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Twilio liefert starke Q2-Zahlen, beschleunigt das organische Wachstum und hebt die Jahresprognose kräftig an. Auch Gewinn und Free Cashflow ziehen deutlich mit.
Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf knapp 1,50 Milliarden US-Dollar. Noch interessanter finde ich allerdings das organische Wachstum. Das erreichte 17 Prozent und hat sich damit gegenüber den vergangenen Quartalen deutlich beschleunigt. Für das zweite Quartal hatte Twilio ursprünglich lediglich mit 10 bis 11 Prozent organischem Wachstum gerechnet. Die tatsächliche Entwicklung lag also deutlich darüber.
Und Twilio wächst nicht einfach nur auf Kosten der Profitabilität. Ganz im Gegenteil. Der bereinigte operative Gewinn legte gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf 284,6 Millionen Dollar zu. Der Free Cashflow erreichte 352,6 Millionen Dollar nach 263,5 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Beim bereinigten Gewinn je Aktie standen 1,47 Dollar auf dem Zettel, nach 1,19 Dollar ein Jahr zuvor.
Ein Punkt gefällt mir dabei besonders: Die Dollar-Based Net Expansion Rate ist von 108 auf 116 Prozent gestiegen. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass Twilio mit seinem bestehenden Kundenstamm wieder deutlich mehr Umsatz macht. Genau diese Kennzahl war in den vergangenen Jahren immer wieder eine Baustelle. Dass sie jetzt so deutlich anzieht, passt hervorragend zur Beschleunigung des organischen Wachstums.
Der eigentliche Knaller steckt für mich allerdings im Ausblick. Twilio hebt die Prognose für das Gesamtjahr erneut kräftig an. Beim Umsatz erwartet das Management jetzt ein Wachstum von 18 bis 18,5 Prozent. Bislang waren lediglich 14 bis 15 Prozent angepeilt. Beim organischen Wachstum geht Twilio jetzt von 13 bis 13,5 Prozent aus, nachdem zuvor nur 9,5 bis 10,5 Prozent erwartet wurden.
Auch bei der Profitabilität legt das Unternehmen noch einmal eine Schippe drauf. Sowohl beim bereinigten operativen Gewinn als auch beim Free Cashflow werden für 2026 jetzt 1,135 bis 1,155 Milliarden Dollar erwartet. Zuvor lag die Prognose jeweils bei 1,08 bis 1,10 Milliarden Dollar.
Und auch das dritte Quartal soll ordentlich weiterlaufen. Twilio stellt einen Umsatz zwischen 1,505 und 1,515 Milliarden Dollar in Aussicht. Das entspricht einem Wachstum von 16 bis 16,5 Prozent. Organisch sollen es 11 bis 12 Prozent werden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet das Management 1,42 bis 1,47 Dollar.
Spannend bleibt zudem die KI-Story. Twilio positioniert seine Plattform zunehmend als Kommunikationsinfrastruktur für eine Welt, in der Menschen und KI-Agenten miteinander und mit Unternehmen kommunizieren. Das Unternehmen will die technische Infrastruktur liefern, über die solche Gespräche künftig abgewickelt werden.
Unterm Strich ist das für mich ein richtig starkes Zahlenwerk. Twilio wächst wieder deutlich schneller, die bestehenden Kunden geben mehr Geld aus, Gewinn und Cashflow ziehen kräftig mit und gleichzeitig wird die Jahresprognose deutlich angehoben. Genau diese Kombination möchte ich bei einem Wachstumsunternehmen sehen. Nachbörse: +16,5%

Twilio hat in den vergangenen Jahren einen ziemlich langen Weg vom Wachstum um jeden Preis hin zu profitablem Wachstum hinter sich. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass dieser Umbau inzwischen Früchte trägt. Wenn das Unternehmen diese Entwicklung in den kommenden Quartalen bestätigen kann, dürfte die Twilio-Story für Anleger noch einmal deutlich interessanter werden.
Enthaltene Werte: US90138F1021
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