Oktober 2026 -
Nach einem zunächst freundlichen Jahresauftakt wurde das Marktumfeld im dritten Quartal 2026 zunehmend anspruchsvoller. Belastend wirkte insbesondere der seit Ende Februar andauernde Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise. Dies verstärkte die Sorgen vor zusätzlichen Inflationsimpulsen und einem länger erhöhten Zinsniveau. Gleichzeitig zeigte sich die konjunkturelle Entwicklung widerstandsfähiger als zunächst erwartet. Insbesondere für Deutschland wurden die Wachstumserwartungen im September deutlich angehoben.
Die Aktienmärkte entwickelten sich trotz des geopolitisch und wirtschaftlich anspruchsvollen Umfelds stabil. In den USA und Europa zeigte sich ein ähnliches Muster: Nach neuen Höchstständen im August gaben die Märkte zum Quartalsende wieder etwas nach. Der S&P 500 schloss bei 7.651 Punkten und lag damit rund 2 % über dem Stand zum Ende des zweiten Quartals. Der EuroStoxx 50 erreichte im August ebenfalls ein neues Allzeithoch, verlor anschließend rund 4,5 % und beendete das dritte Quartal bei 6.269 Punkten (-1,0 %). Der DAX zeigte sich zunächst robuster, korrigierte nach seinem Rekordhoch von 26.618 Punkten jedoch ebenfalls deutlich und schloss das Quartal bei 25.199 Punkten (+0,8 %).
Am Rentenmarkt nahm der Druck im dritten Quartal deutlich zu. Hohe Energiepreise, steigende Inflationserwartungen, fiskalische Risiken und eine restriktivere Geldpolitik ließen insbesondere die Renditen länger laufender Staatsanleihen kräftig steigen. In den USA erhöhte sich die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen auf rund 5,29 % und damit auf ein Niveau, das seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr erreicht worden war. Allein im September betrug der Anstieg mehr als 50 Basispunkte. Auch in Europa gerieten Staatsanleihen unter Druck. Der erneute Inflationsanstieg sowie die Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte trugen dazu bei, dass die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf über 3,5 % anstieg. Bei 10-jährigen französischen Staatsanleihen stieg die Rendite auf rund 5 % an. Hier wirkten sich insbesondere die hohe Staatsverschuldung und das hohe Haushaltdefizit negativ aus und führte zu einem Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen von rund 150 Basispunkte.
An den Devisenmärkten zeigte sich der US-Dollar im dritten Quartal insgesamt etwas fester. Nachdem der Euro zwischenzeitlich gegenüber dem US-Dollar zulegen konnte, gewann der Dollar insbesondere zum Quartalsende an Stärke. Unterstützt wurde der USD durch steigende US-Renditen, einem robusten Wirtschaftswachstum und wachsenden politischen und fiskalpolitischen Risiken in Europa. Der EUR/USD-Kurs bewegte sich im Quartalsverlauf von rund 1,14 EUR/USD auf rund 1,13 EUR/USD. Für international diversifizierte Euro-Anleger wirkte die Dollarstärke unterstützend, da sie die Währungsentwicklung zusätzlich begünstigte.
Der Goldpreis konnte seine Funktion als Absicherungsinstrument im dritten Quartal behaupten. Nach einer starken Aufwärtsbewegung kam es im September jedoch zu einer deutlichen Korrektur infolge steigender US-Renditen und eines festeren US-Dollars. Zum Quartalsende notierte Gold bei rund 4.155 USD je Unze und damit dennoch über dem Stand zum Ende des zweiten Quartals. Die Entwicklung verdeutlicht, dass auch klassische Sicherheitsanlagen trotz geopolitischer Unsicherheiten zwischenzeitlich unter Druck geraten können.
Das dritte Quartal 2026 war damit von einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken, steigenden Renditen und anhaltendem Inflationsdruck geprägt. Während die Anleihemärkte insbesondere unter den deutlichen Renditeanstiegen litten, wurden die Aktienmärkte weiterhin von stabilen Unternehmensgewinnen und einer widerstandsfähigen Konjunktur gestützt.
Im dritten Quartal wurde in der Hoerner Bank Strategie - Rendite Global Plus die Aktienallokation im Rahmen unseres antizyklischen und bewertungsorientierten Ansatzes reallokiert. Durch hohe Mittelzuflüsse war die Aktienquote unter das neutrale Niveau von rund 60 % gefallen. Die Mittel wurden genutzt, um bestehende Positionen gezielt aufzustocken und die Aktienquote wieder in Richtung der strategischen Zielgröße zu führen. Dabei wurde weiterhin auf eine breite regionale und stilistische Diversifikation geachtet.
In der Hoerner Bank Strategie - Substanz Plus waren im Aktiensegment keine größeren Anpassungen der Gesamtquote erforderlich. Innerhalb der bestehenden Allokation wurden jedoch gezielte strategische Umschichtungen vorgenommen.
Im Rentenbereich wurden in beiden Fonds die deutlich gestiegenen Marktrenditen genutzt, um sowohl kurzlaufende und hochliquide Anleihen als taktische Reserve als auch ausgewählte länger laufende Staats- und Unternehmensanleihen mit attraktivem Renditeniveau aufzustocken. Insbesondere der deutliche Renditeanstieg in Frankreich wurde gezielt unter dem Blickwinkel "Antizyklik" auf der Rentenseite genutzt.
Im Optionsbereich wurden bestehende Positionen nach weitgehender Vereinnahmung der Prämien geschlossen.
In einer Welt voller Unsicherheiten bleibt die breite Diversifikation über Anlageklassen, Regionen und Anlagestile hinweg der zentrale Baustein zur Stabilisierung von Portfolios und zur Partizipation an globalen Ertragsquellen. Diesen Ansatz setzten wir in unseren Strategien weiterhin diszipliniert und mit klarem Fokus auf Risiko- und Ertragschancen um.
