DJ El Niño könnte Weltwirtschaft 2027 laut Allianz 451 Mrd USD kosten
Von Michael Hennessey
DOW JONES--Das Klimaphänomen El Niño könnte die Weltwirtschaft 2027 schätzungsweise 451 Milliarden US-Dollar kosten. Dies prognostizierte die Forschungsabteilung der Allianz und wies darauf hin, dass erhöhte Risiken durch Dürren, Überschwemmungen und Hurrikane in dieser Summe noch gar nicht enthalten seien. Die Auswirkungen entsprechen 0,24 Prozent des prognostizierten Bruttoinlandsprodukts von 144 Volkswirtschaften. Auf China, die USA und Indien entfallen dabei fast 60 Prozent der Bruttoverluste, wie die Allianz am Donnerstag in ihrem Climate Economics Report mitteilte.
Bei El Niño handelt es sich um ein Klimaphänomen, das die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifischen Ozean vorübergehend ansteigen lässt. Es wird erwartet, dass die Entwicklung gegen Ende 2026 und bis in das frühe 2027 hinein ihren Höhepunkt erreichen wird.
Die Beeinträchtigung der Wirtschaftsleistung berücksichtigt die temperaturbedingten Auswirkungen des Wetterereignisses. Sie klammert jedoch erhöhte Risiken durch andere widrige Ereignisse aus.
Hitzewellen im Jahr 2026 verursachten laut Allianz in 30 Ländern Kosten in Höhe von 128 Milliarden Dollar. Dies entsprach etwa 0,46 Prozent ihres gesamten prognostizierten Bruttoinlandsprodukts.
Auf Italien, Deutschland und Frankreich entfielen fast zwei Drittel der geschätzten Verluste. Zypern verzeichnete mit 1,74 Prozentpunkten den stärksten Rückgang des Wirtschaftswachstums.
"Der Klimawandel schlägt sich in den makroökonomischen Daten nieder. Die Kosten entstehen nicht nur durch zerstörte Vermögenswerte, sondern wirken sich auch auf Produktivität, Inflation, Konsum, öffentliche Finanzen und letztlich auf das Wachstum aus", sagte Ludovic Subran, Allianz-Chefvolkswirt. "Das macht das Klimarisiko zu einem wirtschaftlichen und finanziellen Risiko, das Unternehmen und politische Entscheidungsträger systematisch in ihre Entscheidungen einbeziehen müssen."
Im Jahr 2025 verursachte extremes Wetter wirtschaftliche Schäden in Höhe von 210 Milliarden Dollar. Dies bedeutete zwar einen Rückgang um 32 Prozent gegenüber 2024, lag jedoch um 20 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2019.
Allianz erklärte, dass die Analyse auf ihrer ClimRad-Plattform basiere. Diese nutzt Klimadaten und Aufzeichnungen über Katastrophenschäden und schätzt zudem ab, wie sich Temperaturveränderungen, Hitzestress und Dürre auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auswirken.
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September 24, 2026 10:52 ET (14:52 GMT)
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