
© Foto: Finanznachrichten (Symbolbild mit KI erstellt)
Die Quartalszahlen von Bayer haben die Erwartungen geknackt, die Schulden verringern sich sogar schneller als gedacht, und gleich mehrere große Analysehäuser schrauben ihre Kursziele nach oben. Klar, der Glyphosat-Prozess bremst noch etwas die Euphorie. Doch unter der Oberfläche sieht es immer positiver aus, als noch vor einigen Monaten oder Jahren, als die Aktie schon tot geschrieben wurde. Schafft sie jetzt den Sprung über ihr altes Jahreshoch, könnte richtig die Post abgehen. Lohnt sich aktuell noch der Einstieg, oder ist der Zug schon abgefahren? Wir schauen genauer hin.
Starke Zahlen, weniger Schulden
Bayer hat abgeliefert. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte im zweiten Quartal auf 2,14 Milliarden Euro, deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte. Auch beim Gewinn je Aktie hat der Konzern die Prognosen locker übertroffen. Bayer senkt sogar sein Schuldenziel für das Jahresende deutlich. Statt 32 bis 33 Milliarden Euro sollen es nun "nur noch" 29 bis 30 Milliarden sein. Das schafft Luft, gerade für den Fall, dass der lange ersehnte Glyphosat-Vergleich endlich steht. Und genau das treibt gerade die Stimmung an der Börse. UBS hat ihr Kursziel von 52 auf 62 Euro angehoben und bleibt bei "Buy". Die DZ Bank zieht nach und sieht jetzt 60 Euro als fairen Wert, J.P. Morgan bestätigt "Overweight". Nur Jefferies bremst mit einem Kursziel von 46 Euro und verweist auf die weiterhin fehlende Aufspaltung des Konzerns.
Auch im operativen Geschäft läuft es rund zumindest runder als noch zuletzt. Im Pharmabereich sorgen vor allem die neueren Präparate für mehr Schwung, während im Agrargeschäft die Margen ebenfalls spürbar zulegen. Damit steht Bayer nicht nur wegen der guten Zahlen im Fokus, sondern auch, weil sich zwei wichtige Standbeine des Konzerns gleichzeitig positiv entwickeln. Das gibt dem Unternehmen mehr Stabilität, falls es beim Glyphosat-Thema doch noch etwas länger dauert als zuletzt erhofft.

Charttechnik
Der Kurs pendelt aktuell um die 49-Euro-Marke, knapp unter dem Widerstand bei 53,92 Euro, was dem 52-Wochen-Hoch entspricht. Schafft Bayer diesen Ausbruch, öffnet sich charttechnisch der Weg weiter nach oben. Angetrieben von der Aufwärtswelle der vergangenen Monate, wären Kurse bis 60 Euro durchaus drin. Nach unten sieht es ebenfalls stabil aus. Rund um 45 Euro, unterstützt vom 50er SMA, dürfte die Aktie gut abgesichert sein. Seit Jahresbeginn steht mittlerweile schon ohnehin ein Plus von über 30 Prozent zu Buche, der Trend zeigt dieses Jahr weiter klar nach oben.
Was tun?
Die operative Entwicklung stimmt zuversichtlich, Umsatz und Marge ziehen an, die Schuldenlast sinkt. Charttechnisch steht die Aktie vor einer spannenden Hürde. Ein Ausbruch über 54 Euro könnte weiteres Kurspotenzial freisetzen. Der Glyphosat-Prozess bleibt aber noch der Unsicherheitsfaktor. Die nächste Anhörung ist erst für den 14. September terminiert. Wer Geduld mitbringt und an eine Lösung des Rechtsstreits glaubt, findet bei Bayer aktuell eine interessante Chance mit recht begrenztem Rückschlagrisiko, zumindest wenn man den Stopp recht eng platziert.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




