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Bei BMW mehren sich die Zeichen einer Trendwende und nach einem harten Quartal mit spürbarem Gewinnrückgang zeigt der Konzern jetzt, wie das Unternehmen den Turnaround angehen möchte, nämlich mit einem Sparprogramm, dem Serienstart des neuen i3 sowie einer klaren Modelloffensive für die kommenden Jahre. An der Börse kommt das allmählich an, da ersichtlich ist, dass der Kurs sich aus dem Tief kämpft und sich einer wichtigen charttechnischen Marke nähert. Reicht aber die Kraft für den nächsten Schritt nach oben? Wir werfen einen Blick auf die Zahlen, den Chart und die Frage, ob sich ein Einstieg jetzt lohnt.
Umbau mit Substanz
Das zweite Quartal war hart. Der Gewinn brach spürbar ein, vor allem das China-Geschäft macht den Münchnern zu schaffen, doch der Konzern reagiert entschlossen. Mit einem freiwilligen Stellenabbauprogramm will das Management die Kostenbasis in den Griff bekommen, ohne dabei den sozialen Frieden zu gefährden. Parallel dazu läuft die große Zukunftswette. Im Werk München startete zuletzt die Serienproduktion des neuen i3, dem zweiten Modell der Neuen Klasse. Die Nachfrage danach soll ungewöhnlich stark anlaufen.
Auch personell stellt sich BMW neu auf. Zum 1. September übernimmt Dorothea von Boxberg das Personalressort im Vorstand. Sie ist eine erfahrene Managerin, die zuletzt als Airline-Chefin und zuvor bei der Lufthansa Cargo Führungsverantwortung trug. Bis Ende 2027 sollen insgesamt 40 neue Modelle folgen. Auch beim Kapitalmarkt zeigt sich BMW aktionärsfreundlich: Das laufende Aktienrückkaufprogramm wird trotz der angespannten Lage konsequent fortgeführt. Analysten bleiben gespalten, doch selbst die Skeptiker sehen noch deutliches Potenzial nach oben, die Kursziele reichen sogar bis 82 Euro.
Charttechnik
Es wird und ist spannend, denn der RSI hat die Marke von 30 von unten nach oben durchbrochen. Das gilt als erstes Signal für eine mögliche Erholung. Noch spannender wird es beim Blick auf den 50er SMA. Der liegt bei 60,98 Euro und ist damit nur noch knapp 1 - 2 Prozent entfernt. Schafft die Aktie den Sprung darüber, könnte richtig Bewegung reinkommen. Der Weg wäre dann frei Richtung 65 Euro, im positiven Szenario sogar bis 70 Euro. Nach unten sorgt das 52-Wochen-Tief bei rund 56,40 Euro für Halt, der Abstand dorthin beträgt gerade einmal gut 6 Prozent. Darunter sieht es natürlich düster aus.

Was tun?
BMW zeigt gerade Licht und Schatten. Auf der einen Seite die schwachen Zahlen, aber auch eine mutige Zukunftsstrategie auf der anderen Seite. Der Sparkurs dürfte greifen, die Neue Klasse läuft an, und am Chart mehren sich erste positive Signale. Wer BMW bereits im Depot hat, darf die aktuelle Stabilisierung als ermutigendes Zeichen werten. Neueinsteiger sollten aber eventuell noch den Ausbruch über den 50er SMA abwarten. Gelingt dieser, eröffnet sich charttechnisch spürbares Potenzial Richtung 65 bis 70 Euro. Die fundamentale Story bleibt eine Wette auf die Zukunft. Gelingt der Turnaround mit der Neuen Klasse, könnte sich der aktuell günstige Bewertungsabschlag als Chance erweisen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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