Die neue Strategie von clearvise wird zunehmend im operativen Geschäft sichtbar. Statt das Portfolio möglichst schnell zu vergrößern, konzentriert sich CEO Bernhard Gierke seit seinem Amtsantritt im Frühjahr darauf, mehr Ertrag aus den bestehenden Wind- und Solarparks herauszuholen. Nun liefert die Stromvermarktung einen weiteren Beitrag dazu.
Für vier Windparks hat clearvise neue Stromabnahmeverträge, sogenannte PPAs, abgeschlossen. Das Unternehmen nutzt damit das aktuell wieder höhere Preisniveau am Strommarkt. Besonders interessant ist der Effekt bei Anlagen, deren Vergütung bislang teilweise noch über garantierte Einspeisetarife abgesichert war: Die neuen Konditionen liegen darüber und sorgen somit unmittelbar für zusätzliche Erlöse. Da ihnen kaum zusätzliche operative Kosten gegenüberstehen, sollte ein großer Teil davon auch im Ergebnis ankommen.
Damit setzt clearvise die Reihe der Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios fort. Dazu gehörten zuletzt unter anderem der Verkauf kleiner PV-Anlagen mit überproportionalem Verwaltungsaufwand sowie die Prüfung weiterer Desinvestitionen. Gleichzeitig untersucht das Management Investitionen in Batteriespeicher und Repowering, mit denen sich die Profitabilität bestehender Standorte zusätzlich erhöhen ließe.
Genau diese Vorgehensweise entspricht dem neuen YieldCo-Ansatz: Entscheidend ist nicht mehr in erster Linie die installierte Leistung, sondern der Cashflow, den das eingesetzte Kapital erwirtschaftet. Perspektivisch sollen davon auch die Aktionäre über Ausschüttungen profitieren.
An der Börse zeichnet sich zumindest eine erste Reaktion ab. Nach dem markanten Tief im August hat sich die Aktie von den Tiefständen gelöst und zuletzt auf rund 1,19 Euro erholt. Von einer vollständigen Neubewertung kann allerdings noch keine Rede sein. Zum 30. Juni belief sich das Eigenkapital auf 1,94 Euro je Aktie. Selbst nach der jüngsten Kurserholung beträgt der Abschlag damit noch fast 40 Prozent.
Der Buchwert allein ist zwar kein Garant für höhere Kurse. Doch wenn es Gierke gelingt, weitere Ertragsreserven zu mobilisieren und damit die Cashflows des Portfolios zu steigern, könnte sich der hohe Bewertungsabschlag zunehmend schwerer begründen lassen. Die jüngsten PPA-Abschlüsse sind ein weiterer Schritt in diese Richtung.
(aktien-global.de, erstellt 24.09.26, 12:41 Uhr, veröffentlicht 24.09.26, 12:50 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/newssystem/impressum/)
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/newscov_clearvise/clearvise_mehr_ertrag_aus_dem_bestand__aktie_mit_luft_nach_oben-25065/


