechnet die Ad-Tech-Gesellschaft für die laufende Geschäftsperiode unverändert mit Umsatzerlösen in einer Spanne von 680 Mio. € bis 730 Mio. € und einem bereinigten EBITDA (Adj. EBITDA) von 145 Mio. € bis 175 Mio. €. Vor dem Hintergrund der Halbjahresperformance, die unter unseren Erwartungen lag, und den derzeit spürbar eingetrübten Rahmenbedingungen (durch bspw. Iran-Konflikt etc.), haben wir unsere bisherigen Schätzungen nach unten angepasst. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnen wir nun mit einem Umsatz- und Adj. EBITDA von 684,17 Mio. € (zuvor: 750,37 Mio. €) bzw. 146,56 Mio. € (zuvor: 179,46 Mio. €) und entsprechend mit dem Erreichen der unteren Guidance-Spanne. Aufgrund der erwarteten höheren Produktivität der erweiterten Vertriebsorganisation und der üblicherweise stärkeren Saisonalität im dritten und vierten Quartal gehen wir auch weiterhin von einem moderaten bzw. signifikanten Umsatz- und Ergebniswachstum gegenüber dem Vorjahresniveau aus. Das Verve-Management hat bereits angedeutet, dass sich das Geschäftsvolumen auf ihrer Werbeplattform im aktuellen dritten Quartal verbessert hat. Für die nachfolgenden Geschäftsjahre 2027 und 2028 kalkulieren wir mit Umsatzerlösen von 789,53 Mio. € (zuvor: 875,95 Mio. €) bzw. 905,59 Mio. € (zuvor: 1.010,85 Mio. €). Parallel hierzu rechnen wir für diese Geschäftsperioden mit einem bereinigten EBITDA (Adj. EBITDA) von 192,65 Mio. € (zuvor: 219,65 Mio. €) bzw. 230,93 Mio. € (zuvor: 264,84 Mio. €). Angesichts des weiteren sukzessiven Ausbaus der Vertriebsbasis, dem vielversprechenden Retail-Media-Markteintritt und den innovativen AI-basierten Werbelösungen sollte es Verve gelingen, mittelfristig wieder deutlich an Wachstumstempo aufzunehmen und hierbei auch seine operative Performance deutlich zu steigern bzw. zu verbessern. Vor dem Hintergrund unserer reduzierten Umsatz- und Ergebnisschätzungen für das aktuelle Geschäftsjahr und die Folgejahre haben wir unser bisheriges Kursziel moderat auf 6,80 € je Aktie (bisher: 7,65 €) gesenkt. Dem Kurszielrückgang steht jedoch der eingetretene sogenannte Roll-Over-Effekt kurszielerhöhend entgegen. Der neue Kurszielhorizont ist der 31.12.2027 (bisher: 31.12.2026), was modelltechnisch mit einer leichten Kurszielsteigerung verbunden ist. In Anbetracht des aktuellen Kursniveaus vergeben wir damit weiterhin das Rating "Kaufen".
Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: 20260916_Verve_Group_Media_HY_Note_GER_final Kontakt für Rückfragen: GBC AG Halderstraße 27 86150 Augsburg 0821 / 241133 0 research@gbc-ag.de ++++++++++++++++ Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a, 7, 11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter: http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung +++++++++++++++ Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 16.09.2026(8:20 Uhr) Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 16.09.2026(10:30 Uhr) Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. | ||||||||||||||||
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