AUGSBURG (dpa-AFX) - Der Getriebehersteller Renk hat im ersten Halbjahr von einer unverändert hohen Nachfrage nach Rüstungsgütern profitiert. "Mit knapp 1,2 Milliarden Euro Auftragseingang haben wir bereits nach sechs Monaten nahezu das Niveau der ersten neun Monate des Vorjahres erreicht", sagte Konzernchef Alexander Sagel am Donnerstag zur Zwischenbilanz mit Blick auf eine rekordhohe Nachfrage. Er bestätigte außerdem die Jahresziele. Die Renk-Aktie zog deutlich an.
Am Vormittag stieg das Papier um 4,9 Prozent auf 50,87 Euro und gehörte damit zur Spitzengruppe im MDax der mittelgroßen Werte. Die Aktie setzte ihre jüngste Erholung fort und ließ dabei die 100-Tage-Linie hinter sich, mit der sie zuletzt gerungen hatte. Sie dient charttechnisch interessierten Anlegern als Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend. Seit Jahresbeginn steht die Renk-Aktie aber immer noch gut 5 Prozent im Minus.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf gut 637 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um rund 10 Prozent auf gut 98 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,4 auf 15,4 Prozent.
Damit liege Renk im Rahmen der Markterwartungen, schrieb JPMorgan-Analyst David Perry in einer ersten Reaktion. Auch Jefferies-Expertin Chloe Lemarie sprach von erwartungsgemäßen Resultaten. Sie verwies außerdem darauf, dass der freie Barmittelzufluss über der durchschnittlichen Analystenschätzung liege, wobei ihre eigene Schätzung verfehlt wurde.
Klarer Wachstumsmotor bleibt bei Renk die Sparte "Vehicle Mobility Solutions" rund um Panzergetriebe. Hier profitierte der Rüstungszulieferer von der Verlängerung des Rahmenvertrags mit Rheinmetall für das Programm KF41 Lynx. Renk beliefert aber auch die U.S. Army mit Getrieben. Das Industriegeschäft schwächelt derweil allerdings.
Die Jahresziele bestätigte Renk. So soll der Umsatz 2026 weiterhin auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen. Mehr als 90 Prozent dieses Ziels seien bereits vom Auftragsbestand abgedeckt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sieht der Konzern bei 255 bis 285 Millionen Euro und peilt dabei die obere Hälfte der Spanne an./niw/nas/jha/



