FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Aktienkurs von Philips sind am Dienstag deutlich gestiegen. Nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen und einer grundlegenden Einigung mit dem US-amerikanischen Justizministerium in einem jahrelangen Rechtsstreit ging es für die Anteile des Medizintechnik-Herstellers am Vormittag um 4,8 Prozent auf 25,69 Euro nach oben. Die Aktie überwand dabei die Zwischenhochs aus April und Juli. Sie ist damit auf dem Weg in Richtung der bisherigen Jahreshochs aus dem Februar bei knapp 28 Euro.
Die Analysten der kanadischen RBC lobten die Zahlen zum dritten Quartal. Während das Umsatzwachstum den Konsensschätzungen mehr oder minder entsprochen habe, sei der bereinigte operative Gewinn (Ebita) deutlich besser ausgefallen. Die Experten von Jefferies sprachen von einem ansehnlichen Auftragseingang und bezeichneten die Margenentwicklung im dritten Quartal als überraschend stark. Andere Analysten hoben vor allem den Auftragseingang als sehr positiv hervor.
Barclays-Analyst Hassan Al-Wakeel stufte zudem die grundsätzliche Einigung mit dem US-Justizministerium im Kontext des Rechtsstreites wegen fehlerhafter Geräte zur Behandlung von Schlafapnoe sowie Beatmungsgeräten als "einen wichtigen Meilenstein" für das Unternehmen ein. Die Rückstellung von knapp 288 Millionen Euro im Zusammenhang mit straf- und zivilrechtlichen Untersuchungen sei allerdings höher ausgefallen als von dem Großteil der Experten erwartet.
Der Rückruf der Geräte im Jahr 2021 und die nachfolgenden milliardenschweren Zahlungen in den USA hatten die Aktie stark belastet. Der Kurs fiel 2022 auf fast elf Euro. Seitdem geht es wieder peu à peu nach oben. Von dem Niveau aus der Zeit vor dem Rückruf von fast Euro ist das Papier aber noch weit entfernt.
Die positiv aufgenommenen Philipps-Zahlen stützten am Dienstag auch die Anteile des deutschen Konkurrenten Siemens Healthineers . Diese konnten sich in einem schwachen Umfeld stabil halten. Die Aktien der beiden Unternehmen waren beide Gewinner der Corona-Pandemie. Doch davon ist nichts übriggeblieben.
Seit Ende 2019 - also noch vor Corona - haben sich die Siemens-Healthineers-Anteile unter dem Strich kaum bewegt. Für Philips ging es vor allem wegen der Probleme in den USA in dem Zeitraum sogar ein Drittel nach unten. Mit einem Börsenwert von rund 25 Milliarden Euro liegen die Niederländer zudem deutlich hinter dem deutschen Konzern. Die Siemens-Tochter kommt auf fast 50 Milliarden Euro. Siemens hatte die Medizintechniktochter 2018 an die Börse gebracht. Seitdem baut der inzwischen auf Technologie spezialisierte Konzern seine Beteiligung sukzessive ab./mf/zb/nas/mis




