DJ XETRA-SCHLUSS/Rally im DAX läuft - Lufthansa und Zalando fallen
DOW JONES--Weiter aufwärts ist es auch am Dienstag am deutschen Aktienmarkt gegangen. "Die Hausse nährt die Hausse", hieß es im Handel. Hauptrisiko für die Börsen sei jede neuerliche Eskalation im Nahen Osten. Hier gab es aber gute Nachrichten von US-Finanzminister Bessent, der von einer bevorstehenden Einigung mit dem Iran sprach, zumindest was die freie Passage durch die Straße von Hormus anging. "Schon morgen" könnte die Straße wieder offen sein, hieß es. Entsprechend kamen die Ölpreise über 4 Prozent zurück.
Der DAX stieg um 0,8 Prozent auf 26.202 Punkte, bei 26.267 wurde ein neues Rekordhoch gesetzt. Laut Charttechnikern hat der Index Potenzial bis 27.000 Punkte.
Die geopolitische Lage bleibt aber weiter unübersichtlich, die vielen zwischengeschalteten Verhandler aus Pakistan, dem Oman und Jordanien bestimmten das Geschehen. "Durch das frühe Ausschalten der wichtigsten politischen und militärischen Führungsfiguren im Iran hat sich seit Beginn des Krieges ein Verhandlungsvakuum im Land selbst gebildet", hieß es bei CMC.
Für Bewegung bei Einzelaktien sorgte eine Flut von Quartalszahlen. Der bisher insgesamt besser als erwartet ausgefallene Verlauf der Berichtssaison ist zu einer wichtigen Stütze für die Aktienrally geworden:
Zalando brachen um 13,4 Prozent ein. Die Zahlen kamen nicht so gut an, der Ausblick wurde nach leicht unten angepasst. Das GMV- und Umsatzwachstum sollte nun in der unteren Hälfte der Spanne von 12 bis 17 Prozent liegen. Nach einer Kursrally von 50 Prozent reichte der Bericht bei weitem nicht aus, hieß es im Handel.
Für FMC-Aktien ging es 7,6 Prozent nach unten trotz besserer Geschäftszahlen. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wurde nur bestätigt: Das Umsatzwachstum auf währungsbereinigter Basis sollte weitgehend stagnieren, während der Konsens laut JP Morgan von einem Plus von 1,1 Prozent ausging.
Hohe Kerosinkosten setzten der Lufthansa (-8,2%) im zweiten Quartal zu. Während die Umsätze wie erwartet ausfielen, wurde beim Gewinn die Markterwartung verfehlt. Die Kerosinkosten lagen rund 750 Millionen Euro über Vorjahr. Die Airline hält nun sogar einen Rückgang des operativen Ergebnisses im Gesamtjahr für möglich.
Kräftig gesucht waren hingegen die Tech-Werte. Hier waren die Profiteure und Zulieferer des KI-Booms wieder klar gesucht. Im DAX stiegen Infineon um 3,7 Prozent, in Europa ging es für andere Titel wie STMicro und BE Semiconductor (Besi) teils noch steiler nach oben.
Gesucht waren vor allem die Ausrüster von KI-Datencentern: Hier trieben deutlich bessere Zahlen und eine erhöhte Jahresprognose von Caterpillar. Siemens Energy sprangen 2,3 Prozent in Hoffnung auf ebenso starke Zahlen am Mittwoch.
Bayer (+2,4%) hat im zweiten Quartal von Wachstum und Margenanstieg im Agrargeschäft profitiert. Anders als vom Markt erwartet ging das bereinigte EBITDA auf Konzernebene nicht zurück, sondern stieg um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 8 Prozent befürchtet.
Für Evonik ging es nach ordentlichen Geschäftszahlen um 1,6 Prozent nach oben.
Weiter abwärts ging es bei den Sportartikelherstellern. Die enttäuschenden Zahlen von Adidas (-2,5%) und Puma (-0,4%) hatten hier für Ernüchterung gegenüber dem Sektor gesorgt. Adidas traf nun noch der Verlust der Kaufempfehlung durch die UBS.
=== Index zuletzt* +/- % +/- % YTD DAX 26.202 +0,8 7,1 DAX-Future 26.323 +0,7 6,6 XDAX 26.239 +0,7 6,7 MDAX 32.560 +0,1 6,4 TecDAX 3.982 +0,8 10,1 SDAX 18.639 +0,6 8,7 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,23 +44,0 *gerundet ===
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August 04, 2026 11:48 ET (15:48 GMT)
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