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41,5 Millionen Euro für fahrerlose Züge: Siemens und Deutsche Bahn treiben die Automatisierung voran - Rail Vision entwickelt KI-Technologie für den vollautonomen Schienenverkehr

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Ein Zug, der seine Umgebung selbstständig überwacht, Hindernisse erkennt und ohne Lokführer zum Bahnhof fährt: Was lange nach Zukunftsmusik klang, wurde in Deutschland inzwischen erfolgreich demonstriert. Rund 41,5 Millionen Euro stellte das Bundeswirtschaftsministerium für das Forschungsprojekt AutomatedTrain bereit. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft haben Siemens (ISIN: DE0007236101) und die Deutsche Bahn damit einen wichtigen Schritt in Richtung eines autonomen Schienenverkehrs gemacht. Im Mittelpunkt steht eine technologische Herausforderung, die für die gesamte Bahnindustrie zunehmend an Bedeutung gewinnt: Züge müssen ihre Umgebung zuverlässig wahrnehmen und auf unerwartete Situationen reagieren können.

Fahrerlose Zugfahrt erfolgreich demonstriert

Anfang September präsentierte das Projektkonsortium auf dem Gelände der Havelländischen Eisenbahn die Ergebnisse seiner rund dreijährigen Entwicklungsarbeit. Ein umgerüsteter Mireo-Zug von Siemens Mobility demonstrierte dabei vollautomatisierte Bereitstellungs- und Abstellfahrten. Vor der Abfahrt überprüft das Fahrzeug selbstständig sicherheitsrelevante Funktionen, überwacht während der Fahrt seine Umgebung und kann auf erkannte Hindernisse reagieren. Neben Siemens waren unter anderem DB InfraGO, DB Regio, Bosch Engineering und die Technische Universität Dresden beteiligt. Die Demonstration lieferte zugleich wichtige Grundlagen für die weitere Standardisierung und spätere Zulassung vollautomatisierter Bahnsysteme.

Warum autonome Züge mehr als eine digitale Steuerung benötigen

Die Automatisierung des Bahnverkehrs geht weit über die klassische Zugsteuerung hinaus. Während herkömmliche Sicherungssysteme beispielsweise Signale, Fahrwege und Zugabstände überwachen, müssen autonome Fahrzeuge zusätzlich unerwartete Ereignisse in ihrem unmittelbaren Umfeld erkennen. Menschen auf den Gleisen, Fahrzeuge an Bahnübergängen oder andere Hindernisse stellen besondere Anforderungen an die Sensorik. Das AutomatedTrain-Projekt setzte deshalb auf frontseitig verbaute Sensoren und unterschiedliche Softwarelösungen zur Umfelderkennung. Diese Kombination aus Sensorik, Datenverarbeitung und automatisierter Reaktion dürfte für die weitere Entwicklung fahrerloser Bahnsysteme eine entscheidende Rolle spielen.

Bis zu zwei Kilometer voraus: KI für eine verbesserte Umfelderkennung und mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Auch Rail Vision (ISIN: IL0011475949) beschäftigt sich mit dieser technologischen Herausforderung. Das an der Nasdaq unter dem Kürzel RVSN gelistete Unternehmen entwickelt KI-gestützte Wahrnehmungssysteme für die Bahnindustrie. Sein TrackScout-System kombiniert multispektrale elektrooptische Sensoren mit selbst entwickelten Deep-Learning-Algorithmen. Laut Unternehmensunterlagen kann das System Gefahren auch bei schwierigen Wetter- und Sichtverhältnissen auf Entfernungen von bis zu 2.000 Metern erkennen und klassifizieren. Dazu zählen Personen, Tiere, Fahrzeuge, Schienenfahrzeuge, streckenseitige Ausrüstung sowie weitere Hindernisse auf oder neben den Gleisen. Zu den erweiterten Funktionen von TrackScout gehören außerdem die Erkennung von Anomalien bei bislang nicht klassifizierten Hindernissen sowie eine nach Unternehmensangaben branchenweit erstmals verfügbare Erkennung von Weichenstellungen, einschließlich Weichen, die entgegen der Fahrtrichtung der Lokomotive gestellt sind. Die Technologie soll Lokführern entscheidende zusätzliche Reaktionszeit verschaffen und zugleich einen möglichen technologischen Baustein für weitergehende Automatisierungslösungen im Schienenverkehr bilden. Rail Vision ist zwar nicht am deutschen AutomatedTrain-Projekt beteiligt, beschäftigt sich mit seinen KI-gestützten Wahrnehmungssystemen für die Bahnindustrie jedoch mit vergleichbaren technologischen Herausforderungen.

