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Der Windkraftanlagenhersteller hat sich erneut zahlreiche Aufträge gesichert, doch die Börse weiß das nicht zu schätzen. Lange wird das nicht mehr so bleiben!
Nordex: Trotz starker Aussicht kommt der Wind aktuell von vorne
Nach einer dynamischen Rallye in der ersten Jahreshälfte ist den Käuferinnen und Käufern in den vergangenen Wochen und Monaten die Puste ausgegangen - trotz anhaltend hoher Energiepreise handelt die Nordex-Aktie mit Verlusten. Gegenwind kommt vor allem von den stark steigenden Anleiherenditen, welche die Investitionskosten für neue Windkraftprojekte verteuern und sie dadurch weniger rentabel machen. Auch die Pläne von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, welche Ausbaubegrenzungen in Regionen mit begrenzten Netzkapazitäten vorsehen, belasten das Sentiment. Sie drohen die dringend notwendige Energiewende zu verzögern zulasten der Betreiber und damit auch Nordex als ihr Zulieferer.
Noch kann das Unternehmen jedoch aus dem Vollen schöpfen, wie die anhaltend starke Auftragslage beweist. Dies ist auch der beste Grund dafür, warum Anlegerinnen und Anleger der Aktie weiter die Treue halten sollten, deren Bewertung durch die Rallyepause der zurückliegenden Monaten zunehmend attraktiv für einen Einstieg geworden ist. Vor allem in den vergangenen Tagen hat Nordex jede Menge neue Bestellungen vermelden können.
Die Auftragslage ist anhaltend stark, gerade auch außerhalb von Deutschland
Bereits in der vergangenen Woche meldete sich der Windkraftanlagenhersteller gleich drei Mal zu Wort. Am Donnerstag heimste Nordex einen 42-Megawatt-Auftrag über die Lieferung von 6 Turbinen an Windparkbetreiber Narvis ein. Am Freitag meldete der Konzern dann eine Reihe von Aufträgen aus Südeuropa. Insgesamt 34 Anlagen wird Nordex zwischen 2027 und 2028 nach Frankreich, Portugal und Spanien liefern. Insgesamt 175 Megawatt haben namentlich nicht genannte Kunden bestellt. Sowohl die am Donnerstag als auch die am Freitag mitgeteilten Aufträge umfassen außerdem Instandhaltungs- und Service-Dienstleistungen. Die sind für Nordex besonders wichtig, da sie eine hohe finanzielle Visibilität besitzen und planbare Cashflows ermöglichen.
Am Dienstagmorgen hat sich Nordex erneut zu Wort gemeldet - das Unternehmen ist erneut in Süd-, aber auch in Mittel und Osteuropa erfolgreich gewesen. Insgesamt 35 Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 228 Megawatt sollen Kundinnen und Kunden bestellt haben, wobei auch Wartungsverträge mit einer Laufzeit von bis zu 25 Jahren abgeschlossen wurden. Außerdem gab Nordex bekannt, dass einige der Turbinen mit dem unternehmenseigenen Advanced Anti-Icing System ausgestattet werden. Das erlaubt den Betrieb von Windkraftanlagen auch bei Frost, da vereiste Rotorblätter aufgetaut werden können.

Aktie mit anhaltenden Verlusten - 35 Euro womöglich unausweichlich
Anlegerinnen und Anleger zeigten sich von den zuletzt positiven Entwicklungen jedoch völlig ungerührt, das Papier büßte bis zum frühen Dienstagnachmittag rund 1,5 Prozent an Wert ein. Gegenüber dem Stand vor einer Woche hat Nordex sogar fast 5 Prozent an Wert verloren - und das, obwohl sich am Anleihemarkt inzwischen Entspannung abzeichnet und die Renditen zuletzt bei gleichbleibend hohen Energie- und Ölpreisen gesunken sind.
Aus technischer Perspektive sind die jüngsten Kursverluste eine schlechte Nachricht, denn die Aktie droht ihre Unterstützung im Bereich von 37 Euro aufzugeben, nachdem sie zuletzt bereits unter ihre gleitenden Durchschnitte gefallen ist. Dadurch wird eine Korrekturfortsetzung bis 35 Euro zunehmend wahrscheinlich, wo jedoch angesichts der fortgesetzten bullishen Divergenzen insbesondere im Trendstärkeindikator MACD eine Gegenbewegung einsetzen dürfte. Erst für Kurse nachhaltig unter 35 Euro würde sich das Chartbild weiter deutlich eintrüben, darüber überwiegen die Chancen zur Oberseite.
Fazit: Der Wind für die Aktie dürfte sich schon bald wieder drehen
War die Unternehmensbewertung für Kurse um 50 Euro für das Erste deutlich zu ambitioniert, bietet Nordex gegenwärtig zwar technisch, dafür aber umso stärker fundamental einen attraktiven Einstiegszeitpunkt: Für 2026 ist das Unternehmen mit rund dem 18-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet, bis 2027 soll das KGV unter 15 sinken - das wäre ein Wert deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 19 und läge gleichzeitig auch unter dem Gewinnvielfachen von Mitbewerber Vestas, der für 2026 mit einem KGV von 20,3 und von 16,1 für 2027 bewertet wird.
Darüber hinaus bietet Nordex nach den operativen Verbesserungen der vergangenen Jahre eine mit 6,6 Prozent inzwischen ansprechende Cashflow-Rendite, die außerdem zur gesunden Unternehmensbilanz mit einem geschätzten Nettovermögen von 1,91 Milliarden Euro beiträgt. Angesichts der anhaltend starken Zukunftsaussichten und der inzwischen vorteilhaften Bewertung dürfte sich Nordex nicht mehr lange vom aktuell herrschenden Gegenwind aufhalten lassen.
Gastautor: Max Gross
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