Hamburg (ots) -
- Interne Regelwerke (Governance), Datenqualität und Compliance wirken positiv auf Skalierung von KI-Agenten
- Nur ein Prozent hat KI-Agenten in mehr als einem Kernprozess vollständig integriert
Strenge Regeln, die oft als Innovationsbremse gelten, werden beim Einsatz von KI-Agenten zum Vorteil. Zu diesem Schluss kommt die Technologieberatung Sopra Steria nach der Auswertung der mit Lünendonk gemeinsam durchgeführten Studie "Agentic AI: vom Copiloten zum Autopiloten".
Banken, Versicherer und Behörden müssen seit Jahren festlegen, wer wofür verantwortlich ist, Entscheidungen dokumentieren und Risiken kontrollieren. Genau diese Strukturen brauchen Unternehmen, um KI-Agenten aus dem Testbetrieb in den Alltag zu holen und dort auf viele Abläufe auszuweiten.
KI-Agenten sind Programme, die Aufgaben nicht nur beantworten, sondern selbstständig planen und ausführen. Sie greifen dafür auf andere Anwendungen zu, treffen Entscheidungen und erledigen mehrere Arbeitsschritte hintereinander. Je mehr sie eigenständig tun, desto dringender wird die Frage, wer für ihr Handeln geradesteht.
Pilotprojekte schaffen selten den Sprung in den Alltag
An dieser Stelle hakt es in vielen Unternehmen, so die Studie für die 180 IT-Chefs, IT-Bereichsleiter und Fachbereichsverantwortliche aus großen Mittelständlern und Konzernen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.
Von den 141 Unternehmen, die hierzu Angaben machten, bringen 66 Prozent der Befragten bringen weniger als ein Viertel ihrer KI-Pilotprojekte in den Regelbetrieb. 58 Prozent testen KI-Agenten erst in Pilotprojekten, weitere 18 Prozent erkunden die Technik noch. 19 Prozent setzen sie in einzelnen Aufgabenbereichen produktiv ein. Durchgängig in mehreren zentralen Geschäftsabläufen arbeiten KI-Agenten bislang bei einem Prozent der Unternehmen. Weitere vier Prozent beschäftigen sich bislang noch gar nicht mit dem Thema.
Als Gründe nennt die Studie fehlende technische Voraussetzungen und Datenanbindungen, Bedenken bei Sicherheit und Datenschutz, zu wenig Fachpersonal sowie viele parallel laufende KI-Projekte, die schlecht aufeinander abgestimmt sind.
"Bei KI-Agenten entscheidet weniger das Modell über den Erfolg als die Frage, wer für ihre Entscheidungen verantwortlich ist und wie gut sich Modelle in eine Organisation integrieren lassen", sagt Martin Stolberg, Head of AI bei Sopra Steria in Deutschland und Österreich. "Viele Pilotprojekte bleiben stecken, weil niemand festgelegt hat, welche Daten ein Agent nutzen darf, was er allein entscheiden darf und wer seine Ergebnisse prüft."
Wie wichtig Unternehmen die Kontrolle ist, zeigt ihr Umgang mit riskanten Abläufen. Bei Prozessen mit hohem Risiko lassen 65 Prozent der befragten Unternehmen die Agenten nur Empfehlungen geben, die Entscheidung trifft ein Mensch. In den kommenden zwei Jahren wollen 98 Prozent der Unternehmen in Datenqualität und Datenintegration investieren. Jeweils 94 Prozent priorisieren Plattformen und Tools für die Entwicklung und Orchestrierung von KI-Agenten sowie die IT-Infrastruktur.
Bestehende Software sollen KI-Agenten meist nicht ersetzen. 73 Prozent halten es für sehr wahrscheinlich, dass sie vorhandene Programme ergänzen. 91 Prozent halten es für eher oder sehr wahrscheinlich, dass sie als übergeordnete Steuerungsebene bestehende Systeme orchestrieren. Dafür brauchen sie Zugriff auf viele Anwendungen und Daten. Das erhöht die Anforderungen an Zugriffsrechte, Freigaben und Nachvollziehbarkeit, so die Einschätzung von Sopra Steria.
Mehr Eigenständigkeit von KI-Agenten erfordert mehr Regeln
Fachleute fassen solche internen Regeln unter dem Begriff Governance zusammen: Ein Unternehmen legt fest, wer entscheidet, wer haftet und wie Ergebnisse überprüft werden. Banken, Versicherer und Behörden haben diese Strukturen wegen der Vorgaben von Aufsicht und Gesetzgeber längst aufgebaut.
