FRANKFURT (dpa-AFX) - Detaillierte Halbjahreszahlen und Aussagen während der Telefonkonferenz von RWE haben der Aktie des Energieunternehmens am Donnerstag knapp unter 60 Euro den höchsten Stand seit Mitte Mai beschert. Zuletzt ging es um 3,5 Prozent auf 59,64 Euro nach oben.
Der endgültige Halbjahresbericht habe nach den vorab vorgelegten Eckzahlen zwar keine echten Neuigkeiten mehr geboten, dafür aber die Saat für weitere Wachstumsbeschleunigung gelegt, kommentierte Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi. Er verwies dafür beispielsweise auf die konkreten Pläne des Konzerns zur Beteiligung an der Ausschreibung für neue deutsche Gaskraftwerke (CCGT).
Analyst Pavan Mahbubani von JPMorgan äußerte sich über die Telefonkonferenz zum Zahlenwerk sehr positiv. Dabei hob er vor allem hervor, dass das Management Zuversicht und Stärke vermittelt habe, was das Aufwärtspotenzial für die Gewinne im zweiten Halbjahr als auch für den Zeitraum bis 2031 betreffe. Der Experte sieht Aufwärtschancen in allen Segmenten des Essener Konzerns und nennt die Aktie einen "Top Pick" im Sektor. Das mit "Outperform" und einem Kursziel von 65 Euro bewertete Papier bleibe zudem auf der "Analyst Focus List" der Bank für besonders beachtenswerte Aktien.
Im Detail wies Mahbubani darauf hin, dass RWE im Geschäftsbereich Supply & Trading bereits den Mittelwert der Jahresprognose erreicht habe. Zwar sei das Management wegen der begrenzten Vorhersehbarkeit in diesem Geschäftsbereich bei seiner Prognose für das zweite Halbjahr zurückhaltend geblieben. Es habe aber - bedingt durch niedrige Füllstände der Gasspeicher und geringe Wasserreserven - auf einen angespannten Winter für Gas und Strom hingewiesen, was sich typischerweise positiv sowohl auf den Handel als auch auf das Stromerzeugungsportfolio auswirken dürfte.
Zudem äußerte sich der JPMorgan-Experte positiv über Aussagen zu langfristig gesicherten Ergebnissen, die in den aktuellen Jahreszielen noch nicht enthalten seien. Obendrein sei die Prognose des Managements zum Potenzial des Übertragungsnetzbetreibers Amprion recht konservativ.
Die Kapazitätserweiterungen bei RWE sieht Mahbubani zudem durch eine starke Nachfrage nach Rechenzentren gestützt, und im Bereich Alternative Energien plane RWE an künftigen Ausschreibungen für Offshore-Windkraftanlagen teilzunehmen, hob er positiv hervor./ck/jsl/he




