Während Anleger bei Künstlicher Intelligenz auch darüber diskutieren, welche Geschäftsmodelle durch die neue Technologie unter Druck geraten könnten, positioniert sich die JDC Group auf der anderen Seite dieser Entwicklung. Der Finanzdienstleister integriert KI immer tiefer in seine Plattform und will damit nicht nur Kosten senken, sondern das eigene Angebot für angeschlossene Makler deutlich leistungsfähiger machen.
Der jüngste Schritt geht dabei über die bisherige Nutzung hinaus. Mit einem neuen KI-Agenten kann die JDC-Plattform erstmals komplette Abläufe weitgehend selbstständig übernehmen. Die Software soll unter anderem Online-Leads und Kundenanfragen analysieren und perspektivisch bei Sachversicherungen sogar die Kommunikation bis zum Vertragsabschluss führen. Den Anfang machen Rechtsschutzversicherungen, weitere Produktbereiche sollen folgen.
Damit unterscheidet sich der Agent deutlich vom bereits eingesetzten KI-Assistenten "Companion". Während dieser vor allem Informationen bereitstellt, kann die neue Lösung konkrete Aufgaben ausführen. Dazu zählen die Analyse bestehender Verträge, die Bearbeitung von Kundenanfragen sowie die Vorbereitung von Vertragsänderungen und Wiedervorlagen.
Für die angeschlossenen Finanz- und Versicherungsmakler liegt der Vorteil auf der Hand: Standardprozesse lassen sich stärker automatisieren, so dass mit den vorhandenen personellen Ressourcen mehr Geschäft abgewickelt werden kann. Für JDC selbst könnte der Effekt noch weiter reichen. Je größer der funktionale Mehrwert der Plattform wird, desto attraktiver dürfte sie für neue Partner werden und desto höher werden zugleich die Wechselhürden für bestehende Kunden. Gerade die zuletzt etwas schwächere Neukundengewinnung könnte davon profitieren.
Die KI-Offensive trifft zudem auf ein ohnehin stark wachsendes Geschäft. Im ersten Halbjahr erhöhte JDC den Umsatz um 19 Prozent auf 143,5 Mio. Euro, während das EBITDA um 70 Prozent auf 14,5 Mio. Euro zulegte. Das EBIT hat sich mit 11,1 Mio. Euro sogar mehr als verdoppelt. Für 2026 stehen weiterhin 300 bis 330 Mio. Euro Umsatz und 35 bis 38 Mio. Euro EBITDA auf der Agenda, wobei der Vorstand wegen des schwierigen Umfelds inzwischen eher das untere Ende der Spannen erwartet.
Für 2027 sind die Ziele mit 450 bis 500 Mio. Euro Umsatz und 40 bis 50 Mio. Euro EBITDA noch ambitionierter. Neben KI könnte dann auch die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge für zusätzliche Impulse sorgen.
(aktien-global.de, erstellt 05.10.26, 08:35 Uhr, veröffentlicht 05.10.26, 08:43 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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