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Eine Milliarde Euro Investitionen pro Jahr, neue Geschäftsmöglichkeiten durch Flexibilität und ein angekündigtes Update der mittelfristigen Finanzziele: Am 1. Oktober 2026 richtet die EVN AG (ISIN: AT0000741053) in London ihren nächsten Capital Markets Day aus. Für Anleger dürfte dabei vor allem eine Frage im Mittelpunkt stehen: Wie will der niederösterreichische Versorger sein umfangreiches Investitionsprogramm mit Wachstum, Rentabilität und finanzieller Stabilität verbinden?
Die Ausgangslage ist klar. Bis 2030 will die EVN jährlich rund eine Milliarde Euro investieren. Etwa vier Fünftel davon sollen nach Niederösterreich fließen. Gleichzeitig hat der Konzern sein Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr zuletzt angehoben und verfügt über Ratings im soliden A-Bereich. Der Capital Markets Day bietet nun die Gelegenheit, diese Entwicklung in einen längerfristigen finanziellen und strategischen Rahmen einzuordnen.
Am 1. Oktober blickt die EVN über die Quartalszahlen hinaus
Ein Capital Markets Day unterscheidet sich von einer klassischen Ergebnispräsentation. Im Mittelpunkt stehen weniger einzelne Quartalskennzahlen als die längerfristige Strategie und deren finanzielle Auswirkungen. Auf Seiten der EVN werden CEO Stefan Szyszkowitz, CFO Alexandra Wittmann und CTO Stefan Stallinger gemeinsam mit Fachexpertinnen und Fachexperten in London präsentieren. Auf der offiziellen Agenda stehen Veränderungen der Energiemärkte, Digitalisierung, die strategische Positionierung des Konzerns und ein Update zu den mittelfristigen finanziellen Zielsetzungen. Ein weiterer Schwerpunkt trägt den Titel "Energie-Orchestrierung". Damit beschreibt die EVN die Wertschöpfung durch das Management von Energieanlagen und Flexibilitäten. Gerade mit zunehmender wetterabhängiger Stromerzeugung werden Speicher, flexible Verbraucher und die digitale Steuerung von Energieflüssen wichtiger.
Welche konkreten wirtschaftlichen Ziele die EVN hier verfolgt, dürfte deshalb besonders interessant werden.
Eine Milliarde Euro Investitionen pro Jahr
Im Rahmen ihrer Strategie will die EVN bis 2030 jährlich etwa eine Milliarde Euro investieren. Rund vier Fünftel davon sollen in Niederösterreich eingesetzt werden. Zu den Schwerpunkten zählen Netzinfrastruktur, erneuerbare Erzeugung, Großbatteriespeicher, E-Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung. Allein in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 investierte der Konzern bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro - laut EVN ein Rekordniveau für diesen Berichtszeitraum.
Für Anleger stellt sich damit nicht nur die Frage, wie viel investiert wird. Entscheidend ist langfristig auch, welche wirtschaftlichen Ergebnisse mit dem zusätzlichen Kapital erzielt werden. Die EVN hat im Rahmen ihrer Kapitalmarktstrategie als Konzernziel einen durchschnittlichen Return on Capital Employed von mehr als sechs Prozent formuliert. Im Geschäftsjahr 2024/25 lag der operative ROCE bei 7,2 Prozent.
Das Verhältnis zwischen hohem Investitionsvolumen und Kapitalrendite gehört zu den wichtigen Größen, an denen sich die erfolgreiche Umsetzung der Strategie messen lässt.
Finanzielle Stabilität wird zum entscheidenden Faktor
Ein Investitionsprogramm dieser Größenordnung muss gleichzeitig finanziert werden. Zum 30. Juni 2026 lag die Nettoverschuldung der EVN bei 942,2 Mio. Euro, nach 1,156 Mrd. Euro zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25. Der Rückgang war nach Angaben des Unternehmens vor allem auf den Eingang des Verkaufspreises für das internationale Projektgeschäft und der durch den Verkauf ebenfalls erfolgten Ablöse von Konzernfinanzierungen zurückzuführen. Auch die Bonität spielt für die Finanzierung eine zentrale Rolle. Moody's bestätigte im April 2026 das Rating A1 mit stabilem Ausblick, Scope Ratings folgte im Mai mit A+ und ebenfalls stabilem Ausblick.
Die EVN selbst betont, Ratings im soliden A-Bereich anzustreben, um langfristig Zugang zum Kapitalmarkt zu attraktiven Konditionen zu sichern. Das macht die Finanzierung zu einem wichtigen Teil der Capital-Markets-Day-Story: Investitionen sollen Wachstum ermöglichen, gleichzeitig soll die finanzielle Stabilität erhalten bleiben.
Auch die Dividende gehört zur Kapitalmarktstory
Neben Investitionen und Rendite ist für Aktionäre die Ausschüttungspolitik relevant. Für das Geschäftsjahr 2024/25 zahlte die EVN eine Dividende von 0,90 Euro je Aktie. Unter der Voraussetzung stabiler regulatorischer und energiepolitischer Rahmenbedingungen sieht die aktuelle Dividendenpolitik für die Geschäftsjahre ab 2025/26 eine jährliche Basisdividende von mindestens 0,90 Euro je Aktie vor. Bis 2029/30 soll die Ausschüttung auf mindestens 1,10 Euro je Aktie steigen, sodass eine Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent erreicht wird. Damit verfolgt die EVN gleichzeitig mehrere finanzielle Ziele: hohe Investitionen, eine solide Bonität, eine Kapitalrendite von durchschnittlich mehr als sechs Prozent und eine schrittweise steigende Dividende.
