
© Foto: 2026 TUI
Bei TUI bereitet der Chart gerade richtig Sorgen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn gut ein Viertel ihres Werts verloren und steht nur knapp über dem Jahrestief. Dabei hält der Konzern bislang an seiner Prognose fest, und die Bewertung wirkt günstig. Doch der Kurs stützt diese Erzählung nicht. Im Chart hat sich ein Doppeltop gebildet und die wichtige Nackenlinie ist schon unterschritten. Wie tief kann es jetzt gehen? Stoppt der Kurs erst bei 5 Euro? Und was bringt der heutige Dienstag an News bei den Buchungszahlen? Wir haben die wichtigen Marken und die Fakten für Sie aufgearbeitet.
Wechsel im Aufsichtsrat
Bei TUI steht ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats bevor. Johan Lundgren soll nach der Hauptversammlung im Februar 2027 auf Dieter Zetsche folgen. Das gab der Konzern am Freitag bekannt. Anteilseigner und Arbeitnehmer im Gremium stimmten einstimmig für ihn. Lundgren kennt TUI gut. Fast drei Jahrzehnte arbeitete er dort, danach führte er bis Ende 2024 easyJet. Seit 2025 sitzt er im Aufsichtsrat. Für die Aktie war das allerdings keine gute Nachricht. Sie verlor am Freitag über 2 Prozent und schloss bei unter 6,50 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 25 Prozent unter dem Strich. Nach den Quartalszahlen vor rund einem Monat sind es damit noch mal knapp über 10 Prozent weniger. Anleger halten sich zurück. Dazu kommen geopolitische Sorgen, die einer Branche zusetzen, die von der Reiselust der Menschen normalerweise lebt. Das drückt auf die Stimmung bei TUI und auch den Investoren. Operativ bleibt TUI bei seinem Kurs. Für das Geschäftsjahr 2025/26 peilt der Konzern weiter ein bereinigtes EBIT von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro an. Am heutigen Tag soll das nächste Buchungs-Update kommen. Viele Anleger warten bereits darauf. Auch die Bewertung fällt auf: Das KGV liegt für 2026 bei etwa 7, für 2027 bei 5. Barclays und J.P. Morgan bleiben bei Overweight, Barclays senkte aber sein Kursziel.

Charttechnik
Im Chart zeigt sich ein Doppeltop. Beide Hochs liegen oberhalb von 9 Euro. Das erste entstand im August 2025, das zweite Ende 2025 und Anfang 2026. Danach glitt der Kurs nach unten ab. Solche Formationen gelten als Warnsignal, wenn die Unterstützung dazwischen bricht. Genau das ist hier passiert. Für Chartanalysten ist das ein bekanntes Bild. Zuletzt stand die Aktie nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 6,08 Euro, was Ende April dieses Jahres generiert wurde. Die Nackenlinie lässt sich bei 7 Euro einzeichnen. Dort war der Kurs nach dem ersten Hoch zum ersten Mal im November 2025 nach oben wieder zu einem Rebound gestartet. Diese Marke von 7 Euro hat die Aktie nun wieder längst unterschritten. Spiegelt man die Formation nach unten, ergibt sich ein mögliches Kursziel bei 5 Euro, vielleicht sogar etwas darunter bis 4,50 Euro. Das wären nochmal deutlich weniger als jetzt. Der RSI liegt bei 35 und lässt noch etwas Platz nach unten.
Was tun?
Die Lage ist schwierig, aber nicht ganz hoffnungslos. Für TUI sprechen zwar die bestätigte Prognose, die niedrige Bewertung und die Kaufempfehlungen mehrerer Analysten. Dagegen sprechen aber der schwache Kurs, die Zurückhaltung nach den Quartalszahlen und ein Chart mit klarem Warnsignal. Auch der Chefwechsel im Aufsichtsrat ändert daran erst mal nichts. Es ist eine Geschichte mit ungewissem Ausgang und der Markt wartet erstmal ab. Am Ende passt vielleicht ebenfalls eine vorerst abwartende Haltung. Interessierte Investoren warten besser auf das Buchungs-Update am heutigen Dienstag und auf die Zeichen einer möglichen Bodenbildung. Vielleicht kommt diese aber auch erst bei 5 Euro oder tiefer.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




