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Vonovia steht am Pranger. Wir irre ist das denn? Rund 30 Prozent hat die Aktie dieses Jahr schon verloren, seit 2024 hat sich der Kurs praktisch halbiert. Politik, Zinsen, Schlagzeilen: alles prasselt auf das Papier gefühlt auf einmal ein. Doch genau hier wird es spannend. Der RSI ist überverkauft, der Kurs nicht nur ziemlich, sondern eher schon extrem ausgebombt. Das Geschäft läuft dagegen bis zu den letzten Zahlen zumindest erstaunlich stabil, und manche Analysten sehen Ziele weit über 30 Euro. Was, wenn der Ausverkauf bald ausläuft? Warum ein Rebound Richtung 20 bis 21 Euro möglich ist, lesen Sie hier.
Berlin wählt, Vonovia zittert
Der Wahlsieg der Linken in Berlin hat die Enteignungsdebatte zurückgebracht. Vonovia hält dort mit der Deutsche Wohnen gut 130.000 Wohnungen, manche sprechen auch von mehr, die betroffen sein könnten. Kein Wunder, dass Anleger nervös wurden. Dazu hob die EZB den Leitzins weiter an. Das drückt auf Refinanzierung und Bewertung. Die Aktie fiel auf gut 17 Euro, den tiefsten Stand seit geraumer Zeit. Doch es hat den Anschein, dass das Geschäft läuft. Im ersten Halbjahr stieg das bereinigte EBITDA um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Die Vermietung legte um 3,5 Prozent zu, das Value-add-Geschäft sogar um 27,6 Prozent. Der operative Free Cashflow sank zwar deutlich, die Jahresprognose bestätigte Vonovia trotzdem. Konzernchef Luka Mucic setzt auf Neubau, rund 1.000 Wohnungen entstehen gerade in Berlin. Auch Soldatenwohnungen für die Bundeswehr sind im Gespräch. Kanzler Merz kündigte zudem ein Gesetz gegen Enteignungen an. Laut Umfrage lehnen 51 Prozent der Berliner eine Enteignung ab. Der Substanzwert liegt bei 46,22 Euro je Aktie, fast dreimal so hoch wie der Kurs.
Charttechnik
Der Chart sieht aber extrem angeschlagen aus. Genau darin liegt jetzt auch die mögliche Chance. Das Ziel bei knapp unter 17 Euro ist praktisch erreicht, der RSI meldet überverkauft. Die Luft nach unten wirkt dünn. Nach einer Halbierung staut sich oft viel Frust auf. Dreht die Stimmung, reichen schon kleine Impulse für kräftige Bewegungen. Das ist Stoff für einen Rebound. Knackt die Aktie die 18,20 Euro, sind 19,80 und 20,30 Euro die nächsten Stationen. Bei ca. 21,50 Euro wartet dann der große Widerstand. Ein Konter Richtung 21 Euro ist also gut vorstellbar. Ein sicheres Umkehrsignal fehlt noch. Fällt die Marke von 16,50 Euro, rückt eventuell dennoch die Marke bei 15 Euro ins Blickfeld.

Was tun?
Die Analysten sind sich wie so oft nicht einig. Berenberg rät zum Kauf mit 34,50 Euro, Goldman sieht 21,20 Euro, Exane nur 16 Euro. Der Konsens der Analysten liegt bei rund 25,50 Euro. Solide Zahlen, ein heftiger Abschlag auf den Substanzwert und ein überverkaufter Chart sprechen für einen Einstieg in Etappen. Mutige starten klein und stocken bei Stabilisierung auf. Ein Stoppkurs unter 15 Euro begrenzt das Risiko. Wichtige Termine sind die EZB Ende Oktober und die Q3-Zahlen am 4. November.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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