BONN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom ist im abgelaufenen Quartal vor allem dank der US-Tochter T-Mobile US stark gewachsen. Umsatz und Gewinn legten stärker als von Experten erwartet zu. Die Prognose wurde abermals leicht erhöht. Zudem soll die Dividende um zehn Prozent steigen. Außerdem beabsichtigt das Unternehmen, auch im kommenden Jahr eigene Anteile zurückzukaufen. Das Volumen des angekündigten Aktienrückkaufs von bis zu zwei Milliarden Euro wurde aber mit Enttäuschung aufgenommen.
Die T-Aktie gehörte am Donnerstag zu den wenigen Verlierern im 40 Werte umfassenden Dax . Der Kurs gab zuletzt rund drei Prozent auf 25,90 Euro nach. Seit Ende 2025 gab die Aktie gut sechs Prozent nach, während der deutliche Leitindex zulegte.
Grund dafür ist vor allem der fallende Kurs der Aktie der US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Dieser geriet zuletzt unter Druck, da das vom Milliardär Elon Musk kontrollierte Unternehmen SpaceX Mobilfunkfrequenzen erwarb und sich damit ein weiterer Wettbewerber etablieren könnte. Die Deutsche Telekom hält etwas mehr als die Hälfte der T-Mobile-US-Anteile.
Das Aktienpaket an der US-Tochter, die bereits Ende Oktober Zahlen vorgelegt hatte, ist umgerechnet etwas mehr als 80 Milliarden Euro wert. Die Deutsche Telekom selbst kommt auf rund 127 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Damit sind die Bonner ein Dax-Schwergewicht, auch wenn sich das Papier zuletzt schlechter als der Leitindex entwickelt hatte.
Größter Anteilseigner der Deutschen Telekom ist der deutsche Staat, der knapp 30 Prozent der Aktien hält. Einem "Handelsblatt"-Bericht zufolge treibt Konzernchef Timotheus Höttges seinen Plan einer Komplettfusion mit der US-Tochter weiter entschlossen voran. Dies wäre eine der größten Fusionen zweier börsennotierter Unternehmen.
Derzeit liege der Fokus vor allem darauf, die Unterstützung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundesregierung zu bekommen, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf vier Insider. Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass das Fusionsvorhaben wegen des Widerstands der Gewerkschaften und einiger Investoren auf Eis liegt.
Unterdessen konnte Höttges mit einem guten Ergebnis im dritten Quartal punkten. Der Umsatz legte um siebeneinhalb Prozent auf etwas mehr als 31 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungseffekte habe das Wachstum bei 5,5 Prozent gelegen. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda AL) zog um knapp zehn Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro an. Zudem erhöht die Telekom erneut die Prognosen für das laufende Jahr leicht.
Die Dividende soll um zehn Prozent auf 1,10 Euro steigen. Für Experten kommt die Anhebung nicht überraschend. Von Bloomberg befragte Analysten hatten sogar eine etwas stärkere Anhebung auf dem Zettel. Die Telekom kündigte für 2027 zudem einen Rückkauf von eigenen Aktien im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro an. Nach Aussagen von Citigroup-Analyst Carl-Murdock Smith lag hier die durchschnittliche Schätzung allerdings mit drei Milliarden Euro deutlich höher./zb/mne/mis




