Nach der außergewöhnlich starken Kursentwicklung der vergangenen anderthalb Jahre hat die Aktie von Daldrup & Söhne zuletzt deutlich an Dynamik verloren. Nachdem der Titel noch zu Jahresbeginn weitere Mehrjahreshochs markiert hatte, setzte im Frühjahr eine kräftige Gegenbewegung ein. In der Spitze summierte sich der Rückgang zeitweise auf mehr als 30 Prozent, womit die zuvor stark überhitzte Marktlage weitgehend bereinigt wurde.
Inzwischen mehren sich allerdings die Hinweise auf eine Stabilisierung. Charttechnisch richtet sich der Blick derzeit vor allem auf den 38-Tage- Durchschnitt, an dem die Aktie aktuell um Orientierung ringt. Sollte sich der Kurs oberhalb dieses Bereichs festsetzen können, würde das für eine nachlassende Verkaufsdynamik sprechen. Auch der MACD deutet darauf hin, dass die Abwärtsbewegung an Schwung verliert.
Fundamental bleibt die Ausgangslage viel versprechend. Der Bohrspezialist hatte in den vergangenen Quartalen mehrere bedeutende Projekte akquiriert, darunter auch einen Großauftrag mit mehrjähriger Laufzeit. Dadurch hat sich der Auftragsbestand binnen eines Jahres massiv ausgeweitet und lag per Ende März bei 120 Mio. Euro, nach nur 31 Mio. Euro ein Jahr zuvor.
Zwar war die operative Entwicklung im vergangenen Jahr noch von Projektverschiebungen geprägt, wodurch die Gesamtleistung leicht rückläufig ausfiel. Gleichzeitig konnte Daldrup & Söhne aber die Profitabilität deutlich steigern. Die EBIT-Marge lag erheblich über den ursprünglichen Zielwerten, was sowohl auf Produktivitätsfortschritte als auch auf besonders margenstarke Aufträge zurückzuführen war. Das verdeutlicht die aktuell komfortable Marktposition im Bereich spezialisierter Bohrdienstleistungen.
Für 2026 stellt das Management eine Ausweitung der Gesamtleistung von 51,1 Mio. Euro im Vorjahr auf etwa 58 Mio. Euro in Aussicht. Die EBIT-Marge dürfte sich dabei in einer Spanne von 11,5 bis 13,5 Prozent bewegen und damit unter dem außergewöhnlich hohen Niveau von 17,1 Prozent aus der letzten Finanzperiode liegen. Perspektivisch zeichnet sich allerdings bereits der nächste Wachstumsschritt ab: Ab 2027 sollte das mehrjährige Großprojekt über die gesamte Laufzeit eines Geschäftsjahres in die Zahlen einfließen und damit zusätzliche Impulse liefern. In Verbindung mit der Aussicht auf weitere Großaufträge bleiben die mittelfristigen Perspektiven damit attraktiv.
Vor diesem Hintergrund erscheint die aktuelle Konsolidierung eher als technische Abkühlung innerhalb einer weiterhin intakten Wachstumsstory. Sollten weitere Großaufträge hinzukommen, könnte dies auch der Aktie neue Impulse verleihen.
(aktien-globlal.de, erstellt 02.06.26, 07:06 Uhr, veröffentlicht 02.06.26, 07:40 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/).
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