Nach Einschätzung von Sopra Steria entscheiden diese Regeln auch darüber, ob aus einem gelungenen Pilotprojekt viele werden. Fehlen sie, muss ein Unternehmen für jeden neuen Agenten von vorn klären, auf welche Daten er zugreifen darf, wer haftet und wer seine Ergebnisse prüft. Mit festen Regeln wird diese Prüfung zur Routine, und jeder weitere Agent durchläuft ein bekanntes Verfahren. Zwei der Hürden, die die Studie nennt, sind im Kern solche Regelfragen: Bedenken bei Sicherheit und Datenschutz sowie KI-Projekte, die unkoordiniert nebeneinander laufen.
Davon hängt auch der wirtschaftliche Nutzen ab. 96 Prozent der befragten Unternehmen erwarten von KI-Agenten mehr Effizienz und niedrigere Kosten, 90 Prozent mehr Tempo. Spürbar werden solche Effekte aus Sicht von Sopra Steria erst, wenn Agenten in vielen Abläufen arbeiten und dort auch selbst entscheiden dürfen. Bei riskanten Prozessen behalten sich die meisten Unternehmen die Entscheidung bislang vor. Mehr Spielraum werden sie ihren Agenten erst geben, wenn sie deren Handeln nachvollziehen und kontrollieren können, erwartet Sopra Steria.
"Ein KI-Agent braucht dieselben Leitplanken wie neue Mitarbeitende: klare Zuständigkeiten, begrenzte Rechte und jemanden, der seine Arbeit kontrolliert", sagt Martin Stolberg. "Streng regulierte Branchen wie Banken, Versicherer und die öffentliche Verwaltung haben das für ihre Abläufe längst eingeübt. Wer diese Erfahrung auf KI-Agenten überträgt, kommt schneller vom Experiment in den Regelbetrieb. Klare Regeln machen aus einem einzelnen Erfolg ein Verfahren, das sich wiederholen lässt."
Ein Selbstläufer sind die vorhandenen Strukturen nach Einschätzung von Sopra Steria nicht. Unternehmen müssen sie auf Systeme übertragen, die selbst handeln, etwa durch eng begrenzte Zugriffsrechte, Freigabestufen und lückenlose Protokolle.
Über die Studie
Lünendonk & Hossenfelder hat für die Studie "Agentic AI: vom Copiloten zum Autopiloten" 180 CIOs, IT-Bereichsleiter und Fachbereichsverantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand und Konzernen in der DACH-Region befragt. Dafür wurden von April bis Juni 2026 telefonische Interviews anhand eines Interviewleitfadens durchgeführt. Bei der Branchenverteilung wurde auf einen ausgewogenen Mix geachtet. Die Studie entstand in fachlicher Zusammenarbeit mit Sopra Steria. Weitere Studienpartner waren Cosmo Consult, HyPlus, Materna, Reply und Woodmark. Die Studie steht zum Download zur Verfügung.
Studie zum Download (https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studien/free/agentic-ai-vom-copiloten-zum-autopiloten)
Foto Martin Stolberg, Head of AI für Deutschland und Österreich (https://www.soprasteria.com/images/librariesprovider2/sopra-steria-de-images/pi-bilder/foto-martin-stolberg-sopra-steria.jpg?Status=Master&sfvrsn=b2114db_1)
Über Sopra Steria
Sopra Steria ist eine führende europäische Management- und Technologieberatung mit rund 51.000 Mitarbeitenden in nahezu 30 Ländern. Sopra Steria begleitet Unternehmen und öffentliche Verwaltung bei der Modernisierung geschäftskritischer Prozesse in einer Zeit wachsender Anforderungen an digitale Souveränität, Cybersicherheit und resiliente Infrastrukturen. Besonders stark ist das Unternehmen in den Branchen Finanzdienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie weiteren regulierten Industrien vertreten.
Das Leistungsportfolio umfasst Management- und Technologieberatung, Systemintegration, Softwareentwicklung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Die Sopra-Steria-Gruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro.
