
© Foto: WangAaron auf Pixabay (Symbolbild)
Ein neues Jahrestief, und dann dreht der Kurs. Genau das könnte bei BMW gerade passieren. China bremst immer noch die deutschen Autobauer generell aus, aber während andere nur auf die roten Zahlen starren, bastelt BMW in München längst am nächsten großen Wurf. Die Neue Klasse steht in den Startlöchern, Roboter übernehmen die Fabrikhallen, und selbst beim Kraftstoff der Zukunft mischt BMW mit. Aber reicht das für die Trendwende? Wir haben genau hingeschaut.
BMW: Tief im Kurs, aber hoch im Kurs!
Diese Woche kurz nach Handelsstart: BMW rutscht auf 56,72 Euro, ein neues Jahrestief. Dann die Kehrtwende. Der Kurs klettert nach oben und schließt im Plus. Klar, das China-Geschäft schwächelt, wie bei so vielen anderen Autobauern auch und auch die Konkurrenz vor Ort holt auf. Aber genau hier zeigt BMW Nervenstärke und statt nur zu reagieren, liefert der Konzern echte Substanz. Die Prototypen des neuen i3 Touring rollen bereits durch München. 900 Kilometer Reichweite, 21 Minuten Ladezeit für 70 Prozent Akku, das sind Werte, mit denen BMW technologisch wieder ganz vorne mitspielen will. Auch abseits von China läuft es rund. In Deutschland zählen die Statistiker im ersten Halbjahr über 107.000 Neuzulassungen von BMW-Fahrzeugen mit alternativem Antrieb, Platz zwei unter den heimischen Herstellern. In den USA legt der Absatz sogar zweistellig zu, ein stabiler Gegenpol zur China-Schwäche. Das zeigt: BMW ist breiter aufgestellt, als es der Blick auf einen einzelnen Markt vermuten lässt. Dazu kommt Tempo in der Produktion: In Steyr laufen die neuen Elektroantriebe im Zweischicht-Betrieb, in Dingolfing steht der neue 7er in den Startlöchern. Und auch beim Thema Nachhaltigkeit denkt München um die Ecke, denn zusammen mit Toyota und Bosch testet BMW synthetischen Kraftstoff aus erneuerbaren Quellen. Das klingt nicht nach Stilltand, sondern eher nach Innovation und Zukunft. Nur schade, dass es der Kurs noch nicht so zeigt.

Charttechnik
Der Kurs ist und könnte wohl auch noch eine Zeit lang angeschlagen bleiben. Die Aktie ist in einem glasklaren Abwärtstrend. Zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen noch über 25 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein dickes Minus. Auch zum 50er SMA ist es noch weit. Aber genau darin liegt auch die Chance, denn zu weite Entfernungen deuten auch auf Extreme hin, die auskorrigiert werden. Der RSI pendelt im überverkauften Bereich um die 21. Das ist ein klassisches Signal für eine mögliche Bodenbildung mit Reboundpotenzial. Die Aktie hat sich vom Tief bereits leicht erholt, die Handelsvolumina zeigen erstes Interesse. Wer antizyklisch denkt, könnte hier einen spannenden Einstiegspunkt finden.
Was tun?
Die Zahlen zum Halbjahr, die am 30. Juli kommen, dürften zeigen, wie tief die China-Delle wirklich ist und was für Auswirkungen dies auf die Bilanz hat. Die Marktkapitalisierung von gut 35 Milliarden Euro wirkt aber angesichts der technologischen Substanz und der Neuen Klasse eher günstig. Deutsche Bank und J.P. Morgan sehen das ähnlich und bestätigen ihre Kaufempfehlungen, mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Niveau. Fundamental hat BMW also mehr zu bieten, als der Kurs derzeit zeigt. Wer nur ein wenig Geduld mitbringt und an die Neue Klasse glaubt, könnte den aktuellen Kursbereich als Einstiegschance nutzen. Kurzfristig bleibt die Aktie aber dennoch ein heißes Eisen. Das China-Risiko ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Blick auf die kommenden Quartalszahlen lohnt sich in jedem Fall. Aktie auf die Watchlist als Reboundkandidat!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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