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Die Anforderungen an die Trinkwasserversorgung steigen. Wasserversorger müssen nicht nur längere Trockenperioden und wachsende Verbrauchsspitzen bewältigen, sondern zugleich immer mehr Spurenstoffe überwachen und strengere Qualitätsvorgaben erfüllen. Seit dem 12. Januar 2026 gelten in der Europäischen Union erstmals harmonisierte Grenzwerte und Überwachungspflichten für PFAS im Trinkwasser. Die Mitgliedstaaten müssen Messwerte, Überschreitungen und mögliche Ausnahmen an die Europäische Kommission melden.
Damit gewinnen moderne Verfahren zur Filtration und Aufbereitung weiter an Bedeutung. Veolia (ISIN: FR0000124141) baut sein Geschäft mit Lösungen gegen PFAS und andere Mikroverunreinigungen aus. Xylem (ISIN: US98419M1009) bietet über sein erweitertes Wassertechnologieportfolio unterschiedliche Verfahren zur Behandlung belasteten Grund- und Trinkwassers an. Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) investiert in moderne Aufbereitungstechnik. In Reisenberg entsteht derzeit die achte Naturfilteranlage der EVN Wasser.
Strengere Regeln erhöhen den Investitionsbedarf
PFAS werden häufig als "Ewigkeitschemikalien" bezeichnet, weil sie in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden. Die überarbeitete europäische Trinkwasserrichtlinie sieht für die Summe von 20 ausgewählten PFAS einen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter vor. Alternativ kann der Parameter "PFAS gesamt" mit einem Grenzwert von 0,5 Mikrogramm pro Liter angewendet werden. Seit Januar 2026 müssen die Mitgliedstaaten die Einhaltung dieser Grenzwerte sicherstellen und PFAS im Trinkwasser nach harmonisierten Vorgaben überwachen.
Im Mai 2026 traten zudem verschärfte europäische Regeln zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser in Kraft. Sie erweitern die Überwachung und Kontrolle unter anderem für PFAS, Pestizide und weitere Schadstoffe. Für Wasserversorger bedeutet das, dass Analyse, Filterung und laufende Qualitätskontrolle künftig noch enger miteinander verbunden werden müssen.
Dabei gibt es nicht die eine Filtertechnologie für jede Wasserquelle. Welche Lösung eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Wasserchemie, den vorhandenen Spurenstoffen, der gewünschten Kapazität und den regionalen Anforderungen ab. Zum Einsatz kommen beispielsweise Aktivkohle, Membranverfahren, Ionenaustausch oder Kombinationen mehrerer Technologien.
Veolia und Xylem bauen ihre Aufbereitungslösungen aus
Veolia setzt bei der kommunalen Trinkwasserbehandlung unter anderem auf Aktivkohleadsorption und Membranfiltration. Mit dem Angebot "BeyondPFAS" bündelt der Konzern Analyse, Planung, Aufbereitung und den Umgang mit belasteten Filtermaterialien. Nach Unternehmensangaben waren Mitte 2026 bereits 30 US-Standorte mit entsprechenden Veolia-Lösungen ausgestattet. Bis 2029 sollen mehr als 100 kommunale PFAS-Aufbereitungssysteme in Betrieb sein und über zwei Millionen zusätzliche Menschen erreichen.
Ein Beispiel ist das Wasserwerk Stanton im US-Bundesstaat Delaware. Die dort errichtete Anlage soll PFAS aus dem Trinkwasser entfernen und mehr als 100.000 Menschen versorgen. Das Projekt zeigt, wie stark strengere Qualitätsanforderungen inzwischen konkrete Investitionen in Aufbereitungstechnik auslösen.
Auch Xylem bietet über sein Wassertechnologieportfolio unterschiedliche Lösungen für PFAS-belastetes Grund-, Prozess- und Trinkwasser an. Dazu gehören je nach Anwendung Vorbehandlung, Aktivkohle, Ionenaustauschharze, Membranverfahren sowie mobile Aufbereitungssysteme. Das Unternehmen deckt damit verschiedene Stufen von der Analyse und Planung bis zum Betrieb der Anlagen ab.
Gemeinsam ist den Lösungen von Veolia und Xylem der Ansatz, Wasser mit physikalischen und technischen Filterverfahren gezielt aufzubereiten und den Einsatz zusätzlicher chemischer Enthärtung oder Behandlung - abhängig vom konkreten Verfahren - zu reduzieren. Auch die EVN baut Anlagen zur Qualitätssteigerung des Trinkwassers - sogenannte "Naturfilteranlagen".
Die EVN setzt auf physikalische Naturfiltration
Die EVN Wasser errichtet seit 2014 sogenannte Naturfilteranlagen. Dabei kommen Technologien wie Umkehrosmose, Ultrafiltration und Aktivkohlefilterung zum Einsatz. Sie dienen dazu, Calcium, Magnesium und weitere Spurenstoffe im Wasser zu reduzieren und die regionale Trinkwasserqualität zu verbessern. Die Naturfilteranlagen bilden gemeinsam mit Brunnenfeldern, Hochbehältern, überregionalen Transportleitungen sowie Ortsleitungen die langfristige Wasserinfrastruktur der EVN in Niederösterreich.
Aktuell entsteht am Brunnenfeld Reisenberg die achte Naturfilteranlage der EVN Wasser. Die Anlage basiert auf Membrantechnologie und senkt die Wasserhärte rein physikalisch. Nach den aktuellen Angaben der EVN soll sie im Oktober 2026 in Betrieb gehen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 9,4 Millionen Euro.