Gerade deshalb wird interessant sein, wie das Management diese Ziele beim Capital Markets Day miteinander verknüpft und ob die bestehenden mittelfristigen Zielsetzungen bestätigt, konkretisiert oder angepasst werden.
Ergebnisprognose zuletzt angehoben
Operativ geht die EVN mit einer soliden Ausgangslage in die Veranstaltung. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg das EBITDA um 4,9 Prozent auf 748,5 Mio. Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 20,8 Prozent auf 525,1 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis wirkten allerdings auch Einmaleffekte. Für das Gesamtjahr erwartet die EVN inzwischen ein Konzernergebnis zwischen rund 470 und 490 Mio. Euro. Zuvor hatte die Prognose bei rund 430 bis 480 Mio. Euro gelegen.
Der Capital Markets Day dürfte deshalb weniger die kurzfristige Ergebnisentwicklung als die Jahre danach in den Mittelpunkt rücken: Wie entwickelt sich der Konzern mit einem Investitionsvolumen von jährlich rund einer Milliarde Euro bis 2030?
Drei Punkte dürften für Anleger besonders interessant werden
Erstens geht es um die Rendite des Investitionsprogramms. Der Ausbau von Netzen, Erneuerbaren und Speichern bindet erhebliches Kapital. Entscheidend wird sein, wie die EVN ihr Ziel eines durchschnittlichen Konzern-ROCE von mehr als sechs Prozent langfristig mit diesem Wachstum verbindet.
Zweitens dürfte die "Energie-Orchestrierung" Aufmerksamkeit bekommen. Das Management von Erzeugungsanlagen, Speichern und weiteren Flexibilitäten könnte mit dem Umbau des Energiesystems an Bedeutung gewinnen. Welche Rolle dieses Feld künftig innerhalb des Konzerns spielen soll, könnte der Capital Markets Day genauer zeigen.
Drittens steht das angekündigte Update der mittelfristigen Finanzziele im Fokus. Hier wird entscheidend sein, welche Aussagen die EVN zu Wachstum, Rentabilität, Finanzierung und Kapitalallokation macht - und wie sich diese mit der bereits kommunizierten Dividendenpolitik verbinden.
Fazit: Aus Milliardeninvestitionen müssen langfristig Werte entstehen
Der Capital Markets Day am 1. Oktober ist deshalb mehr als ein weiterer Termin im Finanzkalender. Die EVN befindet sich mitten in einem umfangreichen Investitionszyklus und will bis 2030 jährlich rund eine Milliarde Euro in die Transformation ihrer Infrastruktur investieren.
Gleichzeitig hat das Unternehmen klare finanzielle Leitplanken formuliert: eine solide Bonität im A-Bereich, einen durchschnittlichen Konzern-ROCE von mehr als sechs Prozent und eine Dividendenpolitik, die bis 2029/30 mindestens 1,10 Euro je Aktie vorsieht.
Am 1. Oktober wird deshalb vor allem interessant sein, wie die EVN diese einzelnen Bausteine zu einer langfristigen Kapitalmarktstory verbindet. Das angekündigte Update dürfte Anlegern Aufschluss darüber geben, wie die EVN AG (ISIN: AT0000741053) ihr Milliardenprogramm bis 2030 in Wachstum und Wertschaffung übersetzen will.
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Quellen:
EVN
- EVN - Jahresergebnis 2024/25 - ursprünglicher Ergebnisausblick für das Geschäftsjahr 2025/26
https://www.evn.at/getmedia/b7e9cff2-9a0e-4d9c-a841-2f84f66c3fb4/EVN-Ergebnis-2024-25.pdf
- EVN - Capital Markets Day 2026, 1. Oktober 2026 - Termin, Teilnehmer und angekündigte Themen des Capital Markets Day
https://www.evn.at/home/investor-relations/veranstaltungen/cmd
- EVN - Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26, 27. August 2026 - Investitionsprogramm, Ergebnisentwicklung, Nettoverschuldung, Ratings und Ausblick
https://www.evn.at/home/presse/geschaftsverlauf-in-den-ersten-drei-quartalen-des-geschaftsjahres-2025-26
- EVN - Jahresergebnis 2024/25, Präsentation zur Ergebniskonferenz - Kapitalmarktstrategie, durchschnittliches ROCE-Ziel von mehr als sechs Prozent und finanzielle Ambitionen
https://www.evn.at/getmedia/6d6037aa-a70a-4131-919b-938a9e73b2e0/CC_FY-2024_25.pdf
- EVN - Geschäftsbericht 2024/25 - operativer ROCE und Wertanalyse
https://www.evn.at/getmedia/00546753-38cd-453c-b673-d0253b5501ba/EVN_Annual-Financial-Report-2024_25.pdf
- EVN - Dividende und Dividendenpolitik - Basisdividende ab 2025/26 und Zielsetzung bis 2029/30
https://www.evn.at/home/investor-relations/evn-aktie/dividende-und-dividendenpolitik
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