NEW BRUNSWICK (dpa-AFX) - Der US-Konzern Johnson & Johnson hat sich im zweiten Quartal trotz rückläufiger Verkäufe seines Psoriasis-Medikaments Stelara gut geschlagen. Treiber waren vor allem neue Krebsmedikamente und Arzneien für Entzündungskrankheiten, wie der Konzern am Mittwoch in New Brunswick mitteilte. Konzernchef Joaquin Duato sprach von einem starken Jahresviertel und hob die Prognosen für das Gesamtjahr erneut an. Die Aktie gab im frühen Handel um 0,4 Prozent nach, die Resultate mit Medizintechnik blieben hinter den Erwartungen von Experten zurück. Allerdings ist das Papier über die vergangenen 12 Monate um fast zwei Drittel teurer geworden.
In den drei Monaten bis Ende Juni erzielte Johnson & Johnson einen Umsatz von gut 25 Milliarden US-Dollar, das waren 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Dazu trugen vor allem das Blockbuster-Medikament Darzalex zur Behandlung des multiplen Myeloms, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, sowie die beiden Lungenkrebsmedikamente Rybrevant und Lazcluze bei. Der bereinigte Gewinn legte um fast fünf Prozent auf 2,90 Dollar je Aktie zu.
Für das Gesamtjahr ist nun ein Erlös von bis zu 101,4 Milliarden Dollar angepeilt, statt zuletzt bis zu 101,3 Milliarden. Den bereinigten Gewinn erwartet der Konzern nun bei 11,60 bis 11,75 Dollar je Aktie, zuvor standen hier noch 11,45 bis 11,65 Dollar im Plan.
Derweil war es das erste vollständige Quartal mit Umsätzen für ein neues Psoriasis-Präparat in Tablettenform. Der Pharmakonzern hofft, dass Icoytde ein Bestseller wird. Nach Einschätzungen von Finanzchef Joseph Wolk könnte das Präparat dem Unternehmen einen Umsatz in Höhe von mehreren Milliarden Dollar einbringen. "Es könnte eines der erfolgreichsten Medikamente von Johnson & Johnson werden", sagte der Manager der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Der Konzern investiert kräftig in die Markteinführung neuer Medikamente, um die sinkenden Umsätze mit Stelara auszugleichen. Die Exklusivität des Immunsuppressivums zur Behandlung schwerer chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie etwa Schuppenflechte und Gelenkentzündungen ist im vergangenen Jahr abgelaufen. Über den Bereich Krebs hinaus investiert der Konzern auch in Medikamente für psychiatrische Erkrankungen. Dazu zählt Caplyta, ein Medikament gegen Schizophrenie und bipolare Depression, das das Unternehmen im vergangenen Jahr erworben hat./mne/men