Künftig soll die Anlage mehr als 20.000 Menschen in sieben Gemeinden südöstlich von Wien mit weicherem Trinkwasser versorgen. Dazu zählen Reisenberg, Seibersdorf, Mitterndorf an der Fischa, Götzendorf, Enzersdorf an der Fischa, Trautmannsdorf an der Leitha und Sommerein. Die Härte des Wassers wird von etwa 18 Grad deutscher Härte auf 10 bis 12 Grad reduziert.
Die Filterung erfolgt ohne chemische Enthärtung. Geschmack und mikrobiologische Qualität des Wassers bleiben unverändert. Für Haushalte bedeutet weicheres Wasser weniger Kalkablagerungen in Geräten und Leitungen. Dadurch können Energieverbrauch, Wartungsaufwand und der Bedarf an Enthärtungsanlagen in den Haushalten sinken.
Moderne Aufbereitung wird Teil kritischer Infrastruktur
Die zunehmende Regulierung von Spurenstoffen zeigt, dass Wasserversorgung heute weit mehr umfasst als die Förderung und Verteilung ausreichender Mengen. Wasserversorger müssen Quellen überwachen, regionale Unterschiede ausgleichen und ihre Aufbereitungsanlagen fortlaufend an neue Qualitätsanforderungen anpassen.
Für Anbieter von Wassertechnologien entsteht daraus ein langfristiger Markt. Veolia und Xylem entwickeln Lösungen für PFAS, Mikroverunreinigungen und komplexe kommunale Wasserströme. Regionale Versorger wie die EVN investieren zugleich in Anlagen, die die Wasserqualität vor Ort erhöhen.
Die Naturfilteranlage Reisenberg ist dafür ein anschauliches Beispiel: Sie verbindet moderne Membrantechnik mit einem klar definierten regionalen Versorgungsauftrag. Statt Wasser chemisch zu enthärten, wird die Härte physikalisch reduziert. Das verbessert die Alltagseigenschaften des Trinkwassers und erweitert zugleich die technische Infrastruktur der EVN Wasser.
Fazit
Neue Grenzwerte, strengere Überwachungspflichten und steigende Erwartungen an die Trinkwasserqualität erhöhen den Investitionsbedarf in der europäischen Wasserwirtschaft. Unternehmen wie Veolia und Xylem bauen deshalb ihre Technologien zur Entfernung von PFAS und anderen Spurenstoffen aus.
Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) investiert in moderne Wasseraufbereitung. Mit der achten Naturfilteranlage in Reisenberg erweitert das Unternehmen seine Infrastruktur um ein Projekt, das künftig mehr als 20.000 Menschen versorgen und die Wasserhärte rein physikalisch reduzieren soll. Damit reagiert die EVN auf dieselbe Entwicklung, die auch internationale Wassertechnologiekonzerne beschäftigt: Eine sichere Wasserversorgung hängt zunehmend von leistungsfähiger Analyse-, Filter- und Aufbereitungstechnik ab.
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Quellen:
EVN
Naturfilteranlage Reisenberg - Technik im Einklang mit Natur
https://www.evn.at/home/wasser/aktuelles/nfa-reisenberg
Baufortschritt bei der achten Naturfilteranlage
https://www.evn.at/home/presse/baufortschritt-bei-der-achten-naturfilteranlage
Spatenstich Naturfilteranlage Reisenberg
https://www.evn.at/home/presse/spatenstich-naturfilteranlage-reisenberg
EVN Ganzheitsbericht 2020/21 - Wasserversorgung und Naturfilteranlagen
Kundenseitig bereitgestellter Bericht
EVN Ganzheitsbericht 2024/25
https://www.evn.at/home/investor-relations/publikationen
EVN Investor Relations
https://www.evn.at/home/investor-relations
Europäische Kommission
New EU rules limit PFAS in drinking water
https://environment.ec.europa.eu/news/new-eu-rules-limit-pfas-drinking-water-2026-01-12_en
Drinking Water Directive
https://environment.ec.europa.eu/topics/water/drinking-water_en
PFAS pollution - EU measures and drinking-water monitoring
https://environment.ec.europa.eu/topics/chemicals/pfas-pollution_en
New EU law to better protect water enters into force
https://commission.europa.eu/news-and-media/news/new-eu-law-better-protect-water-enters-force-2026-05-13_en
Implementation of the recast Drinking Water Directive
https://green-forum.ec.europa.eu/implementation-recast-drinking-water-directive_en
Veolia
BeyondPFAS - end-to-end PFAS management
https://www.veolia.com/en/solutions/beyondpfas-veolias-new-end-end-pfas-offer
PFAS treatment for municipal drinking water
https://www.veolia.com/en/blog/pfas-tackling-challenge-water-pollution-meet-needs-cities-and-industries
Stanton PFAS Treatment Plant
https://www.veolia.com/en/our-media/press-releases/veolia-opens-one-largest-pfas-treatment-plants-us-delivering-high-quality-drinking-water
Micropollutant treatment and Water Technologies strategy
https://www.veolia.com/en/our-media/news/micropollutant-treatment-veolia-accelerates-its-growth-market-cutting-edge-technologies
Xylem
PFAS, PFOA and PFOS contaminant treatment
https://www.xylem.com/en-us/applications/pfas-pfoa-pfos-contaminant-treatment/
Mobile technology for compliance with PFAS rules
https://www.xylem.com/en-ie/resources/press-releases/mobile-technology-helps-us-water-utilities-achieve-compliance-with-new-pfas-rules/
Xylem Annual Report 2025
https://www.xylem.com/siteassets/investors/2025-annual-report-on-form-10-k.pdf
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