DJ Nagel: EZB hält sich für Juli alle Optionen offen
Von Hans Bentzien
DOW JONES--EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel will trotz des sich abzeichnenden Endes des Iran-Kriegs eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli nicht ausschließen. "Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert", sagte er laut veröffentlichtem Redetext bei einer Konferenz. Produktionsstätten in der Region seien teilweise beschädigt oder außer Betrieb gesetzt worden und die Reserven hätten sich verkleinert. "Der Preisdruck dürfte nochmals steigen, wenn fiskalpolitische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise auslaufen. Diese dürften die Inflationsrate im Euroraum im Mai um 0,4 Prozentpunkte gedämpft haben", rechnete der Bundesbankpräsident vor.
Der EZB-Rat ist nach Nagels Aussage entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert. "Im Juli trifft sich der EZB-Rat zur nächsten geldpolitischen Sitzung. Dabei halten wir uns alle Optionen offen", sagte er. Nagel bezeichnete das aktuelle Zinsniveau als "weiterhin weitgehend neutral". Die Grundausrichtung der Geldpolitik belaste also derzeit weder die Konjunktur, noch behindere sie strukturelle Maßnahmen für ein kräftigeres Wachstum.
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June 15, 2026 03:33 ET (07:33 GMT)
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