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Ein Milliardendeal, ein Rekord-Bauprojekt in Dresden und eine Aktie, die turbulente Wochen hinter sich hat und gerade irgendwo in der Mitte ihrer Range steht von Mai bis Juli (von 36 - 80 Euro). Bei Infineon passiert gerade eine ganze Menge und während die Anleger noch über die "KI-Bremse" der US-Konzerne nachdenken, hat der Münchner Chiphersteller längst schon die nächsten Weichen gestellt. Ein Verkauf nach Taiwan bringt frisches Geld in die Kasse, und in Sachsen wächst still und leise Europas größter Halbleiter-Standort heran. Charttechnisch steht die Aktie nun genau dort, wo Anleger genauer hinschauen sollten. Wir suchen die Antwort auf die Frage: Lohnt sich jetzt der Einstieg?
Infineon baut an der Zukunft
Infineon trennt sich von einem Teil seines Speicherchip-Geschäfts. Der Käufer ist der taiwanische Konzern Winbond, der rund 1,12 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legt. Betroffen sind die NOR-Flash- und F-RAM-Sparten, die vor allem in Auto, Industrie und Infrastruktur zum Einsatz kommen. Abgeschlossen werden soll der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2027, sobald die Behörden grünes Licht geben. Automotive-Chef Peter Schiefer bringt es auf den Punkt: Der Verkauf schärft das Portfolio und lenkt das Kapital gezielt in die wichtigsten Wachstumsfelder. Der Markt honorierte die Nachricht und die Aktie legte zu. Parallel zu dieser Transaktion läuft in Dresden ein echtes Prestigeprojekt. Zusammen mit Bosch und NXP baut Infineon dort mit TSMC an der neuen Chipfabrik ESMC. Gerade wurde Richtfest gefeiert, mehr als 2.000 Arbeiter haben rund 30.000 Betonelemente verbaut. Ab 2027 soll die Produktion anlaufen, im Fokus stehen Chips für die Autoindustrie. 10 Milliarden Euro Investitionsvolumen, 5 davon vom Bund gefördert. Das ist mal eine Hausnummer und zeigt, wie ernst es allen Beteiligten offensichtlich ist. Sachsen wird damit endgültig zum größten Mikroelektronik-Standort Europas ausgebaut, mit perspektivisch bis zu 100.000 Jobs im Umfeld.
Charttechnik
Nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen hat sich die Infineon-Aktie an einer wichtigen Linie eingependelt: dem 200er SMA bei 54,46 Euro. Genau von diesem Niveau aus könnte jetzt die Erholung Fahrt aufnehmen, mit Potenzial bis in Richtung 70 Euro. Ganz ausgestanden ist die Sache aber noch nicht. Rutscht der Kurs nochmal unter die 50-Euro-Marke, wäre eine weitere Verschnaufpause im Bereich zwischen 45 und 50 Euro durchaus denkbar, bevor es wieder aufwärts geht.
Was tun?
Die Story bei Infineon hat zur Zeit mehrere positive Bausteine: der Winbond-Deal bringt frisches Kapital und Infineon kann sich somit auf die übrigen Geschäftsfelder besser fokussieren. Das Dresdner TSMC-Projekt liegt im Zeitplan, und mehrere Analysten, darunter Berenberg, Bernstein und die Deutsche Bank, votieren zuletzt mit Kauf-Empfehlungen für IFX. Auf Jahressicht steht die Aktie trotz der jüngsten Schwäche immer noch deutlich im Plus. Kein Wunder, denn sie konnte sich seit Mai in der Spitze mehr als verdoppeln. Die charttechnische Lage bleibt aber positiv, solange der 200er SMA nicht nachhaltig unterschritten wird. Aber selbst dann könnte man mit einer Staffelstrategie herangehen und deshalb nicht alles auf einmal investieren. Ein gestaffelter Einstieg, ein erster Teil jetzt, ein zweiter im Bereich 45 bis 50 Euro, falls der Kurs nochmal nachgibt, reduziert das Risiko und lässt trotzdem an einer möglichen Erholung anschließend teilhaben.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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