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Evotec steckt mitten im eigenen Umbau und gerade jetzt geht auch noch der Forschungschef. Oder gehört das zum Umbau mit hinzu? Die Aktie hat seit Januar nochmals fast die Hälfte ihres Werts verloren. Trotzdem legte der Kurs zuletzt auffällig etwas zu. Doch wie passt das zusammen? Ist das was im Busch? Das Sparprogramm läuft angeblich nach Plan, die Pipeline sei gut gefüllt. Doch die Zahlen sprechen noch eine andere Sprache. Charttechnisch kommt es jetzt auf eine wichtige Marke an. Sie könnte den Weg für eine Erholung freimachen. Wie weit sie führen könnte und worauf Anleger achten sollten, lesen Sie hier.
Chefwechsel mitten im Umbau
Bei Evotec "kracht" es im Führungsteam. Forschungschef Cord Dohrmann hat das Unternehmen zum 30. September verlassen, im gegenseitigen Einvernehmen. Seit 2010 prägte er die Wissenschaft des Konzerns. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, die Suche läuft. Und das ausgerechnet jetzt, wo bei Evotec ohnehin alles auf Umbau steht. Für Anleger ist das kein ganz einfacher Moment. Die Börse blieb aber zunächst gelassen. Am Dienstag legte die Aktie sogar zu und schloss bei knapp 3 Euro. Trotzdem steht seit Jahresbeginn ein dickes Minus von über 40 Prozent. Im Sommer ging viel Vertrauen verloren, denn im Juli kappte Evotec die Jahresziele. Statt 700 bis 780 Millionen Euro Umsatz sollen es nur noch 570 bis 610 Millionen werden. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen nun mit minus 70 bis minus 105 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr stehen 300,1 Millionen Euro Umsatz und minus 42,7 Millionen Euro EBITDA zu Buche. Das ist schon eine Hausnummer, vor allem die Verluste im Verhältnis zum Umsatz! Es gibt aber auch Lichtblicke. Das Sparprogramm Horizon läuft laut Finanzchefin Claire Hinshelwood nach Plan, die Pipeline gilt als robust. Dazu kommen eine Phase-1-Studie für das US-Verteidigungsministerium und eine neue Kooperation mit Plectonic.
Charttechnik
Charttechnisch ist die Lage aber weiter angespannt, dennoch nicht ganz hoffnungslos. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 7,75 Euro und wurde im November 2025 erzielt. Inzwischen kostet die Aktie knapp um die 3 Euro. Das Tief im September dieses Jahr bei 2,70 Euro ist vorerst die wichtigste Haltemarke. Darunter gibt es kaum noch Unterstützung. Dann käme es vielleicht zum "freien Fall". Zuletzt schob sich der Kurs über die Marke bei 3 Euro. Das ist ein erstes Lebenszeichen, mehr aber auch noch nicht. Richtig spannend wird es erst bei 3,30 Euro. Gelingt der Sprung darüber, wäre das schon mal eine echte Erleichterung und die Basis für einen Rebound. Der könnte durchaus bis 4 Euro führen, vielleicht sogar darüber hinaus. Scheitert die Aktie an der Marke, bleibt sie erst mal in ihrer Spanne gefangen. Rutscht sie dagegen unter 2,70 Euro, drohen neue Tiefs. Die nächsten Tage, bzw. Wochen dürften zeigen, wohin die Reise geht. Es bleibt spannend!
Was tun?
Die Analysten sind sich uneins. Berenberg bleibt bei "Hold" und einem Kursziel von 3,60 Euro. RBC als Bulle sieht mit "Outperform" sogar 10 Euro, andere Häuser liegen bei etwa 3,50 Euro. Im Schnitt der von Evotec veröffentlichten Einschätzungen sind es etwas über 4 Euro. Diese riesige Bandbreite zeigt, wie schwer die Aktie derzeit, auch für Profis, zu greifen ist. Klarheit fehlt, und das spiegelt sich im Kurs und unterm Strich passt wohl ein ziemlich neutraler Blick. Die Zahlen sind schwach, der Umbau läuft und der Chart zeigt erste Stabilisierung. Wer neu einsteigen will, könnte eventuell besser auf einen Ausbruch über 3,30 Euro oder die Zahlen zum dritten Quartal am 5. November abwarten. Dann wird klarer werden, ob die Sanierung greift und Evotec eine bessere Zukunft hat.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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