Vom Warnsignal zur automatischen Bremsung

Besonders bemerkenswert ist die Weiterentwicklung dieser Technologie für Rangierbahnhöfe. Mit YardFlow und YardFlow Flex bietet Rail Vision spezialisierte Lösungen für komplexe Betriebsumgebungen, in denen Lokomotiven, Güterwagen und Personal auf engem Raum zusammenarbeiten. Laut Hersteller sind die Systeme darauf ausgelegt, Gefahren auf Entfernungen von bis zu 200 Metern zu erkennen. Über die Echtzeitwarnung des Lokführers hinaus verfügen die Plattformen über eine optionale Bremsschnittstelle, die eine direkte Anbindung an bestehende Lokomotivsteuerungen ermöglicht. Reagiert ein Bediener nicht auf eine kritische Warnung, kann das System bei entsprechender Integration eine automatische Notbremsung auslösen. Damit geht der technische Ansatz über herkömmliche optische Hinderniswarnungen hinaus.

Berkshire-Hathaway-Tochter integriert Rail-Vision-Technologie

Die Zusammenarbeit von Rail Vision mit Railserve zeigt, dass solche Systeme bereits den Weg in kommerzielle Anwendungen finden. Das US-Unternehmen gehört zu Marmon Rail, einem Teil des Konzernverbunds von Berkshire Hathaway (ISIN: US0846707026). Rail Visions YardFlow-Flex-Technologie, die zuvor unter dem Namen ShuntingYard bekannt war, wurde als zentraler Bestandteil der WatchGUARD-Lösung in Railserves kommerziell eingeführte YardGUARD-Sicherheitsplattform integriert. Im Juni 2026 bestätigte Rail Vision diese Integration offiziell. Darüber hinaus unterzeichneten beide Unternehmen eine unverbindliche Absichtserklärung, um zusätzliche Einsatzmöglichkeiten und Geschäftschancen zu prüfen. Diese weitergehenden Vorhaben stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt des Abschlusses verbindlicher Vereinbarungen.

328 Prozent Umsatzwachstum - Kommerzialisierung nimmt Fahrt auf

Die Fortschritte des Unternehmens spiegeln sich auch in seinen Geschäftszahlen wider. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte Rail Vision seinen Umsatz von 237.000 auf 1,015 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 328 Prozent. Wesentliche Umsatzbeiträge stammten aus der Lieferung von YardFlow-Flex-Systemen an Railserve sowie aus Dienstleistungen für bestehende Kunden. Dennoch befindet sich das Unternehmen weiterhin in einer frühen Kommerzialisierungsphase und verzeichnete einen operativen Verlust von rund 8,03 Millionen US-Dollar. Zum 30. Juni 2026 verfügte Rail Vision über liquide Mittel einschließlich gebundener Gelder in Höhe von rund 15,6 Millionen US-Dollar und hatte keine Finanzschulden.

Die nächste Entwicklungsstufe der Bahnsicherheit

Mit AutomatedTrain haben Siemens und Deutsche Bahn demonstriert, wie weit die technische Entwicklung autonomer Züge bereits vorangeschritten ist. Für die Bahnindustrie rückt damit eine zunehmend wichtige Frage in den Vordergrund: Wie lassen sich Züge so ausstatten, dass sie ihre Umgebung nicht nur wahrnehmen, sondern auch zuverlässig auf mögliche Gefahren reagieren können? Rail Vision beschäftigt sich mit seinen KI-basierten Wahrnehmungs- und aktiven Eingriffssystemen genau mit dieser technologischen Herausforderung. Ob aus den bestehenden Integrationen und Pilotprojekten letztlich größere kommerzielle Aufträge entstehen, bleibt ungewiss. Die zunehmende Automatisierung des Schienenverkehrs schafft jedoch ein relevantes Anwendungsfeld für Technologien, wie sie Rail Vision (ISIN: IL0011475949) entwickelt.


Quellen

German Federal Ministry for Economic Affairs and Energy - BMWE-gefördertes Leuchtturmprojekt stellt Ergebnisse zur fahrerlosen Zugfahrt vor, 08.09.2026 https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/09/20260908-fahrerlose-zugfahrt.html

Siemens Mobility - AutomatedTrain zeigt die Zukunft des fahrerlosen Bahnverkehrs, 08.09.2026 https://press.siemens.com/global/de/pressemitteilung/automatedtrain-zeigt-die-zukunft-des-fahrerlosen-bahnverkehrs

Rail Vision - Rail Vision Technology Integrated into Railserve's Commercially Launched Industrial Railyard Safety System, 03.06.2026 https://ir.railvision.io/news-releases/news-release-details/rail-vision-technology-integrated-railserves-commercially

Rail Vision - Rail Vision Delivers Strong Commercial Momentum in First Half of 2026 with Revenue Exceeding $1 Million, 26.08.2026 https://ir.railvision.io/news-releases/news-release-details/rail-vision-delivers-strong-commercial-momentum-first-half-2026

Rail Vision - Form 6-K, Interim Financial Report and Corporate Presentation, 26.08.2026 https://ir.railvision.io/node/8516/html

finanzen.net - Rail Vision Stock, Security Information (ISIN and WKN) https://www.finanzen.net/aktien/rail_vision-aktie

Lassen Sie sich in den Verteiler für Rail Vision Ltd oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: "Verteiler Rail Vision Ltd" oder "Nebenwerte".

Rail Vision Ltd
Land: Israelisch
ISIN: IL0011475949 / FSE: C8O
https://railvision.io/

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