Die Aktie des Weinhändlers Hawesko kennt nur eine Richtung: abwärts. Selbst die Übernahme des Spirituosenherstellers Berentzen entfachte bislang kaum Fantasie. Dabei ist der Hawesko-Konzern gerade einmal rund 140 Mio. Euro an der Börse wert. Bei erwarteten Umsätzen 2026 von 600 Mio. Euro und einem Eigenkapital von fast 112 Mio. Euro ist das nicht viel. Anleger fragen sich, wo der Haken ist.
Ohne den kompletten Text zu spoilern: Die Frage ist schnell beantwortet. Es hakt operativ. Zudem ist das Geschäft mit dem Verkauf von Wein derzeit alles andere als einfach. Also wieso sollten Anleger eine Buchwert-Spekulation mit einem Kurs-Buchwert von 1,25 eingehen, wenn die Aussicht auf steigende Umsätze und Erträge doch eher ungewiss ist?
Denn in der ersten Jahreshälfte 2026 verminderte sich der Umsatz um 3,6 Prozent auf 274,8 Mio. Euro. Das EBIT sank auf 4,9 Mio. Euro (HJ 2025: 5,6 Mio. Euro). Unterm Strich blieb noch ein Nettogewinn von 1,0 Mio. Euro (HJ 2025: 1,4 Mio. Euro), das entspricht einem Gewinn/Aktie von 0,11 Euro (zuvor: 0,14 Euro). Für das Gesamtjahr 2026 wurden aufgrund der schwächer als erwarteten Entwicklung in den ersten Wochen des dritten Quartals die Jahresziele gekappt.
Demnach kalkuliert das Management für 2026 nun mit einem Umsatzrückgang um 2 bis 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert von 622 Mio. Euro. Zuvor hatte der Hawesko-Vorstand noch einen Erlösanstieg um bis zu 2 Prozent angekündigt. Das operative EBIT vor einmaligen Aufwendungen soll ebenfalls geringer ausfallen und in einer Range zwischen 23 und 26 Mio. Euro liegen (zuvor: 28 bis 32 Mio. Euro).
Die zweite Jahreshälfte ist bei Hawesko saisonal bedingt stets die weitaus stärkere. Das gilt bei Umsatz und Ertrag. Im vergangenen Jahr fuhr das Unternehmen beispielsweise im ersten Halbjahr 1,4 Mio. Euro Gewinn ein, in der zweiten Jahreshälfte waren es dann 9,6 Mio. Euro. Eine ähnliche Entwicklung dürfte auch 2026 zu erwarten sein. Demnach könnte der Gewinn/Aktie nach unserer Schätzung im Gesamtjahr bei rund 1,00 Euro/Aktie liegen. Das Papier ist mit einer Börsenbewertung von rund 140 Mio. Euro zwar nicht zu teuer, solange im operativen Geschäft aber keine Zuwächse erzielt werden, sollten Anleger die Entwicklung besser noch von der Seitenlinie aus beobachten.
(aktien-global.de, 23.09.2026, 11:40 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)




