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Kaum eine Sport-Aktie hat zuletzt in diesem Sommer für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie Adidas. Rekordumsatz auf der einen Seite, ein großer Kursrutsch auf der anderen. Wer bei rund 150 Euro oder knapp darunter im Rutsch zugegriffen hat, konnte sich freuen. Doch war das schon die letzte Chance? Wir werfen einen Blick auf Zahlen, Chart und die Frage, ob jetzt noch "Musik" in der Aktie steckt.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Adidas hat im zweiten Quartal ordentlich abgeliefert. Der Umsatz kletterte währungsbereinigt um 14 Prozent auf einen Rekordwert für dieses Quartal. Getragen wurde das vor allem von den großen Sportevents des Jahres, die der Marke enorme Aufmerksamkeit verschafft haben. Auf den ersten Blick ein Traumquartal. Doch beim Gewinn hakte es. Hohe Marketingausgaben und gestiegene Kosten haben die Marge gedrückt, das operative Ergebnis legte nur moderat zu. Genau diese Lücke zwischen Wachstum und Ertrag hat viele Anleger verunsichert und den Kurs unter Druck gebracht. Immerhin traut sich der Vorstand zu, das Jahresziel beim Umsatz anzuheben. Auch ein personeller Wechsel steht an, die Finanzchef-Position wird neu besetzt. Und positiv ist, dass der Vorstandschef selbst zuletzt eigene Aktien gekauft hat, was ein Vertrauensbeweis ist, den man nicht unterschätzen darf.
Analysten sind uneinig, aber mehrheitlich zuversichtlich
Am Markt gehen die Meinungen derzeit auseinander. Die UBS hat die Einstufung von Kaufen auf Neutral gesenkt und begründet das vor allem mit der Sorge um die Marge, sollten Marketing- und Logistikkosten hoch bleiben. Auch Goldman Sachs bleibt vorsichtig. Auf der anderen Seite steht eine ganze Reihe von Häusern, die weiterhin zum Kauf raten, darunter J.P. Morgan, Bernstein und die DZ Bank, die den jüngsten Ausverkauf schlicht für übertrieben hält. In Summe überwiegen die optimistischen Stimmen und die meisten Kursziele liegen klar über dem aktuellen Niveau. Das zeigt, dass trotz der kurzfristigen Nervosität die Mehrheit der Experten weiter an die Fortschreibung der Adidas-Erfolgs-Story glauben.
Charttechnik
Wer sich den Kursverlauf anschaut, erkennt ein eindeutiges Muster, denn nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch über die 188 Euro-Marke ging es steil bergab, bis in den Bereich um 150 Euro, bzw. knapp darunter. Genau dort hat sich der Kurs stabilisiert und wieder Boden gefunden. Die Kerze dort sieht aus wie ein Doji mit langer Lunte. Aktuell pendelt die Aktie um die 163,50 Euro-Marke, aber deutlich über dem 200er SMA. Der RSI liegt bei etwa 45, da ist also noch Luft nach oben, ohne dass die Aktie überkauft wäre. Ein nachhaltiger Ausbruch über 188 Euro würde den Weg für weitere Kursziele bei 200 und später sogar 210 oder gar 220 Euro freimachen.

Was tun?
Im Rückblick waren die Kurse unter 150 Euro eine klare Einstiegschance, das lässt sich heute leicht sagen. Aber auch jetzt spricht einiges für die Aktie. Die operative Substanz stimmt, das Management investiert in Wachstum, und der laufende Aktienrückkauf stützt zusätzlich. Klar, einige Analysten wie UBS sind zwar vorsichtiger geworden und verweisen auf die Margenrisiken. Andere, etwa die DZ Bank, sehen den Ausverkauf als übertrieben an. Nimmt die Aktie wieder Fahrt in Richtung 180 Euro auf, könnte das ein gutes Signal für weiter steigende Kurse sein - vielleicht sogar in Richtung 200 oder darüber!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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