The world is how we shape it
Die Aktie von Sopra Steria (SOP) ist an der Euronext Paris (Compartment A) notiert (ISIN: FR0000050809). Weitere Informationen unter www.soprasteria.com
Pressekontakt:
Sopra Steria:
Sina Szpitalny
Tel.: +49 (0) 151 40625925
E-Mail: sina.szpitalny@soprasteria.com
Original-Content von: Sopra Steria SE, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/50272/6382066
- Interne Regelwerke (Governance), Datenqualität und Compliance wirken positiv auf Skalierung von KI-Agenten
- Nur ein Prozent hat KI-Agenten in mehr als einem Kernprozess vollständig integriert
Strenge Regeln, die oft als Innovationsbremse gelten, werden beim Einsatz von KI-Agenten zum Vorteil. Zu diesem Schluss kommt die Technologieberatung Sopra Steria nach der Auswertung der mit Lünendonk gemeinsam durchgeführten Studie "Agentic AI: vom Copiloten zum Autopiloten".
Banken, Versicherer und Behörden müssen seit Jahren festlegen, wer wofür verantwortlich ist, Entscheidungen dokumentieren und Risiken kontrollieren. Genau diese Strukturen brauchen Unternehmen, um KI-Agenten aus dem Testbetrieb in den Alltag zu holen und dort auf viele Abläufe auszuweiten.
KI-Agenten sind Programme, die Aufgaben nicht nur beantworten, sondern selbstständig planen und ausführen. Sie greifen dafür auf andere Anwendungen zu, treffen Entscheidungen und erledigen mehrere Arbeitsschritte hintereinander. Je mehr sie eigenständig tun, desto dringender wird die Frage, wer für ihr Handeln geradesteht.
Pilotprojekte schaffen selten den Sprung in den Alltag
An dieser Stelle hakt es in vielen Unternehmen, so die Studie für die 180 IT-Chefs, IT-Bereichsleiter und Fachbereichsverantwortliche aus großen Mittelständlern und Konzernen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.
Von den 141 Unternehmen, die hierzu Angaben machten, bringen 66 Prozent der Befragten bringen weniger als ein Viertel ihrer KI-Pilotprojekte in den Regelbetrieb. 58 Prozent testen KI-Agenten erst in Pilotprojekten, weitere 18 Prozent erkunden die Technik noch. 19 Prozent setzen sie in einzelnen Aufgabenbereichen produktiv ein. Durchgängig in mehreren zentralen Geschäftsabläufen arbeiten KI-Agenten bislang bei einem Prozent der Unternehmen. Weitere vier Prozent beschäftigen sich bislang noch gar nicht mit dem Thema.
Als Gründe nennt die Studie fehlende technische Voraussetzungen und Datenanbindungen, Bedenken bei Sicherheit und Datenschutz, zu wenig Fachpersonal sowie viele parallel laufende KI-Projekte, die schlecht aufeinander abgestimmt sind.
"Bei KI-Agenten entscheidet weniger das Modell über den Erfolg als die Frage, wer für ihre Entscheidungen verantwortlich ist und wie gut sich Modelle in eine Organisation integrieren lassen", sagt Martin Stolberg, Head of AI bei Sopra Steria in Deutschland und Österreich. "Viele Pilotprojekte bleiben stecken, weil niemand festgelegt hat, welche Daten ein Agent nutzen darf, was er allein entscheiden darf und wer seine Ergebnisse prüft."
Wie wichtig Unternehmen die Kontrolle ist, zeigt ihr Umgang mit riskanten Abläufen. Bei Prozessen mit hohem Risiko lassen 65 Prozent der befragten Unternehmen die Agenten nur Empfehlungen geben, die Entscheidung trifft ein Mensch. In den kommenden zwei Jahren wollen 98 Prozent der Unternehmen in Datenqualität und Datenintegration investieren. Jeweils 94 Prozent priorisieren Plattformen und Tools für die Entwicklung und Orchestrierung von KI-Agenten sowie die IT-Infrastruktur.
Bestehende Software sollen KI-Agenten meist nicht ersetzen. 73 Prozent halten es für sehr wahrscheinlich, dass sie vorhandene Programme ergänzen. 91 Prozent halten es für eher oder sehr wahrscheinlich, dass sie als übergeordnete Steuerungsebene bestehende Systeme orchestrieren. Dafür brauchen sie Zugriff auf viele Anwendungen und Daten. Das erhöht die Anforderungen an Zugriffsrechte, Freigaben und Nachvollziehbarkeit, so die Einschätzung von Sopra Steria.
Mehr Eigenständigkeit von KI-Agenten erfordert mehr Regeln
Fachleute fassen solche internen Regeln unter dem Begriff Governance zusammen: Ein Unternehmen legt fest, wer entscheidet, wer haftet und wie Ergebnisse überprüft werden. Banken, Versicherer und Behörden haben diese Strukturen wegen der Vorgaben von Aufsicht und Gesetzgeber längst aufgebaut.
