DJ Roche zielt mit neuem Lungenkrebs-Medikament auf aufstrebenden Onkologie-Markt
-Von Adria Calatayud
DOW JONES--Roche will eine von dem Schweizer Pharmakonzern entwickelte Pille zu einer Standardbehandlung für eine fortgeschrittene Form von Lungenkrebs machen. Es ist der erste Vorstoß des Konzerns in ein aufstrebendes Feld innerhalb des Onkologie-Marktes.
Roche arbeitet an mehreren Medikamenten, die auf einen Krebstreiber abzielen, der sich der Branche lange entzogen hat. Ein Durchbruch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs des US-Biotech-Unternehmens Revolution Medicines brachte das Feld auf das Radar der Investoren, und Roche will mit dem Lungenkrebsmedikament Divarasib in diesen Bereich vordringen.
In Studienergebnissen, die am Sonntag auf dem Jahreskongress der European Society for Medical Oncology in Madrid vorgestellt wurden, erklärte Roche, dass sein Medikament das Sterberisiko im Vergleich zu verfügbaren Behandlungen von Amgen und Bristol Myers Squibb um 44 Prozent gesenkt habe. Die klinische Studie im Spätstadium verglich die Wirkungen der Medikamente bei Patienten mit einer bestimmten Art von Lungenkrebs, die bereits zuvor behandelt worden waren.
Weniger Teilnehmer, die Divarasib einnahmen, schieden aufgrund von Nebenwirkungen aus der Studie aus als diejenigen, die die bestehenden Medikamente erhielten, so Roche.
"Die Daten werden die Praxis verändern", sagte Stefan Frings, Deputy Chief Medical Officer von Roche, in einem Interview.
Divarasib ist ein orales Medikament, das an ein Protein namens KRAS G12C binden soll, um dessen tumorfördernde Signalfunktion abzuschalten. Die sogenannten KRAS-Mutationen sind eine Untergruppe eines Treibers für die Ausbreitung von Tumoren, der als RAS bekannt ist, und G12C ist eine der häufigsten Formen.
Der Wettbewerb in diesem Bereich verschärft sich, da Eli Lilly, Merck und Revolution Medicines ebenfalls KRAS-Medikamente entwickeln, schrieben Analysten von RBC Capital Markets in einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Roche verstärkt lauf Frings seine Bemühungen beim RAS-Signalweg zur Krebsbehandlung. Das Portfolio des Unternehmens umfasst ein experimentelles Medikament, das darauf abzielt, die verschiedenen Formen von RAS-Mutationen zu blockieren, sowie ein weiteres, das auf KRAS G12C abzielt - beide befinden sich in frühen Studienphasen.
Für Divarasib führt Roche weitere klinische Studien im Spätstadium durch, um zu testen, ob es in früheren Phasen der Krankheit wirkt, entweder als Einzelbehandlung oder in Kombination mit Keytruda von Merck.
Frings sagte, die Ergebnisse der Divarasib-Studie zusammen mit Daten aus früheren Studien, die im Juni auf dem Kongress der American Society of Clinical Oncology vorgestellt wurden, stimmten Roche recht zuversichtlich, dass Divarasib als Erstlinienbehandlung wirken könnte.
Das Unternehmen hatte im September seine Schätzung für den jährlichen Spitzenumsatz von Divarasib auf 2 bis 3 Milliarden Schweizer Franken angehoben, nach zuvor 1 bis 2 Milliarden Franken.
"Wir sind jetzt sicherlich hoffnungsvoller, dass es ein guter Blockbuster wird", sagte Frings. "Die Behandlungsdauer spielt auch für den Spitzenumsatz eine Rolle, und die Behandlungsdauer war sicherlich viel länger, als wir ursprünglich prognostiziert hatten."
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