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Über 40 Prozent Kursgewinn in zwölf Monaten und trotzdem reden manche schon wieder nur von einem Rücksetzer, weil der Kurs mal ein wenig nach unten tendiert?! Die Krupp-Stiftung macht Tempo bei einer eigenständigen Stahlsparte, Analysten heben ihre Ziele an, und im Hintergrund kocht die Übernahmefantasie um TK Elevator. Gleichzeitig ist die Aktie unter eine wichtige Chartmarke gerutscht. Die Frage stellt sich, ob es jetzt noch zu einem Test der 12 Euromarke kommt? Wo liegen jetzt die Chancen für alle, die clever einsteigen wollen? Lesen Sie, warum der Aufwärtstrend trotzdem weiterleben dürfte, welche Kursmarke jetzt zählt und wie ein kluger Plan aussehen könnte.
Stahl-Comeback in Sicht und Unterstützung aus mehreren Richtungen
Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie knapp über 40 Prozent zugelegt, zuletzt notiert sie bei knapp 13,90 Euro. Neue Fantasie kommt von der Krupp-Stiftung, denn deren Chefin Ursula Gather hält das Zeitfenster für eine eigenständige Stahlsparte für günstig. Die Stiftung ist mit 21 Prozent größte Aktionärin und ihr Wort hat Gewicht - auch an der Börse. Gather nennt dafür gleich mehrere gute Gründe. Der Sanierungstarifvertrag greift, der Verkauf der HKM-Beteiligung ist erledigt, und die EU-Zölle schützen die heimische Stahlindustrie besser. In Duisburg kommt die Direktreduktionsanlage voran und auch eine Minderheitsbeteiligung an der Sparte schließt der Konzern nicht aus. Dazu kommen die Analysten. J.P. Morgan hebt das Kursziel von 15 auf 17 Euro an und erwartet für Europas Stahlbranche 2027 ein EBITDA-Plus von 35 Prozent. Jefferies bleibt bei Kaufen und sieht die Aktie bei 16,50 Euro. Auch im Konzern wächst etwas, denn in Pune ist ein Entwicklungszentrum mit mehr als 120 Ingenieuren gestartet. Die Gerüchte um ein Kaufinteresse bei TK Elevator bringen zusätzlich Schwung. Zwar hat Thyssenkrupp nur noch eine Minderheitsbeteiligung, aber das ist allemal besser als nichts. Der Fahrplan steht und schon im August lag der Neunmonatsbericht vor. Beim Kapitalmarkttag Ende September hat Thyssenkrupp seine Strategie für Steel Europe bekräftigt. Am 4. November geht es auf Roadshow nach London, am 8. Dezember folgt der Geschäftsbericht für 2025/26. Dann sollten Anleger schlauer sein und mehr wissen.

Charttechnik
Kurzfristig ist die Luft mal entwichen und zudem ist dabei die Aktie unter den 50er SMA gerutscht. Auf Monatssicht steht ein Minus von fast 10 Prozent, was erstmal unschön aussieht, aber nach dem starken Anstieg in diesem Jahr völlig normal und nicht ungewöhnlich ist. Nach so einem Lauf darf eine Aktie auch einmal durchatmen. Es ist auf jeden Fall kein Grund zur Panik. Zwar ist es gut möglich, dass es noch einmal in Richtung 12 Euro geht. Dort liegt eine wichtige Unterstützung und ein solcher Test dieser Unterstützung wäre eher sogar gesund für den Chartverlauf. Das große, übergeordnete Chartbild bleibt freundlich und langfristig nach oben gerichtet. Die Aktie steht fast doppelt so hoch wie das Jahrestief bei rund 7 Euro. Ganz entscheidend ist aber auch die Marke von 10 Euro, denn darunter darf es nicht mehr gehen. Solange sie hält, bleibt das Bild gesund und intakt. Nach oben halten Chartanalysten 17 bis 18 Euro für machbar. Das passt gut zu den Kurszielen der Analysten, die bei 16,50 bis 17 Euro liegen.
Was tun?
Wer schon länger dabei ist zu Kursen unter 10 Euro, kann recht gelassen bleiben und lässt die Gewinne laufen. Wer noch nicht drin ist, muss nicht unbedingt alles auf einen Schlag kaufen. Sinnvoll wäre eventuell ein gestaffelter Einstieg. Erste Positionen bei Schwäche, weitere bei einem Rücksetzer Richtung 12 Euro. So verteilt sich das Risiko, und der Einstandskurs sinkt. Unter 10 Euro sollte dann aber Schluss sein, denn darunter sollte der Kurs nicht mehr fallen, ohne dass der Aufwärtstrend intakt ist. Dort wäre eher der Bereich um einen Stoppkurs anzusiedeln. Der Chart bleibt auch nach dem Rücksetzer intakt, die Nachrichten machen Hoffnung, und der Geschäftsbericht am 8. Dezember könnte weiteren Aufschluss geben für die Zukunft. Analysten sehen im Schnitt 16,50 Euro, drei raten zum Kauf, zwei zum Halten, keiner zum Verkauf.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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