
© Foto: Redaktion, KI generiert (Symbolbild)
Der Auftragsbestand bei Hensoldt hat erstmals die Marke von 10 Milliarden Euro geknackt, der Auftragseingang hat sich fast verdoppelt, und mit einem neuen Entwicklungszentrum bei Stuttgart baut der Rüstungskonzern seine Kapazitäten weiter strategisch aus. Die Analysten reagieren darauf mit steigenden Kurszielen, auch wenn teilweise die Einstufungen noch vorsichtig bleiben. An der Börse aber zeigt sich das positive Umfeld längst, denn der Kurs hat sich spürbar erholt und nähert sich wichtigen charttechnischen Marken. Reicht aber die Dynamik für den nächsten großen Schritt nach oben? Wir werfen einen Blick auf Zahlen, Chart und die Frage, ob sich ein Einstieg jetzt lohnt.
Auftragsbücher platzen aus allen Nähten
Heftiger Auftragseingang! Dieser hat sich im ersten Halbjahr auf rund 2,8 Milliarden Euro nahezu verdoppelt, der Auftragsbestand kletterte erstmals über die wichtige Marke von 10 Milliarden Euro. Besonders das Segment Optronics zog kräftig an, getrieben von Großaufträgen für die Panzermodelle Puma und Schakal. Um mit dieser Nachfrage Schritt zu halten, baut der Konzern seine Kapazitäten weiter, wie z. B. am Bosch-Standort Leinfelden bei Stuttgart weiter aus. Dort entsteht ein neues Kompetenzzentrum für softwarebasierte Verteidigungslösungen mit rund 300 neuen Stellen. Auch beim Umsatz zeigt sich die Dynamik deutlich, da dieser im ersten Halbjahr um mehr als ein Fünftel zulegte, während die bereinigte EBITDA-Marge ebenfalls zulegen konnte. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose in voller Höhe. Die Analysten reagieren nicht einheitlich, sondern geher geteilt und zwiegespalten, aber eher doch mit klarer Tendenz nach oben. Sowohl Jefferies als auch J.P. Morgan hoben zuletzt ihre Kursziele an, auch wenn die Einstufungen bei "Hold" beziehungsweise "Neutral" blieben. Die Deutsche Bank bleibt mit einem Kursziel von 105 Euro und der Einstufung "Buy" einer der größeren Optimisten unter den Analysten.

Charttechnik
Im Chartbild hat sich zuletzt einiges getan. Die Aktie eroberte sowohl den 50er SMA als auch den 200er SMA zurück, was ein klar bullisches Signal ist. Schafft der Kurs den Sprung über die runde Marke von 100 Euro, könnte sich sogar ein Golden Cross bilden, ein Muster, das viele Chartanalysten als starkes Kaufsignal werten. Gelingt der Ausbruch, rückt als nächstes die Marke von 120 Euro in den Fokus, im positiven Szenario ist sogar noch mehr drin. Wichtig ist aber die Unterseite: Fällt der Kurs unter 77 Euro, kippt das Bild wieder ins Bearishe. Dann würde ein Kursziel im Bereich von 50 bis 60 Euro drohen.
Was tun?
Hensoldt liefert aktuell auf vielen Ebenen überzeugende Argumente, so z. B. ein Rekordauftragsbestand, ein fast verdoppelter Auftragseingang und der weiterhin gut laufende Ausbau der eigenen Kapazitäten. Die Charttechnik untermauert dieses positive Bild, die Rückeroberung beider wichtiger SMAs ist ein positives Signal. Neueinsteiger sollten bei Hensoldt den Bereich um 100 Euro im Blick behalten, denn ein Ausbruch mit möglichem Golden Cross könnte weiteres Kurspotenzial Richtung 120 Euro und darüber hinaus freisetzen. Wichtig bleibt die Marke von 77 Euro als Absicherung nach unten, ein Bruch dieser Zone würde das bullische Szenario deutlich eintrüben. Die fundamentale Story bleibt intakt, solange sich der Rekordauftragsbestand weiter in Umsatz und Cashflow "übersetzt".
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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