NEW YORK (dpa-AFX) - Am US-Aktienmarkt haben die Technologiewerte nach der Verschnaufpause am Vortag ihren Kursrutsch fortgesetzt. Damit bestimmten am Freitag wieder Ängste über ausufernde Finanzierungskosten für KI-Konzerne das Bild. Hinzukam im Handelsverlauf ein deutlicher Anstieg der Ölpreise, der einmal mehr Inflationssorgen schürte. Denn eine Gruppe von Abgeordneten hatte einen Gesetzentwurf eingebracht, um das Vorhaben von Präsident Donald Trump zu verhindern, mehr russischen Diesel auf die Weltmärkte zu bringen.
Der techwertelastige Nasdaq 100 sackte zuletzt um 2,2 Prozent auf 29.267 Punkte ab und fiel auf das Niveau von Mitte September zurück. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,1 Prozent auf 7.663 Punkte nach unten.
Der Leitindex Dow Jones Industrial drehte ins Minus und gab um 0,4 Prozent auf 51.969 Punkte nach. In dem Leitindex sind die großen Tech-Aktien bei weitem nicht so schwer gewichtet wie im Nasdaq 100, sodass er sich noch vergleichsweise gut schlug. Auf Wochensicht deutet sich für den Dow ein Plus von 0,6 Prozent an.
Unter den Einzelwerten geriet wie schon zur Wochenmitte Coreweave in den Fokus. Die Papiere des Anbieters von KI-Cloud-Computing-Diensten hatten sich am Donnerstag noch von einem Kurssturz um 15,5 Prozent erholt, sackten zum Wochenschluss aber wieder um fast 12 Prozent ab. Immerhin blieben sie in der Handelsspanne vom Vortag.
Am Mittwoch waren unbesicherte Hochzinsanleihen von Coreweave auf ein Niveau abgesackt, das in der Regel auf finanzielle Schwierigkeiten hindeutet. Daraufhin hatte am Donnerstag der Vorstandsvorsitzende des für seine KI-Chips bekannten Konzerns Nvidia finanzielle Bedenken hinsichtlich Coreweave zurückgewiesen. Jensen Huang sagte, er glaube nicht, dass das tief mit Nvidia verflochtene Unternehmen eine Finanzspritze benötigen werde.
Doch offenbar konnte Huang die Zweifel am Markt nicht zerstreuen. "Die Frage ist nicht mehr nur, wie groß das Potenzial der Künstlichen Intelligenz werden kann, sondern wie rentabel die enormen Investitionen, die zu seiner Verwirklichung erforderlich sind, letztendlich sein werden", sagte Finanzmarktanalyst Fawad Razaqzada vom Finanzdienstleistungsunternehmen StoneX Group.
Die Nachfrage nach Chips und Rechenleistung sei nach wie vor stark, doch die Anleger müssten auch angemessene Renditen für die enormen Summen sehen, die in Rechenzentren, Stromerzeugung, Netzwerke und andere Infrastrukturbereiche investiert würden, fuhr der Experte fort. Es gebe Anzeichen dafür, dass diese Bedenken auf die Kreditmärkte übergriffen.
In dem wieder für Techwerte sehr schwachen Umfeld konnten die Aktien von Tesla anfängliche Gewinne nicht halten und fielen zuletzt um zweieinhalb Prozent. Der Elektroautobauer hatte nach einiger Verzögerung endlich einen Sportwagen vorgestellt, der dank Raketendüsen kurze Entfernungen im Flug zurücklegen kann.
Der Schadenversicherer Travelers steigerte trotz stagnierender Einnahmen und höherer Katastrophenschäden seinen Gewinn im Sommer leicht. Das Unternehmen hatte mehr Rückstellungen für frühere Schäden aufgelöst, wodurch der Überschuss im Jahresvergleich um zwei Prozent stieg. Die Anteilscheine von Travelers gewannen im Dow gut ein Prozent. An der Indexspitze profitierten die Papiere des Ölkonzerns Chevron mit einem Plus von mehr als zwei Prozent vom wieder gestiegenen Ölpreis.
Der Finanzdienstleister Wise blieb im abgelaufenen dritten Quartal mit dem grenzübergreifenden Transaktionsvolumen hinter den Erwartungen zurück. Die Aktien sackten um neun Prozent ab./la/he
US1667641005, US67066G1040, US2605661XXX, US6311011XXX, US78378X1XXX, US89417E1091, 2455711, US88160R1014, US97725Q1XXX, US21873S1087