Nach Einschätzung von Sopra Steria entscheiden diese Regeln auch darüber, ob aus einem gelungenen Pilotprojekt viele werden. Fehlen sie, muss ein Unternehmen für jeden neuen Agenten von vorn klären, auf welche Daten er zugreifen darf, wer haftet und wer seine Ergebnisse prüft. Mit festen Regeln wird diese Prüfung zur Routine, und jeder weitere Agent durchläuft ein bekanntes Verfahren. Zwei der Hürden, die die Studie nennt, sind im Kern solche Regelfragen: Bedenken bei Sicherheit und Datenschutz sowie KI-Projekte, die unkoordiniert nebeneinander laufen.
Davon hängt auch der wirtschaftliche Nutzen ab. 96 Prozent der befragten Unternehmen erwarten von KI-Agenten mehr Effizienz und niedrigere Kosten, 90 Prozent mehr Tempo. Spürbar werden solche Effekte aus Sicht von Sopra Steria erst, wenn Agenten in vielen Abläufen arbeiten und dort auch selbst entscheiden dürfen. Bei riskanten Prozessen behalten sich die meisten Unternehmen die Entscheidung bislang vor. Mehr Spielraum werden sie ihren Agenten erst geben, wenn sie deren Handeln nachvollziehen und kontrollieren können, erwartet Sopra Steria.
"Ein KI-Agent braucht dieselben Leitplanken wie neue Mitarbeitende: klare Zuständigkeiten, begrenzte Rechte und jemanden, der seine Arbeit kontrolliert", sagt Martin Stolberg. "Streng regulierte Branchen wie Banken, Versicherer und die öffentliche Verwaltung haben das für ihre Abläufe längst eingeübt. Wer diese Erfahrung auf KI-Agenten überträgt, kommt schneller vom Experiment in den Regelbetrieb. Klare Regeln machen aus einem einzelnen Erfolg ein Verfahren, das sich wiederholen lässt."
Ein Selbstläufer sind die vorhandenen Strukturen nach Einschätzung von Sopra Steria nicht. Unternehmen müssen sie auf Systeme übertragen, die selbst handeln, etwa durch eng begrenzte Zugriffsrechte, Freigabestufen und lückenlose Protokolle.
Über die Studie
Lünendonk & Hossenfelder hat für die Studie "Agentic AI: vom Copiloten zum Autopiloten" 180 CIOs, IT-Bereichsleiter und Fachbereichsverantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand und Konzernen in der DACH-Region befragt. Dafür wurden von April bis Juni 2026 telefonische Interviews anhand eines Interviewleitfadens durchgeführt. Bei der Branchenverteilung wurde auf einen ausgewogenen Mix geachtet. Die Studie entstand in fachlicher Zusammenarbeit mit Sopra Steria. Weitere Studienpartner waren Cosmo Consult, HyPlus, Materna, Reply und Woodmark. Die Studie steht zum Download zur Verfügung.
Studie zum Download (https://www.soprasteria.de/newsroom/publikationen/studien/free/agentic-ai-vom-copiloten-zum-autopiloten)
Foto Martin Stolberg, Head of AI für Deutschland und Österreich (https://www.soprasteria.com/images/librariesprovider2/sopra-steria-de-images/pi-bilder/foto-martin-stolberg-sopra-steria.jpg?Status=Master&sfvrsn=b2114db_1)
Über Sopra Steria
Sopra Steria ist eine führende europäische Management- und Technologieberatung mit rund 51.000 Mitarbeitenden in nahezu 30 Ländern. Sopra Steria begleitet Unternehmen und öffentliche Verwaltung bei der Modernisierung geschäftskritischer Prozesse in einer Zeit wachsender Anforderungen an digitale Souveränität, Cybersicherheit und resiliente Infrastrukturen. Besonders stark ist das Unternehmen in den Branchen Finanzdienstleistungen, öffentliche Verwaltung, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie weiteren regulierten Industrien vertreten.
Das Leistungsportfolio umfasst Management- und Technologieberatung, Systemintegration, Softwareentwicklung, Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Die Sopra-Steria-Gruppe erzielte 2025 einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro.
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Die Aktie von Sopra Steria (SOP) ist an der Euronext Paris (Compartment A) notiert (ISIN: FR0000050809). Weitere Informationen unter www.soprasteria.com
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Sopra Steria:
Sina Szpitalny
Tel.: +49 (0) 151 40625925
E-Mail: sina.szpitalny@soprasteria.com
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