ESPOO (dpa-AFX) - Der Netzwerkausrüster Nokia stellt sich nach einem überraschend guten Sommergeschäft auf noch höhere Kosten für sein Sparprogramm ein. Statt mit 800 Millionen Euro dürfte das Programm im laufenden Jahr mit 1,1 Milliarden zu Buche schlagen, teilte das Unternehmen am Donnerstag im finnischen Espoo mit. Zudem kürzt Nokia-Chef Justin Hotard bei den Investitionen. Abseits solcher Sondereffekte steigerte Nokia Umsatz und operativen Gewinn im dritten Quartal dank guter Geschäfte mit der Vernetzung von Rechenzentren jedoch stärker als von Analysten gedacht.
So wuchs der Erlös im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 5,15 Milliarden Euro. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn legte um 35 Prozent auf 605 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand trotz Sonderbelastungen ein Gewinn von 156 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Hotard treibt die Neuausrichtung des Konzerns voran. Ende 2025 hatte Nokia ein Sparprogramm eingeleitet, mit dem die Kosten des Netzwerkausrüsters bis Ende 2026 um 0,8 bis 1,2 Milliarden Euro sinken sollen. Dazu legt das Management den Fokus stärker auf die Vernetzung von Rechenzentren, um von dem weltweiten KI-Investitionsboom zu profitieren. Zuvor hatte vor allem die Lieferung von Netztechnik für Mobilfunkbetreiber im Mittelpunkt gestanden. Deren Nachfrage hatte zuletzt aber geschwächelt.
Die Nokia-Aktie stand nach dem Höhenflug bis zur Mitte des Jahres zuletzt stark unter Druck. Seit dem Jahreshoch von fast 15 Euro Anfang Juni ging es um 44 Prozent nach unten. Trotz des Rückgangs seitdem legte der Börsenwert des Unternehmens in den vergangenen zwölf Monaten um circa drei Viertel auf 47 Milliarden Euro zu. Aus diesem Grund ist das Papier des finnischen Unternehmens seit September wieder im EuroStoxx 50 gelistet./stw/zb/jha/




