NEW YORK (dpa-AFX) - Deutlich gestiegene Ölpreise und negativ aufgenommene Investitionspläne des Technologiekonzerns Meta haben der Nasdaq-Börse am Donnerstag wieder einen kräftigen Dämpfer verpasst. Mit der Erholung vom Vortag war es somit schnell vorbei. Der Nasdaq 100 fiel unter 29.000 Punkte auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Zum Börsenschluss verlor er 2,9 Prozent auf 28.958,69 Zähler.
Die Ölpreise legten nach einem Drohnenangriff auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien nochmals zu und schürten Inflationssorgen und damit Zinsangst - zulasten der Technologie-Aktien. Anleger fürchten, dass diese ihren hohen Bewertungen nicht gerecht werden könnten.
Der in diesem Monat im Vergleich zur Nasdaq deutlich besser laufende Leitindex Dow Jones Industrial beendete den Handel mit plus 0,02 Prozent auf 52.867,98 Punkte. Der marktbreite und mit Techwerten gespickte S&P 500 sank um 1,21 Prozent auf 7.663,43 Punkte.
Weitere Pläne von Meta zur Aufstockung der Investitionen gaben einmal mehr Anlass zur Sorge, dass die Technologiegiganten in einem bereits gesättigten Markt mehr Anleihen für den Ausbau der KI-Infrastruktur auflegen werden. Allein Meta steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Das Geld dafür liefert weiter das boomende Werbegeschäft. Die Aktien des Social-Media-Riesen rutschten am Donnerstag nach den am Vorabend präsentierten Quartalszahlen um 7 Prozent ab.
"Die Botschaft scheint immer deutlicher zu werden: Der Markt ist nach wie vor bereit, hohe Investitionen in KI zu belohnen, stellt jedoch immer höhere Anforderungen an die Renditen", sagte Santiago Mateo, Leiter des Aktienbereichs der CaixaBank AM. "Die Anleger wollen Nachweise dafür, dass sich die Investitionen in ein stärkeres Wachstum, eine bessere Monetarisierung und letztendlich in Gewinnen niederschlagen."
Die Aktien von Tesla sanken um mehr als 3 Prozent. Der E-Fahrzeugbauer hatte das vergangene Quartal mit einem Gewinneinbruch abgeschlossen. Der Umsatz stagnierte. Analysten waren jedoch zufrieden und hoben eine überraschend gute Barmittelentwicklung hervor, die auf niedrigere Investitionen zurückgehe.
Tesla-Chef Elon Musk hatte am Tag vor der Zahlenvorlage Spekulationen zu Überlegungen über einen Zusammenschluss mit der ebenfalls von ihm geführten Weltraumfirma SpaceX bestätigt. Dies hatte den Tesla-Papieren am Mittwoch noch Aufrieb gegeben. Für die am Vortag um fast 8 Prozent gestiegenen SpaceX-Aktien ging es am Donnerstag um mehr als 9 Prozent in den Keller.
Die Titel des Chipindustriezulieferers Lam Research fielen nach Geschäftszahlen um fast 12 Prozent. Besser sah es für die Papiere des traditionsreichen IT-Unternehmens IBM aus, die nach dem Quartalsbericht knapp im Plus schlossen.
Die Aktien von Moderna brachen um rund 18 Prozent ein und jene von Merck & Co verloren 1,8 Prozent. Zuvor waren Daten zum erwarteten personalisierten Melanom-Impfstoff der Unternehmen aufgeflogen, die eigentlich erst an diesem Wochenende veröffentlicht werden sollten. Die Wall Street reagierte enttäuscht auf die Daten. Analyst Trung Huynh von der RBC schrieb, sie würden den hohen Erwartungen nicht gerecht. Auch wenn eine Zulassung wahrscheinlich erscheine, sei ein kommerzieller Erfolg weitaus weniger sicher.
Ein überraschend guter Start ins neue Geschäftsjahr bescherte dem Konsumgüterriesen Procter & Gamble ein Kursplus von 5,6 Prozent. Die Papiere notieren damit nur noch knapp unter ihrem Jahreshoch von Ende Februar./ajx/he
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