Nach dem massiven Anstieg der Strompreise infolge des Ukrainekriegs hat sich der Energiemarkt in den letzten Jahren wieder deutlich verändert. Vor allem der starke Ausbau der Solarenergie führt inzwischen regelmäßig zu Phasen mit negativen Strompreisen am Spotmarkt, während die Windverhältnisse in den Jahren 2024 und 2025 vielfach hinter den Erwartungen zurückblieben. Für Betreiber von Wind- und Solarparks wie clearvise war das ein anspruchsvolles Umfeld.
Entsprechend geriet auch die Aktie unter Druck, nachdem sinkende Strompreise und schwächere Winderträge auf die Ergebnisse durchgeschlagen hatten. Im vergangenen Geschäftsjahr gelang operativ jedoch eine Stabilisierung. Unterstützt durch eine leicht höhere Produktion sowie Entschädigungen für zeitweise abgeregelte Anlagen erhöhte clearvise den Umsatz um 12,7 Prozent auf 40,7 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA legte nahezu im gleichen Umfang auf 25,5 Mio. Euro zu.
Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einer weiteren Verbesserung. Hintergrund ist vor allem der Ausbau des Portfolios, der den Stromoutput deutlich erhöhen soll. Auf dieser Basis stellt clearvise einen Umsatz zwischen 44,2 und 46,5 Mio. Euro sowie ein bereinigtes EBITDA von 26,7 bis 28,7 Mio. Euro in Aussicht. Der operative Trend würde sich damit trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds fortsetzen.
An der Börse wurde dieser Ausblick zunächst positiv aufgenommen. Nach der langen Schwächephase zeigte die Aktie eine spürbare Gegenbewegung, was als erstes Zeichen einer möglichen Stabilisierung interpretiert werden kann. Hinzu kommt, dass die Bewertung inzwischen vergleichsweise niedrig erscheint. Bereits der Buchwert von über 1,90 Euro je Aktie liegt klar oberhalb des aktuellen Kursniveaus, und auch Analystenschätzungen bewegen sich in ähnlichen Regionen.
Charttechnisch bleibt die Situation dennoch offen. Eine belastbare Bodenbildung ist bislang noch nicht abgeschlossen, sodass Rückschläge grundsätzlich möglich bleiben. Gleichzeitig könnte die laufende Erholung weiteres Potenzial besitzen. Ein wichtiger technischer Orientierungspunkt ist dabei die 200-Tage-Linie, die aktuell im Bereich von 1,45 Euro verläuft. Sollte die Aktie diese Hürde überwinden, dürfte die Diskussion über eine mögliche Unterbewertung deutlich an Dynamik gewinnen.
(aktien-globlal.de, erstellt 03.06.26, 17:53 Uhr, veröffentlicht 03.06.26, 17:57 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/).
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/newscov_clearvise/clearvise_steigende_ertraege_wecken_neue_fantasie-24075/


